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Jahresberichte des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus

Jahresberichte des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus

Jahresbericht 2019: „Kooperation – Vorausschauendes Denken trägt Früchte“

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden schließt auch das Geschäftsjahr 2019 mit einem positiven wirtschaftlichen Ergebnis ab. Basis dafür sind unter anderem enge Kooperationen mit Partnern aus Krankenversorgung, Forschung und weiteren Institutionen. Wie entscheidend die seit rund 20 Jahren gezielt vorangetriebene Netzwerkarbeit des Uniklinikums ist, belegt das erfolgreiche, durch die Hochschulmedizin Dresden wesentlich mitgeprägte Krisenmanagement der SARS-CoV-2-Pandemie im Großraum Dresden sowie Ostsachsen. Deshalb stehen die Ereignisse des vergangenen halben Jahres im Mittelpunkt des Jahresberichts 2019. Die 100-seitige Broschüre schildert, wie Klinikum und Medizinische Fakultät gemeinsam mit externen Partnern Lösungen im Kampf gegen die Pandemie gefunden, entwickelt und eingesetzt haben.

Diese Vorgehensweise baut auf dem Anspruch der Hochschulmedizin Dresden auf, frühzeitig Verantwortung im Sinne der Region und seiner Einwohner zu übernehmen und gezielt und mit größter Effizienz Strukturen und Prozesse für eine krisenfeste stationäre Krankenversorgung zu schaffen. In der Corona-Pandemie lässt sich diese Aufgabe nur erfüllen, wenn auch die internen Strukturen diesem Anspruch gerecht werden. Dies zu ermöglichen, war nicht allein Ergebnis eines unbedingten Wollens, das Beste für die Region und die hier lebendenden Menschen zu erreichen. Vielmehr baut das Krisenmanagement auf der Grundhaltung der Dresdner Hochschulmedizin auf – dem besonderen Spirit, auch als „Carus­Gen“ bekannt. Es steht für einen offenen, unverstellten Blick, eine nie versiegende Neugier, bewusstes Überschreiten bestehender, zu enger Grenzen und ungebrochene Schaffenskraft. Mit dieser Haltung ist es möglich, Entwicklungen zu antizipieren.

In der Versorgung schwerstkranker COVID­-19­-Patienten standen die ärztlich und pflegerisch Tätigen vor der Herausforderung eines weitestgehend unbekannten Krankheitsbildes. Das Dresdner Uniklinikum nutzte seine Expertise und sein weltweites Netzwerk von Fachkollegen, um sich notwendiges Wissen zu erschließen und eigene Erfahrungen zu teilen. Im Sinne der Patienten ließen sich in der Krankenversorgung frühzeitig neue Therapieoptionen nutzen. Parallel engagierten sich Ärzte und Forscher vor allem dafür, neue Erkenntnisse auf den Gebieten der Diagnostik und Epidemiologie zu gewinnen. Beispiele sind Register sowie Studien der Klinik für Kinder­ und Jugendmedizin oder der von der HNO-­Klinik mitgenutzte multinationale Crowd­-Sourcing-­Ansatz in der Riechforschung.

Mit Krankenhaus­-Leitstelle und Corona-Ambulanz Verantwortung für die Region übernommen

Die zur Bewältigung der Corona-Krise vom Uniklinikum initiierten Aktivitäten sind ein gutes Beispiel dafür, dass der Spirit der Hochschulmedizin Dresden in kürzester Zeit wirksam werden kann: So brauchte es weniger als eine Woche, um Anfang März auf dem Campus der Hochschulmedizin die erste Corona­-Ambulanz Ostsachsens zu etablieren. Nahezu parallel entstanden funktionierende Strukturen eines Belegungsmanagements für alle 35 Krankenhäuser in der Region. Unterstützt durch die sächsische Landesregierung etablierte das Dresdner Uniklinikum die „Krankenhaus­Leitstelle Dresden/Ostsachsen“. Eine überzeugende Leistung: Die grundlegenden Elemente dieser Konzeption dienten den beiden Regionen Chemnitz und Leipzig als Vorbilder für ähnlich strukturierte Cluster. Deren Aufbau wurde von den Krisenexperten des Dresdner Uniklinikums mit begleitet.

Ergebnisse des Krisenmanagements werden verstetigt

Die den Teams der Intensivmedizin eigene Gelassenheit bei der Versorgung hochkritischer Patienten ist Sinnbild für das gesamte Krisenmanagement am Dresdner Uniklinikum. Denn einige der Themen und auch die damit einhergehenden Dimensionen erschienen in den ersten Wochen des Jahres noch unvorstellbar. Das gilt insbesondere für die Bereiche Einkauf, Informationstechnologie und Logistik. Regelhaft im Klinikbetrieb verwendete Verbrauchsmaterialien waren plötzlich nur noch schwer oder zu deutlich überhöhten Preisen verfügbar oder es galt, einzelne Ambulanzen und Stationen neu aufzubauen beziehungsweise umzuwidmen. Auch verlieh die Pandemie der Digitalisierung innerhalb des Klinikbetriebs Impulse: Innerhalb kürzester Zeit wurde das Konzept der Patienten­-SMS umgesetzt und die Videosprechstunde startete an mehreren Kliniken. Zudem trug der Geschäftsbereich IT wesentlich dazu bei, dem kurzfristig entstandenen Bedarf an Homeoffice­-Arbeitsplätzen gerecht zu werden.

Konstruktive Haltung und Ideenreichtum als Basis für erfolgreiche Teamarbeit

Es ist dem Dresdner Uniklinikum gelungen, diese Herausforderungen mit großem Erfolg zu meistern. Dazu haben die häufig im Hintergrund agierenden Bereiche beigetragen. Neben Einkauf und Logistik sowie IT gehören hierzu auch Personal und Recht, Finanzen, das kaufmännische wie medizinische Controlling und nicht zuletzt der Bereich Bau und Technik. Auch sie und nicht allein das häufig im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stehende ärztliche sowie pflegerische Personal oder die Wissenschaftler haben eindrucksvoll gezeigt, dass sie den Spirit der Hochschulmedizin Dresden – das „Carus-­Gen“ – leben. Sichtbar wurde es auch in den Sitzungen der Krankenhaus­Einsatzleitung (KEL) des Uniklinikums, in denen es auf Arbeitsebene um den Austausch anstehender Aufgaben ging: Gerade zu den Hochzeiten des COVID­-19-­Geschehens herrschte hier ein nutzbringendes Miteinander. Auch die Lösungen für oft unvorhersehbare Probleme belegen die konstruktive Haltung und den Ideenreichtum der Teams. Dieses erfolgreiche Miteinander schweißt zusammen und hat den gemeinsamen Spirit weiter gestärkt.

Die Potenz der Hochschulmedizin Dresden ist angesichts der noch nicht ausgestandenen COVID-­19­-Pandemie ein entscheidendes Erfolgselement für künftige Entwicklungen. Es wäre der falsche Weg, die Erfolge aus dem Frühjahr 2020 als eine Episode in der noch relativ jungen Geschichte von Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät abzuschließen und in den alltäglichen Arbeitsmodus zurückzukehren. Antizipierendes Denken und Handeln müssen weiterhin alle Aktivitäten begleiten. Die Chancen, dass dies Früchte trägt, sind heute größer denn je: Die Bewältigung der COVID-19-Krise hat nicht nur die Belegschaft der Hochschulmedizin Dresden noch enger zusammengeschweißt. Auch die Bindungen zu den anderen Krankenhäusern der Region sowie zur Staatsregierung sind so intensiv und verbindlich wie nie zuvor. Dies gilt es nachhaltig zu sichern – im Sinne einer hoch­ wertigen wie flächendeckenden Krankenversorgung der Region, aber auch als Basis für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung von Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät.

Zeichnungen zur Entstehung, Struktur und Funktion des menschlichen Gehirns illustrieren die Kapitel

Neben den im Jahresbericht veröffentlichten Fotostrecken zu den Ereignissen zwischen Februar und Mai 2020 illustrieren Zeichnungen von Prof. Richard Funk, emeritierter Direktor des Instituts für Anatomie an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden, die Kapitelaufschlagsseiten. Seine anatomischen, für ein neues Buchprojekt angefertigten Skizzen zeigen die Entwicklung des Gehirns vom Maulbeerstadium mit 32 Zellen bis zu seiner voll ausgebildeten Struktur. Der Fakt, dass in jeder Zelle der Bauplan des gesamten Organs angelegt ist, inspirierte das Redaktionsteam, die einzelnen Stadien der Hirnentwicklung als Analogien für das strategische Vorgehen der Hochschulmedizin Dresden während der Pandemie zu nutzen. Denn viele der in dieser Zeit getroffenen Entscheidungen nutzen die zentralen Werte des „Carus­-Gens“ als Basis. Der gedankliche Spagat zwischen Biologie und strategischen Entscheidungspfaden ist damit gelungen.

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