Benutzerspezifische Werkzeuge

Radioimmuntherapie bei malignen Lymphomen

Organisatorisches:

  • Die Therapie wird über die Medizinische Klinik I /Hämatoonkologie im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus angemeldet. In der überwiegenden Anzahl der Fälle liegt bei den Patienten eine akute myeolische Leukämie vor, welche durch die Kollegen vorbehandelt wurde. Eine Knochenmarktransplantation ist geplant, ein Knochenmarkspender bekannt. Zuvor muss das patienteneigene Knochenmark „beseitigt“ werden, damit das neue, gesunde Knochenmark nicht abgestoßen wird.
  • Ort: Station NUK S1 (Telefon: 0351-458.2226), Hauptgebäude Klinik für Nuklearmedizin im UKD, Hs. 7 (Eingang Straßenseite), 1. Etage.

Therapieablauf:

  • Vor der Therapie wird in der Klinik für Nuklearmedizin eine Nierenszintigraphie und eine Szintigraphie des Knochenmarks durchgeführt. Hierbei wird die Funktion der Nieren überprüft und das Knochenmark bildlich dargestellt, um zu zeigen, dass im Knochenmark ausreichend Zellen vorhanden sind, die die Therapiesubstanz annehmen können (CD-66-Antigen positive Zellen im Knochenmark).
  • Die Aufnahme auf Station NUK-S1 erfolgt an einem Montag – zuvor wird auf der zuweisenden Station ein zentralvenöser Katheter gelegt, durch den Blut abgenommen und Substanzen injiziert werden können. Zunächst Aufnahmegespräch mit Pflegepersonal und Arzt. Hiernach wird in der nuklearmedizinschen Ambulanz eine kleine „Testdosis“ der Therapiesubstanz über den ZVK (zentralvenösen Katheter) injiziert und szintigraphische Aufnahmen der Verteilung angefertig. Diese Aufnahmen wiederholen sich an den folgenden Tagen, um hiermit das Verhalten des Medikamentes beurteilen zu können (sogenannte dosimetrische Messungen, welche zeigen, wie sich die Substanz im Körper verteilt). Am 3. Tag (Mittwoch) erfolgt die letzte Szintigraphie, danach wird die Therapiedosis berechnet – diese muss für die „Beseitigung des Knochenmarks“ ausreichen, es darf jedoch keine Schädigung anderer Organe (insbesondere der Nieren) zu erwarten sein. Nach Berechnung der optimalen Dosis wird diese durch den Katheter injiziert. Danach erfolgt der Rücktransport auf die Station sowie am Freitag die Rückverlegung auf die hämatoonkologische Station.

Radiopharmakon:

188 Rhenium-CD66- Antikörper

Es handelt sich hierbei um Antikörper, welche mit einem radioaktiven Strahler beschichtet sind. Die Antikörper lagern sich auf bestimmten Oberflächenbestandteilen (CD-66-Antigenen) von im Knochenmark befindlichen Blutzellen an (CD66-positven Zellen). 188 Rhenium ist ein Beta-Strahler, dessen Strahlung im Gewebe maximal 1 mm weit reicht – somit wird das Knochenmark „von innen bestrahlt“; auch die Leukämiezellen werden getroffen, da die Zellen im Knochenmark sehr eng beieinander liegen. Das umliegende Gewebe wird auf Grund der kurzen Reichweite der Strahlung weitgehend geschützt.

Beispielbild: Eines der Szintigramme zur Dosimetrie

radioimmuntherapie.png
Radioimmuntherapie