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Lebertumore

Lebertumore

LEBER

Die Leber ist die größte „Drüse“ des Menschen mit einem Gewicht von ca. 1,5kg, durch die pro Minute ca. 1,5Liter Blut (1/4 des Gesamtblutvolumens von 6L) fließen. Sie ist ein zentrales Stoffwechselorgan, das sowohl für die Herstellung lebenswichtiger Stoffe (Eiweißbausteine für die Blutgerinnung, Hormone, etc.), die Speicherung (Glykogen) als auch zur Entgiftung des Körpers (u.a Abbau von Medikamenten und Alkohol) mit der entsprechenden Ausscheidung über die Galleflüssigkeit notwendig ist. Durch ihre zentrale Lage und den hohen Blutdurchfluß im Blutkreislauf ist die Leber daneben auch eine große Filterstation.
Als eines der wenigen Organe besitzt die Leber die Fähigkeit nach einer Teilentfernung wieder weitgehend auf ihre ursprüngliche Größe nachzuwachsen (Prometheus-Effekt). Diese Besonderheit macht man sich in der Leberchirurgie zu Nutze.

CHIRURGISCHE BEHANDLUNG VON LEBERERKRANKUNGEN

Leberchirurgie ist Erfahrungssache!

In der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie um Uniklinikum Dresden, bieten wir das gesamte Spektrum der Leberchirurgie (ausgenommen Lebertransplantation) an. Dies umfasst sowohl offene Operationen mit einem Bauchschnitt als auch minimal-invasive Operationen in „Schlüssellochtechnik“ als laparoskopische oder robotische Operationen (DaVinci Xi- Roboter).

Mit etwa 200 Leberoperationen pro Jahr hat das gesamte Team die notwendige Erfahrung für diese komplexen Eingriffe. Allein zur Beurteilung der Frage, ob man einen Lebertumor entfernen kann, aber natürlich auch für die Durchführung der Operation, benötigt das gesamte Team ein hohes Maß an Routine.

Neben den formalen Resektionen mit oder ohne Ersatz/Rekonstruktionen von Gefäßen und Gallenwegen führen wir mehrzeitige Leberresektionen sowie die ALPPS-Procedure und ante-situm Resektionen der Leber durch. Zudem führen wir in ausgewählten Fällen die intraoperative Ablation (Verkochung) von Leberherden mittels Mikrowellen- oder Radiofrequenzablation durch.

Darüber hinaus bieten wir als eine der wenigen Kliniken in Deutschland die Durchführung einer Operation unter Anwendung einer so genannten intraoperativen Lebernavigation („image guidance/augmented reality“) an und es besteht die Möglichkeit der intraoperativen Anwendung einer Kernspintomographie (MRT).

Die Behandlung von Lebertumoren erfolgt häufig als mehrstufiges oder „multimodales Konzept“, das eine entsprechende Vorbehandlung vor der Operation notwendig macht.

Die Umsetzung dieser komplexen Therapiekonzepte erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen anderer Fachdisziplinen, vornehmlich der Gastroenterologie/Hepatologie, der medizinischen Onkologie sowie der interventionellen Radiologie.

Zu den Möglichkeiten einer Vorbehandlung auf eine Leberoperation zählen neben der Chemotherapie und (sehr selten Strahlentherapie), die Radiofrequenz- oder Mikrowellenablation, Pfortaderembolisation (PVE), transarterielle Chemoembolisation (TACE), selektive interne Radiotherapie (SIRT), Lebervenenembolisation (LVE), Endoskopische Retrograde Cholangiopankreatographie (ERCP), Perkutane transhepatische Gallenwegsdrainage (PTCD) und weitere mehr. Ob und welche Vorbehandlung notwendig ist, wird für jeden Patienten individuell entschieden.  

Welche Therapieoption optimal zu Ihnen passt besprechen wir gern mit Ihnen in unserer Spezialsprechstunde Leber- und Gallenwegschirurgie.

ERKRANKUNGEN DER LEBER

Zu den Erkrankungen der Leber zählen nicht nur Erkrankungen des Lebergewebes, sondern auch der Gallenwege, da die Leber die Galle bildet und von Millionen kleinsten Gallenwegen, die zu immer größer werdenden Gallenwegen zusammenfließen, durchsetzt ist.

Man unterscheidet zum einen gutartige (benige) von bösartigen (maligne) Erkrankungen, zum anderen unterscheidet man bei den bösartigen Tumoren die primären Lebertumore, die aus den Leberzellen (Hepatozyten) oder den Gallangängen entstehen, von den sekundären Lebertumoren, d.h. Tochtergeschwülste oder Metastasen, die sich von bösartigen Tumoren anderer Organe in der Leber als „große Filterstation“ absiedeln.

Gutartige (benige) Erkrankungen der Leber

Gutartige Lebertumore

  • Adenom
  • Fokal noduläre Hyperplaise (FNH)
  • Hämangiom

Zystische Lebererkrankungen

  • Singuläre Leberzyste
  • Polyzystische Lebererkrankungen
  • Parasitäre Leberzysten> Echinokokkose> Hunde- oder Fuchsbandwurm

Entzündliche Erkrankungen

  • Leberabszesse
  • Cholangitis

Gutartige Erkrankungen der Gallenwege

  • Caroli-Syndrom
  • Intrahepatische Cholangiolithiasis

Bösartige(maligne) Erkrankungen der Leber

Primäre bösartige Lebertumore

  • Hepatozelluläres Karzinom (HCC; Leberzellkrebs)
  • Cholangiokarzinom (CCC, Gallenwegskrebs)
  • Gallenblasenkarzinom

Sekundäre bösartige Lebertumore /Metastasen (Tochtergeschwülste)

Metastasen treten viel häufiger auf (ca. 90-95% aller malignen Lebertumore) als primäre bösartige Lebertumore (ca. 5-10% aller malignen Lebertumore).

Voraussetzung vor Entfernung von Metastasen der Leber ist immer, dass die technische Möglichkeit besteht, alle Tumorherde innerhalb und außerhalb der Leber zu entfernen. Hier bilden einzig die neuroendokrinen Lebermetastasen, welche durch Hormonaktivität zu starken Flush-Symptomen wie Durchfall, Kopfrötung, Hitzegefühl, schneller Herzschlag führen, eine Ausnahme. Bei diesen Tumoren kann auch eine inkomplette, symptomatische Resektion der Lebermetastasen im Sinne einer Tumorreduktion indiziert sein, wenngleich immer eine komplette Entfernung angestrebt wird.

Zu den häufigsten Lebermetastasen zählen Metastasen des:

  • Kolon- oder Rektumkarzinom (Darmkrebs)
  • Neuroendokrinen Tumoren
  • Mamma-Karzinom (Brustkrebs)
  • Malignem Melanom (schwarzer Hautkrebs)
  • Nierenzellkarzinom
  • Magenkarzinom
  • Sarkom/GIST