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Lebensretter gesucht - auf dem Eis, in Schulen und Einkaufszentren
14. September 2017

Lebensretter gesucht - auf dem Eis, in Schulen und Einkaufszentren

Sonnabend startet „Woche der Wiederbelebung“ / Dresdner Eislöwen unterstützen Kampagne zu Erste-Hilfe-Maßnahmen / Interessierte können Herzdruckmassage trainieren

Mit einer ganztägigen Aktion in der Centrum Galerie Dresden fällt am Sonnabend (16. September) der Startschuss zur jährlichen Ausgabe der „Woche der Wiederbelebung“. Einen Tag später folgt bereits der Höhepunkt: Ab 17 Uhr sind die Lebensretter zu Gast beim Saisonauftakt der Dresdner Eislöwen. In der Energie Verbund Arena haben die Fans vor dem Spiel und während der Pausen die Gelegenheit, sich zu informieren und die einfachen Maßnahmen der Herzdruckmassage zu trainieren. Das zentrale Thema ist auch in diesem Jahr wieder, den Menschen die Angst zu nehmen, Erste Hilfe im Notfall zu leisten. Dazu finden im Rahmen der Dresdner „Woche der Wiederbelebung“ zwei Aktionstage statt, an denen sich alle Interessierten, über die Herzdruckmassage informieren und das Gelernte an Simulationspuppen ausprobieren können. Neben der Auftaktveranstaltung in der Centrum Galerie gibt es am 23. September einen zweiten Aktionstag im Elbepark. Initiatoren der Aktionswoche sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, die Landeshauptstadt Dresden, der ASB Regionalverband Dresden e.V, DRK Kreisverband Dresden e.V., Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Dresden sowie die Arbeitsgemeinschaft für Erste Hilfe und Notfallkunde der Medizinstudenten e.V.

Ein besonderer Fokus liebt bei den sonnabendlichen Aktionstagen auf den Eltern kleinerer Kinder: Sie haben in beiden Einkaufszentren die Gelegenheit, sich über die Herzdruckmassage von Babys sowie Kindern zu informieren und an Simulationspuppen auszuprobieren. Ein weiterer Schwerpunkt der „Woche der Wiederbelebung“ ist es, Schülern ab der 7. Klasse die Grundprinzipien der Wiederbelebung nahezubringen. Dazu kommen alle Partner der Initiative am 19. und 20. September in vier Dresdner Schulen. Den Auftakt der „Woche der Wiederbelebung“ bildet am Sonnabend (16. September) der Kinderreanimationstag in der Centrum Galerie Dresden. Von 10 bis 18 Uhr können Kinder und ihre Eltern, aber auch alle Interessierten erleben, dass jeder ein Lebensretter sein kann. In diesem Rahmen lernen die Erwachsenen alles über lebensrettende Maßnahmen, während der Nachwuchs im Kindergartenalter an unterschiedlichen Stationen mit Spiel und Spaß Notfallsituationen unter anderem mit ihren mitgebrachten Kuscheltieren meistern können. Wenn alle Stationen absolviert wurden, erhalten sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen eine kleine Überraschung. Dasselbe Angebot gibt es dann am Sonnabend, dem 23. September von 10 bis 18 Uhr im Elbepark Dresden. An diesem Tag wird ebenfalls die Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege des Freistaates Sachsen e.V. vor Ort sein. So können die Kinder neben dem Erlernen der einfachen Ersthilfemaßnahmen Interessantes über die richtige Mundhygiene erfahren.

Absolutes Highlight der „Woche der Wiederbelebung“ ist am Sonntag, dem 17. September, der Aktionstag in der Energie Verbund Arena. Anlass ist das an diesem Abend stattfindende erste Heimspiel der Dresdner Eislöwen in der Saison 2017/2018. Ab 17 Uhr können Eishockeyfans im Rahmen der Partie gegen den ESV Kaufbeuren an mehreren Infoständen selbst Hand anlegen und an Übungspuppen die einfachen Wiederbelebungsmaßnahmen erlernen. In einer Spielpause wird die Herzdruckmassage dann live auf dem Eis gezeigt. Zwischendurch läuft auf dem Großbildschirm der im vergangenen Jahr gedrehte Spot zur „Woche der Wiederbelebung“, in dem Olaf Schubert die Hauptrolle spielt. Beim Eislöwen-Heimspiel können Interessierte mit Ärzten der Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie sowie mit Instruktoren des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter-Unfall-Hilfe und der Arbeitsgemeinschaft Erste-Hilfe und Notfallkunde für Medizinstudierende die Herzdruckmassage üben.

„Im Sport geht ohne Teamgeist gar nichts. Doch noch wichtiger ist es, immer dann für Andere einzustehen, wenn es um Leben und Tod geht. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, bei der ‚Woche der Wiederbelebung‘ mitzumachen.  So bekommen unsere Fans die Chance, im Notfall beherzt und richtig zu handeln“, sagt Eislöwen-Trainer Franz Steer. „Auch wenn sich niemand wünscht, in eine Notsituation zu kommen, sollte man immer dafür gewappnet sein. Wegschauen geht gar nicht – das gilt für uns Profis auf dem Eis genauso wie im Alltag“, erklärt Neuzugang Thomas Pielmeier die Motivation der Spieler, diese Aktion am ersten Heimspieltag zu unterstützen.

In der Woche nach den beiden Aktionstagen machen die Initiatoren der Dresdner „Woche der Wiederbelebung“ in insgesamt vier Schulen Station. Den Auftakt bildet am Dienstag (19. September) eine Schulung am Gymnasium Süd-West. Am darauf folgenden Tag sind die Lebensretter von Rettungsdiensten, der Landeshauptstadt Dresden und dem Uniklinikum vor Ort  in der 25. Oberschule, der Freien Montessorischule Huckepack und im Gymnasium Bürgerwiese. Die Schülerinnen und Schülern lernen und trainieren dann in kleinen Gruppen an Übungspuppen die einfachen lebensrettenden Maßnahmen.

„Prüfen. Rufen. Drücken!“ – Mit drei simplen Regeln Lebensretter sein Im Ernstfall beherzt zu handeln, tut in Deutschland Not: Während in nordeuropäischen Ländern etwa 70 Prozent aller Erwachsenen bei Herzstillstand zu Lebensrettern werden, sind es hierzulande etwas mehr als 30 Prozent. Dabei kann es jeden treffen – als Helfer oder Betroffenen: Plötzlich bricht ein Mensch zusammen – Passanten bleiben erschreckt stehen. Einige von Ihnen wissen zwar noch ungefähr was zu tun ist. Aber die Angst, etwas falsch zu machen und auch der Ekel vor einer möglichen Mund-zu-Mund-Beatmung lässt sie zaudern. Wertvolle Minuten vergehen. Selbst die kurze Zeit, die professionelle Ersthelfer brauchen, um an den Ort des Geschehens zu kommen, ist zu lang: Bereits drei Minuten nach einem Herzstillstand treten aufgrund des Sauerstoffmangels unwiderrufliche Schäden im Gehirn auf.

„Mit einer einfachen Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff aus der Lunge im Blut zirkulieren und so bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Überlebenswahrscheinlichkeit entscheidend erhöhen“, erklärt Prof. Thea Koch, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Dresdner Uniklinikums. Dazu müssen lediglich drei simple Regeln beherzigt werden: „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die bewusstlose Person noch atmet. Dann unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Und schließlich fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. „Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich rund 10.000 Menschenleben gerettet werden“, berichtet Prof. Thea Koch.

Auf den Weg gebracht wurden die zahlreichen Veranstaltungen der „Woche der Wiederbelebung“ durch den persönlichen Einsatz der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Dresdner Uniklinikums sowie deren Partner. –Ohne die rund 35 Instruktoren, die den Menschen in der Centrum Galerie, der Energie Verbund Arena, den vier Dresdner Schulen und dem Elbepark das schnelle und richtige Erkennen eines Herzstillstands sowie die Maßnahmen zur Wiederbelebung nahebringen, würde die Aktionswoche wirkungslos bleiben.

Bildtext
Im Rahmen der gestrigen Pressekonferenz zum Saisonauftakt der Dresdner Eislöwen stellt Prof. Thea Koch, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Dresdner Uniklinikums, die Aktivitäten der diesjährigen „Woche der Wiederbelebung“ vor. Sie nutze die Gelegenheit, das Wissen um die Herzdruckmassagen bei Neuzugang Thomas Pielmeier aufzufrischen. Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer

Weitere Informationen
www.idrl.de
www.dresden.de/lebensretter
www.einlebenretten.de/handeln.html

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Direktorin: Prof. Dr. med. Thea Koch
Tel. 0351/ 4 58 4110
E-Mail: Thea.Koch@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/anae