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Winter bedeutet für Unfallchirurgen Hochsaison

Mediziner versorgen besonders häufig Patienten mit Hand- und Sprunggelenksbrüchen / Osteoporosebedingte Frakturen sind witterungsunabhängig

Verrenkungsbruch-eines-Sprunggelenks.jpgSchnee und Eis auf Straßen und Gehwegen bedeutet für Unfallchirurgen und Orthopäden vor allem eines: viel Arbeit. Naturgemäß häufen sich in der kalten Jahreszeit hand- und hüftgelenksnahe Brüche. Prof. Dr. med. Stefan Rammelt, Sektionsleiter für Fuß-, Sprunggelenks- und Kinderorthopädie am UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie des Dresdner Uniklinikums, hat im Winter täglich mit Brüchen des Hand- oder Sprunggelenks zu tun. „Im Schnitt haben wir jeden Tag einen Patienten mit einer dieser Verletzungen, der stationär behandelt wird. Das ist der Dauerbrenner im Winter", sagt er. Im Dezember 2012, als es viel schneite, waren es eineinhalb Mal so viele Hand- und Sprunggelenksbrüche gewesen als im August 2013.

Typischerweise ziehen Patienten sich diese Frakturen beim Umknicken des Fußgelenks auf glattem Untergrund oder bei dem Versuch, den Sturz mit der Hand abzufangen, zu. So entsteht nach Aussage von Prof. Dr. Rammelt bei hoher Gewalteinwirkung auch eine Kombination aus einem Bruch und einer Verrenkung des Gelenks. Das Gelenk wird instabil und muss fixiert werden. Mit Schrauben und Platten werden Knochen und Gelenk wieder an die richtige Position gebracht. Dabei ist Präzisionsarbeit gefragt. „Beim Sprunggelenk kommt es auf jeden Millimeter an, weil wir es täglich belasten", erklärt der Sektionsleiter. In der Regel verbleiben Platten und Schrauben für ein Jahr im Körper.

Unabhängig von der Witterung haben es die Mediziner aber das gesamte Jahr über immer wieder mit komplizierten Sprung- und Handgelenksbrüchen zu tun. Vor allem ältere Menschen sind von diesen Verletzungen betroffen, weil ihre Knochendichte mit zunehmendem Alter abnimmt, sie leiden vermehrt an Osteoporose. „Da reicht schon ein leichter Sturz auf dem Weg zur Toilette", erklärt Prof. Dr. Rammelt. Mit Vitamin D kann man dem Abbau der Knochendichte entgegenwirken, verhindern kann man ihn nicht. Trotz der Anfälligkeit für osteoporosebedingte Frakturen macht Prof. Dr. Rammelt eines klar: Bewegung ist wichtig. Nur durch körperliche Aktivität kann der Knochen die dringend benötigte neue Knochensubstanz bilden.

Osteoporose

Frauen sind hormonell bedingt öfter von Osteoporose betroffen. Aber auch bei Männern nimmt die Knochendichte mit steigendem Alter immer weiter ab. Der Knochen wird anfälliger für Brüche. Gegen den weiteren Abbau der Knochendichte kann man medizinisch vorgehen.

Experten empfehlen nach einem so genannten Schwächebruch, das heißt einem Bruch, der nicht durch eine Fremdeinwirkung, großen Druck oder unnatürliche Bewegung wie zum Beispiel bei einem Unfall entsteht, die Knochendichte bestimmen zu lassen. Medikamente können den weiteren Knochenschwund verhindern.

Körperliche Aktivität schützt vor Knochenschwund. Die Kräfte, die dabei auf den Knochen wirken, regen die knochenaufbauenden Zellen an, neue Knochensubstanz zu bilden. Zudem ist es wichtig, dem Körper ausreichend Vitamin D – durch genügend Sonnenlicht oder in Form von Vitaminpräparaten – zuzuführen.

Kontakt

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
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