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SIRT bei Lebertumoren/-metastasen

SIRT = Selektive Intraarterielle RadioTherapie

Wann wird die Therapie durchgeführt (Indikationen)?

  • Die Therapie dient der Behandlung von Lebermetastasen und primärer Lebertumore (z.B. HCC).

Organisatorisches:

  • Ein aktueller Befund muss vorhanden sein (Grunderkrankung, Vorhandensein von Lebermetastasen). Es muss abgeklärt sein oder werden, dass die zu behandelnde Metastase ein eigenes Gefäß besitzt (CT-Angiographie). Von unserer Seite wird zusätzlich in der Mehrzahl der Fälle vor Therapie eine PET (Positronenemmissionstomographie zur nuklearmedizinischen Darstellung der Metastase) und eine Leberszintigraphie durchgeführt.
  • Nach Anmeldung zur Therapie durch den behandelnden Onkologen oder das universitäre Tumorboard werden die benötigten Unterlagen zusammengetragen und fehlende Befunde ergänzt (PET, Leberszintigraphie). Sollte eine Therapieindikation vorliegen, wird der Patient schriftlich einbestellt. Im Regelfall erfolgt zuvor eine telefonische Kontaktaufnahme oder auf Wunsch ein Gespräch vor Ort.
  • Ort: Hauptgebäude Klinik für Nuklearmedizin im UKD, Hs. 7 (Eingang Straßenseite), 1. Etage, Station NUK S1 (Telefon: 0351 458 2226)
  • Bitte einen Krankenhauseinweisungsschein zur stationären Aufnahme mitbringen
  • Auf Station befinden sich unentgeltlich: Wasserautomat (mit/ohne Sprudel), Apfelsaft, Tee, Kaffee, Milch, Buttermilch

Therapieablauf:

  • Am Aufnahmetag Gespräch mit Pflegepersonal und Arzt, Blutentnahme
  • Am folgenden Tag morgens Anlage eines „intraarteriellen Katheters“ (eines Zugangs über die große Beinschlagader bis in das Gefäß der zu behandelnden Lebermetastase) in der Abteilung für Radiologie
  • Es erfolgen Röntgenaufnahmen mit Kontrastmittel, um die Lage des Katheters verfolgen zu können.
  • Nach endgültiger Platzierung Rücktransport in die Nuklearmedizin, hier erneut Kontrolle der optimalen Lage des Zugangs durch Injektion einer kleine „Testdosis“ der radioaktiven Therapiesubstanz – es werden hierzu Szintigraphien der Verteilung der Testsubstanz im Körper durchgeführt. Liegt der Katheter optimal, so dass die Lebermetastase die Therapiesubstanz gut aufnimmt, wird die therapeutische Dosis durch den Katheter injiziert, alles unter szintigraphischer Kontrolle. Hiernach Transport auf die Station, Entfernung des intraarteriellen Zugangs und Anlage eines Druckverbandes in der Leiste.
  • Die Dauer des stationären Aufenthaltes beträgt 4 – 6 Tage, je nach Befinden des Patienten.
  • Die Therapie kann mehrfach durchgeführt werden, zwischenzeitlich erfolgen Verlaufskontrollen der Therapiewirkung mittels PET/ CT.

Radiotracer: 90 Yttrium markierte Mikrosphären, neu ab 2017 auch 166 Holmium-Sphären

Hierbei handelt es sich um kleine Kügelchen, die mit einem radioaktiven Strahler beschichtet sind. Die Kügelchen verteilen sich im Gefäßbett der Metastase und bleiben in sehr kleinen Gefäßen „stecken“, so dass sie in der Metastase verbleiben. Die Radiotracer sind Beta-Strahler mit einer maximalen Reichweite von etwa 1 cm – somit ist die Metastase einer „Bestrahlung von innen“ ausgesetzt. Das umliegende Gewebe wird auf Grund der kurzen Reichweite der Strahlung weitgehend geschützt.