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Dresdner Spitzenmedizin.
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Telemedizin: Europa-Förderung für Schlaganfallpatienten Staatsekretärin Andrea Fischer (2.v.r.) übergab die Fördergelder an die drei Partner des INAN Projektes, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, die Technische Universität Dresden und die Carus Consilium Sachsen GmbH.
15. Februar 2017

Telemedizin: Europa-Förderung für Schlaganfallpatienten

EFRE-Bescheide über 590.000 Euro ermöglichen verbesserte Schlaganfallversorgung / Telemedizin-Konzept implementiert ambulante Nachsorge

Am Mittwoch, dem 15. Februar, nahmen die Partner des Telemedizin-Projektes „ Integration der ambulanten Nachsorge in das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen“ (INAN-SOS) – die Carus Consilium Sachsen GmbH, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus sowie die Technische Universität Dresden – Förderbescheide des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Freistaates Sachsen in Höhe von 590.000 Euro entgegen. Die Fördersumme wird zu gleichen Teilen unter den Partnern aufgeteilt und ermöglicht erstmals die telemedizinische Anbindung von Haus- und Fachärzten sowie weiteren Stellen der ambulanten Nachsorge an das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen (SOS-NET). Damit umfasst das SOS-NET erstmals die gesamte Schlaganfall-Versorgungskette – von der integrierten, technologisch unterstützten Akutversorgung bis zur ambulanten Nachsorge.

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für dauerhafte Invalidität im Erwachsenenalter. Im Regierungsbezirk Dresden erleiden jährlich ca. 4.500 Patienten einen Schlaganfall oder eine Durchblutungsstörung im Gehirn, die sogenannte Transitorisch Ischämische Attacke. Bereits heute zählt Sachsen durch das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen zu einem der Spitzenreiter in der akutstationären Versorgung des Schlaganfalls in Deutschland. Momentan sind allerdings weder Haus- noch Fachärzte oder weiter behandelnde Fachgruppen wie Logopäden, Pflegekräfte oder Physiotherapeuten an das telemedizinische Netzwerk angebunden. Der deshalb höhere Informations- und Dokumentationsaufwand soll künftig durch die Einbindung der Nachsorge in das SOS-NET reduziert werden.

Dies gelingt durch das interdisziplinäre Projekt „Integration der ambulanten Nachsorge in das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen“ (INAN-SOS), das in diesen Tagen in Dresden an den Start geht. Die Carus Consilium Sachsen GmbH, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus sowie der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Systementwicklung an der  Technischen Universität Dresden werden im Verbund den bereits bestehenden technisch unterstützten Betreuungspfad der Nachsorge auf den Bereich der ambulanten Schlaganfall-Nachbetreuung ausweiten und erstmals Haus- sowie Fachärzte telemedizinisch einbinden. „Die sektorenübergreifende Versorgung von Schlaganfallpatienten durch das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen gehört zu den Vorzeigeprojekten im Bereich Telemedizin im Freistaat Sachsen. Durch dieses Projekt wird es gelingen, die Nachsorge der Patienten mit Schlaganfall mittels Telemedizin weiter zu verbessern. Die Patientenrechte stehen bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen im Fokus unserer Arbeit“, erklärt Staatssekretärin Andrea Fischer vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, die am 15. Februar den Projektpartnern einen Förderbescheid in Höhe von 590.000 Euro überreichte, der gleichmäßig unter diesen aufgeteilt wird.

Das Schlaganfall Ostsachsen-Netzwerk (SOS-NET)

Das SOS-NET hat sich über den sächsischen Raum hinaus zu einer Referenz für die internet- und kommunikationsgestützte Versorgung des akuten Schlaganfalls im stationären Bereich entwickelt. Wesentliche Bestandteile sind ein integrierter Versorgungspfad (SOS-Care), der sich über die Rehabilitation bis zu einem Jahr in die Zeit der ambulanten Nachsorge erstreckt. Das technologische Fundament bildet seit Mitte 2015 die Plattform CCS-Telehealth Ostsachsen (CCS-THOS), die von der Carus Consilium Sachsen GmbH in Zusammenarbeit mit der T-Systems International GmbH gemeinsam entwickelt und von der Europäischen Union und dem Freistaat Sachsen mit EFRE-Mitteln unterstützt wurde. Im Rahmen einer durch die AOK PLUS finanzierten „besonderen Versorgung“ werden Patienten mit Hilfe dieses Pfades durch einen Case Manager nach Entlassung aus der Akutversorgung für ein Jahr weiterbetreut.

„Unter konsequenter Einbindung der bestehenden Telehealth Ostsachsen-Plattform schaffen wir eine nützliche Versorgungslösung für Patienten, die moderne Infrastrukturen nutzt und die eine Vernetzung bis in die Arztpraxen ausbaut“, so Dr. Olaf Müller, Geschäftsführer der Carus Consilium Sachsen GmbH. Auch Axel Wehmeier, Leiter Telekom Healthcare Solutions (THS), begrüßt dieses Vorhaben ausdrücklich: „Mit der Telemedizin-Plattform THOS bieten wir die Möglichkeit mit weiteren innovativen und zukunftsweisenden Lösungen die hohe Qualität der medizinischen Versorgung von Patienten zu erhalten und noch zu verbessern. Dies entspricht genau unseren Zielen.“

„Durch die Anbindung niedergelassener Ärzte an die Telemedizinplattform CCS-Telehealth Ostsachsen können Patienten zukünftig noch besser wohnortnah versorgt werden “, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden. „Insbesondere in den ländlichen Räumen wird sich die Versorgungssituation nachhaltig verbessern. Spitzenmedizin kommt ab sofort zu den Menschen und nicht umgekehrt.“ Neben dem Universitätsklinikum Dresden mit der Klinik für Neurologie, ist die TU Dresden mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Systementwicklung wichtiger Partner des Projekts: "Mit dem Projekt INAN-SOS zur integrierten Schlaganfallversorgung leistet Sachsen einen weiteren Beitrag zur Digitalisierung des Gesundheitswesens und entwickelt sich mehr und mehr zum Treiber der digitalen Transformation in Deutschland. Damit erschließt sich Sachsen weiter einen Zukunftsmarkt", erklärt Lehrstuhlinhaber Prof. Werner Esswein. Auf dem Gebiet der transsektoralen und interprofessionellen Vernetzung im Gesundheitswesen ergänzt die Carus Consilium Sachsen GmbH den Verbund. Ambitioniertes Ziel des Verbundvorhabens ist eine technologisch gestützte und qualitätsgesicherte Versorgungskette vom Schlaganfall bis in die Nachsorgephase. Dazu soll eine strukturierte, intersektorale Schlaganfallbehandlung die Schnittstelle zwischen stationärer Therapie, Rehabilitation und ambulanter Weiterversorgung optimieren und im weiteren Verlauf die langfristige Therapie-Treue entsprechend der Leitlinien gewährleisten.

Foto
V.l.n.r.: Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden; Dr. Jessica Barlinn, Klinik für Neurologie am Uniklinikum Dresden; Dr. Olaf Müller, Geschäftsführer Carus Consilium Sachsen GmbH; Staatssekretärin Andrea Fischer, Sächsisches Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz und Prof. Werner Esswein, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Systemintegration der Technischen Universität Dresden.

Kontakte
Carus Consilium Sachsen GmbH
Geschäftsführer
Dr. Olaf Müller
Tel.: 0351 458 5040
E-Mail: olaf.mueller@carusconsilium.de
www.carusconsilium.de


Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Neurologie
Dr. Jessica Barlinn
Tel.: 0351 458 3565
E-Mail:
www.uniklinikum-dresden.de


Technische Universität Dresden
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Systemintegration
Prof. Dr. Werner Esswein
Tel.: 0351 463 32354
E-Mail: werner.esswein@tu-dresden.de
www.tu-dresden.de

Ansprechpartner
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden, Anstalt des öffentlichen Rechts +49 (0) 351 458 - 0 +49 (0) 351 458 - 4340 E-Mail