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Refluxzentrum Dresden

Refluxzentrum Dresden

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,
sehr geehrte Angehörige,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich auf der Website des Refluxzentrums Dresden.

Unser Zentrum stellt mittels definierten Behandlungspfaden, regelmäßigen Sprechstunden und kompetenten Ansprechpartnern eine Anlaufstelle für Patienten mit einer komplizierten Refluxerkrankung im Bereich der Speiseröhre sowie sich daraus ergebenden Komplikationen (z.B. Barrett Ösophagus, peptische Stenosen) dar.

In einem interdisziplinären Team aus Gastroenterologen und Viszeralchirurgen sowie gemeinsam mit unseren internen Kooperationspartnern: der Klinik- und Poliklinik für Hals-, Nasen und Ohrenheilunde und der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik kümmern wir uns intensiv und strukturiert um Ihre Behandlung.

Wir arbeiten eng mit den niedergelassenen Kollegen der Region zusammen – Ihr primärer Ansprechpartner sollte daher immer zunächst Ihr Hausarzt und Ihr niedergelassener Gastroenterologe sein. Bitte melden Sie sich bei uns mit Ihrem Überweisungsschein und relevanten Vorbefunden vom niedergelassenen Gastroenterologen per Telefon oder via Email. Wir setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung.

Ihr Team des Refluxzentrums Dresden

Sprechstunde

Donnerstag 9:00 - 14:00 Uhr
+49 (0)351 458 3200

Die Sprechstunde findet in der Poliklinik der Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie im Haus 59 satt.
Für nähere Informationen zur Anfahrt klicken Sie bitte auf den Lageplan.

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Anfahrt/Lageplan

Ansprechpartner

OA Dr. med. Christian Kirsch, Gastroenterologie der Medizinischen Klinik I
OA PD Dr. med. Daniel Stange, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Informationen zur Erkrankung und den Therapieoptionen

Reflux ist die oft verwendete medizinische Kurzform für gastroösophagealen Reflux, was Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre bedeutet. Dieses Problem haben viele Menschen bereits erlebt und kennen es unter dem Begriff Sodbrennen. Sodbrennen kommt bei den meisten Menschen nie, selten oder nur bei bestimmten Begebenheiten vor, z.B. bei Verzehr sehr fettreicher Nahrung oder Alkoholkonsum. Jedoch kann Sodbrennen auch gehäuft oder gar dauerhaft auftreten, was die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt und sogar zu schweren Schäden führen kann. Hierbei kommt es zunächst zur Reizung und später zur Entzündung der Schleimhaut der Speiseröhre (Refluxösophagitis).
In den westlichen Industrieländern sind zunehmend mehr Menschen von der Refluxkrankheit (GERD = Gastro Esophageal Reflux Disease) betroffen. Die dauerhafte Schleimhautentzündung kann durch Reparaturvorgänge zu einer Umwandlung der Schleimhaut führen. Dieser auch als Barrett-Syndrom bezeichnete Prozess erhöht das Risiko für das Auftreten einer Krebserkrankung der Speiseröhre (Ösophaguskarzinom).

Ursachen der Refluxerkrankung

  • eine natürliche Schwäche des unteren Speiseröhrenschließmuskels
  • anatomische oder organische Ursachen, wie z.B. ein Zwerchfellbruch (Hiatusthernie) oder Tumore
  • Magenentleerungsstörung
  • Übergewicht, Nikotin, Alkohol oder bestimmte Medikamente

Symptome

Sodbrennen, Aufstoßen und das Zurückdringen von festen oder flüssigen Nahrungsbestandteilen aus dem Magen in die Speiseröhre (Regurgitation) sind typische Beschwerden bei gastroösophagealer Refluxkrankheit. Sodbrennen äußert sich bei den Betroffenen häufig als brennende Schmerzen oder Druckgefühl hinter dem Brustbein und kann Minuten bis Stunden andauern. Gelangt beim sauren Aufstoßen Magensäure unbemerkt in die Atemwege kann es zum Reizhusten aber auch zur Kehlkopfentzündung mit Heiserkeit kommen.
Die Beschwerden verstärken sich meist bei körperlicher Anstrengung, bückenden Tätigkeiten, in Rückenlage und durch Stress.

Therapieoptionen

Unsere Patienten werden nach der Vorstellung in unserem Refluxzentrum nach einem strukturierten Behandlungspfad  therapiert. Alle Unklarheiten oder schwierigen Verläufe werden in unserem interdisziplinären Viszeralmedizin-Board besprochen.
Je nach Schweregrad und Krankheitszustand kommen allgemeine, medikamentöse oder operative Therapiemaßnahmen zum Einsatz.

1) Allgemeinmaßnahmen

  • Ernährungsberatung, insbesondere zu Säure-provozierenden Speisen/ Getränke, Nahrungsmengen, Essenszeiten, etc.
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • Schlafen mit hochgestelltem Kopfende des Betts

2) Medikamentöse Therapie

Zur Beseitigung der Symptome kommen in erster Linie säurehemmende Medikamente, die sogenannten Protonenpumpenblocker (PPI), zum Einsatz. Bei Vorstellung in unserem Zentrum sollte eine PPI-Therapie bereits durchgeführt worden sein und darunter weiterhin Refluxbeschwerden bestehen.

3) Operative Therapie

Alternativ zu einer dauerhaften medikamentösen Behandlung oder bei Versagen der medikamentösen Therapie kann eine Operation zur Stärkung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre erfolgen.

Wir empfehlen zwei wesentliche Verfahren, welche grundsätzlich minimal-invasiv (Schlüsselloch-Chirurgie) durchgeführt werden:

  • Fundoplikatio: Bei dieser Operation wird ein Teil des Magens wie eine Manschette spiralförmig um die Speiseröhre gelegt. Die Manschette (Fundoplikatio) wirkt wie ein Ventil und verhindert einen Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre. Wir führen bevorzugt die 270° Toupet-Fundoplikatio durch, wenden aber falls notwendig auch die Varianten nach Nissen oder Dor an. Bei Bedarf erfolgt die zusätzliche Einengung der Durchtrittstelle der Speiseröhre durch das Zwerchfell (Hiatus), ggf. auch unter Verwendung eines Kunststoffnetzes zur Gewebeverstärkung.
  • EndoStim: Bei dieser Operationsmethode werden ein Stimulator (ähnlich einem Herzschrittmacher) und zwei Elektroden an den unteren Speiseröhrenschließmuskel (Ösophagussphinkter) platziert. Der Stimulator wird im Bauchbereich unter die Haut implantiert. Der Stimulator gibt mehrmals am Tag für den Patienten nicht spürbare Impulse an die Elektroden ab. Diese Impulse stimulieren den Speiseröhrenschließmuskel und bewirken durch Training des Muskels über die Zeit eine verbesserte Säureblockade.

Wir bieten alle notwendigen Operationen bevorzugt minimal-invasiv wie auch konventionell sowie Interventionen (z. B. endoskopische Mukosaresektion, Dilatation, etc.) in unserem Klinikum an.


Im Rahmen der Therapieberatung werden Ihnen alle Therapieverfahren detailliert erläutert und gemeinsam mit Ihnen eine Entscheidung zur bestmöglichen Therapie getroffen.