Benutzerspezifische Werkzeuge

Gutartige (benigne) LebertumoreLeber

Gutartige (benigne) Lebertumore

Gutartige (benigne) Lebertumore

Zu den (echten) benignen Lebertumoren gehören das Hämangiom, das hepatozelluläre Adenom und die Fokal Noduläre Hyperplasie (FNH).

Ursachen, Eigenschaften, Symptome

  • Hämangiom

Die Ursache für die Entwicklung eines Hämangioms ist weitgehend unbekannt. Es tritt mit einer Häufung von bis zu 20% auf. Bei jedem 10. Menschen werden mehrere Hämangiome gleichzeitig gefunden. Männer sind 5 bis 6 mal häufiger betroffen als Frauen.

Ab einer Größe von 4 bis 6cm werden die Tumore auch als „Riesenhämangiome“  bezeichnet.

Nur in 1% der Fälle führen Hämangiome zu einer Symptomatik in Form von Druckgefühl und / oder Schmerzen im rechten Oberbauch. In seltenen Fällen kann es in Folge einer Lokalisation im linken Leberlappen und Druck auf den Magen auch zu Passagestörungen mit Übelkeit oder Erbrechen kommen. Durch eine Größenzunahme besteht das Risiko einer Kompression mit Zerstörung von benachbartem Lebergewebe.

  • Hepatozelluläres Adenom

Das hepatozelluläre Adenom wird durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille (orale Kontrazeptiva) und Steroide induziert. In 10% der Fälle tritt es multipel auf und ist auch häufig mit anderen Lebertumoren vergesellschaftet.

Neben dem Risiko der Ruptur mit Blutung kann sich das Adenom in bis zu 10% der Fälle in einen bösartigen Tumor umwandeln (maligne Transformation).

  • Fokal Noduläre Hyperplasie

Die Fokal Noduläre Hyperplasie tritt meistens (etwa 80% der Fälle) als einzelner Herd auf. Jedoch ist sie häufig mit Lebertumoren anderer Histologie vergesellschaftet. Entgegen früherer Ansicht wird die Entstehung der FNH nicht unmittelbar durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille ausgelöst. Ein Einfluss auf das Wachstum der Tumore gilt aber nach wie vor als wahrscheinlich.

Nur selten führen große FNH`s zu Beschwerden ähnlich denen eines Hämangioms in der Leber.     

Diagnostik

Die Diagnostik gutartiger Lebertumore ist eine Domäne der bildgebenden Untersuchungsverfahren. Ein Ultraschall bildet das Screeningsverfahren um „Herde“ in der Leber nachzuweisen. Eine Differenzierung der einzelnen Tumore ist dann mittels Computertomograhie, besser noch mit kontrastmittelverstärktem Ultraschall oder MRT möglich. Hier können dann in den meisten Fällen Befunde auch ohne histologische Untersuchung eindeutig zugeordnet werden.

Laborchemische Untersuchungen dienen vor allem zur Einschätzung der Leberfunktion. Spezifische Marker gibt es bislang nur für bösartige Tumore der Leber.

Sofern Lebertumore in den genannten Untersuchungsverfahren nicht eindeutig zugeordnet werden können, sollten sie durch eine Operation entfernt werden. Bei Kontraindikation gegen den operativen Eingriff kann eine Punktion der Läsion mit histologischer Untersuchung des dabei gewonnenen Gewebes in Betracht gezogen werden.

Therapie

Fokal Noduläre Hyperplasie und Hämangiom bedürfen in der Regel keiner spezifischen Behandlung. Wegen des wahrscheinlichen Einflusses auf das Tumorwachstum sollte bei einer FNH allerdings die Anti-Baby-Pille pausiert werden.

Im Fall einer Symptomatik besteht bei beiden Tumorformen die Indikation zur Operation mit Entfernung der Herde. Bei einem Hämangiom kann auch eine Unterbrechung der Durchblutung zum Tumor in Erwägung gezogen werden. Hier wird dann unter Röntgenkontrolle ein Katheter über die Leiste bis in die Leber vorgeschoben und darüber kleine Spiralen (Coils) in die zum Tumor führenden Gefäße appliziert. Mit diesem Verfahren erreicht man in den meisten Fällen eine (häufig aber nur zeitlich limitierte) Verkleinerung-, nicht jedoch ein völliges Verschwinden des Tumors.

Wird der Verdacht auf ein hepatozelluläres Adenom gestellt ist wegen der Gefahr einer Umwandlung in einen bösartigen Tumor unbedingt die operative Entfernung zu empfehlen. Verlaufskontrollen solcher Tumore sind nur in Ausnahmefällen und dann engmaschig indiziert.

Welche Therapieoption optimal zu Ihnen passt besprechen wir gern mit Ihnen in unsererSpezialsprechstunde Häpatobiliare Chirurgie.