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Freispruch für die „Fettröllchen“ – gesundheitliche Gefahren gehen eher vom Bauchfett aus

Besonders das Fett um die inneren Organe, Darm und Leber herum, das so genannte Bauchfett, erhöhen das Risiko für den Diabetes Typ 2 oder Bluthochdruck. Harmlos dagegen ist das subkutane, unter der Haut liegende Fett – besser bekannt als die kleinen wenn auch ärgerlichen „Speckröllchen“.

ViszeralfettVerursacht zu viel süßes Essen Diabetes? Liegt es in den Genen, ob ein Mensch daran erkrankt oder ist Übergewicht daran schuld? „Alle diese Aspekte sind richtig. Aber der entscheidende Auslöser eines Diabetes, insbesondere des Typ 2 Diabetes, sind bestimmte Fettzellen im Bauch“, sagt Europas erster Professor für Prävention und Versorgung des Diabetes, Prof. Peter Schwarz vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus.

Dieses Krankheiten auslösende Fett nennen Mediziner viszerales Fett (lateinisch: viscera – die Eingeweide) oder einfach ausgedrückt Bauchfett. Dabei handelt es sich um Fettzellen, die unter der Muskelschicht im Bauch liegen, also um den Darm, die Leber und die inneren Organe herum. Es dient eigentlich als Energiereserve bei fehlender Nahrung.

Normalerweise bilden Schild-, Bauchspeichel-, Hirnanhangdrüse oder Nebenniere diese Hormone. Aber auch die viszeralen Fettzellen produzieren sie – 200 davon sind bereits bekannt. Hormone können in der falschen Menge und zur falschen Zeit fast alle chronischen Erkrankungen verursachen. Zum Beispiel erzeugen sie Bluthochdruck, damit Herzinfarkt, bedingen Impotenz, verursachen eine frühe Form der Demenz und auch eine Insulinverwertungsstörung, die zum Diabetes mellitus führt.

Gemessen werden kann das Bauchfett am besten über den Bauchumfang mit einem einfachen Metermaß aus dem Baumarkt. Bis 94 Zentimeter Bauchumfang bei Männern und 80 Zentimeter bei Frauen ist alles in Ordnung. Ein schlechtes Zeichen ist es, wenn das Bandmaß nicht mehr ausreicht. Normalerweise hat jeder Mensch nur etwa 900 Gramm inneres Bauchfett. Bei übergewichtigen Diabetikern können daraus bis zu zehn Kilo werden.

Wer sich außerdem fettreich ernährt, bekommt noch mehr Bauchfett und je mehr Fettzellen vorhanden sind, umso mehr Hormone werden produziert – ein Teufelskreislauf. Um diesen Prozess aufzuhalten, muss die Menge des viszeralen Fettes reduziert werden. Schon bei 30 Minuten körperlicher Aktivität am Tag, möglichst mehrmals in der Woche, stellt sich eine Abnahme von Bauchfett von etwa 500 Gramm pro Monat ein. Reduziert sich der Bauchumfang um einen Zentimeter, entspricht dies etwa 300 Gramm viszeralem Fett. Sechs Wochen Disziplin und Sport können da schon helfen, um das Risiko einer Erkrankung an Diabetes, Bluthochdruck und Alzheimer zu senken und um gesund zu bleiben.

Weniger Sorgen müssen sich die Menschen um so genannte Speckrollen machen – das Fett was man zwischen zwei Finger nehmen kann. Hierbei handelt es sich um das subkutane Fett oder Unterhautfettgewebe. Dies ist in der Regel harmlos. Die Unterhautfettschicht bietet sogar noch einen gewissen Schutzeffekt gegenüber hohen und niedrigen Temperaturen und wirkt letztendlich fast nur wie ein zusätzlich herumzutragendes Gewicht.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter www.diabetesnetzwerk-sachsen.de

Kontakt

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Medizinische Klinik und Poliklinik III
Prof. Peter Schwarz
Tel. 0351/ 4 58 27 15
E-Mail: peter.schwarz@uniklinikum-dresden.de
http://mk3.uniklinikum-dresden.de/

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