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Vernetzte Unikliniken – BMBF fördert share-it! Konsortium
11. Juli 2017

Vernetzte Unikliniken – BMBF fördert share-it! Konsortium

Förderung für die Universitätskliniken Dresden, Hamburg-Eppendorf, Schleswig-Holstein und die Universitätsmedizin Greifswald.

In der Medizininformatik Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) werden Universitätskliniken gefördert, die standortübergreifend Daten aus der Patientenversorgung für die Optimierung von Diagnostik und Therapie und die medizinische Forschung nutzbar machen wollen. 28 von 33 Universitätskliniken arbeiten seit August 2016 in sieben Konsortien zusammen. Auf einer Pressekonferenz am 10. Juli 2017 lobte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka die außerordentlich gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und den deutschlandweiten Charakter der Initiative.

Nach einer internationalen Begutachtung werden alle Konsortien für die vierjährige Aufbau- und Vernetzungsphase mit insgesamt 150 Mio. Euro gefördert. Universitätskliniken und Standorte aus der Konzeptphase zu denen auch die Partner im Konsortium share-it! (Synergistic Health Data Access for Research and CarEInnovation and Translation) bestehend aus den Universitätskliniken Dresden, Hamburg-Eppendorf, Schleswig-Holstein und der Universitätsmedizin Greifswald gehören, erhalten davon bis zu 30 Mio. Euro.

„Um den großen Datenmengen gerecht zu werden, die wir täglich bewältigen müssen und produzieren, ist die Digitalisierung von enormer Bedeutung“, erklärt Prof. Dr. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. „Sie ist die Grundlage für eine bessere Diagnostik und Therapie und eine innovative Versorgungsforschung mit realen Behandlungsdaten. Wir freuen uns, dass wir weiter durch die Medizininformatik Initiative des Bundes gefördert und gefordert sind.“

Die share-it! Partner engagieren sich besonders für die angemessene Information und informierte Einwilligung der Patienten und den optimalen Schutz aller personenbezogenen Daten in unabhängigen Treuhandstellen. Weitere Schwerpunkte der Partner sind die Digitalisierung klinischer Prozesse, technische und semantische Interoperabilität, sowie die Integration von Biobanken und Abrechnungsdaten der Krankenkassen.

An den einzelnen Standorten sollen Datenintegrationszentren aufgebaut werden, die effektiv die Datennutzung am eigenen Standort und über Standortgrenzen hinweg ermöglichen. Versorgungsnahe Anwendungen (sogenannte Use Cases) im Bereich der Antibiotikatherapie und der Früherkennung von Komplikationen in der Intensivmedizin sollen den konkreten Nutzen für Patienten und Forscher zeigen.

Digitalisierung in der Medizin

Im Zuge der Digitalisierung werden mehr und mehr Forschungs- und Versorgungsdaten in digitaler Form verfügbar und bieten ein großes Potential zur Verbesserung von Forschungsmöglichkeiten und Patientenversorgung. Universitätskliniken haben hier eine besondere Verantwortung, denn sie behandeln eine Vielzahl von Patienten mit komplexen Erkrankungen. Diese erfordern zunehmend auf den individuellen Patienten zugeschnittene Diagnostiken und Behandlungen auf der Grundlage innovativer Forschung. Eine konsequente Digitalisierung der Universitätskliniken macht die vorhandenen großen Datenmengen nutzbar und schafft so die Voraussetzung für wirksamere Therapien und Spitzenforschung.

Dieses Potential wird derzeit jedoch nicht ausgeschöpft, da die Daten in einer Vielzahl von häufig nicht standardisierten klinischen Prozessen erhoben werden und dadurch in heterogenen nicht kompatiblen Datenformaten vorliegen. Daneben werden ethische und rechtliche Fragen zur Zusammenführung und Nutzung der Daten für Forschung und Patientenversorgung aktuell intensiv diskutiert.

[1] https://www.bmbf.de/de/bessere-therapien-dank-medizininformatik-4473.html


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