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Lassen sich mit Stammzellen Komplikationen einer zu frühen Geburt vermeiden?Prof. Mario Rüdiger, Leiter des Fachbereichs für Ne­onatologie und Pädiatrische Intensivmedizin der Klinik für Kinder- und Jugendme­dizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und Organisator des Symposiums. Foto: Thomas Albrecht / Uniklinikum Dresden
08. März 2018

Lassen sich mit Stammzellen Komplikationen einer zu frühen Geburt vermeiden?

Experten aus aller Welt treffen sich am 8. und 9. März zum „9th Dresden Symposium“ und diskutieren über aktuelle Entwicklungen in der Neugeborenenmedizin

Bereits zum neunten Mal lädt der Fachbereich Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin der Klinik für Kinder- und Jugendme­dizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Europas führende Neonatologen nach Dresden ein, um an zwei Tagen die ak­tuellsten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Asphyxie, Stammzellthe­rapie und Erstversorgung zu diskutieren. Internationale Experten, unter anderem aus Südkorea und den USA präsentieren neueste Forschungsergebnisse und diskutieren mit den Teilnehmern die Konsequenzen für die tägliche Arbeit.

„Mit dieser Veranstaltung positionieren wir den Standort Dresden auf in­ternationaler Ebene in der vordersten Reihe der neonatologischen Ein­richtungen“, sagt Prof. Mario Rüdiger, Leiter des Fachbereiches für Ne­onatologie und Pädiatrische Intensivmedizin und Organisator des Symposiums. Neben der klinischen Relevanz der Veranstaltung werden auch die drei wichtigen Forschungsschwerpunkte des Fachbereiches – Sauerstoffmangel unter der Geburt (Asphyxie), Erstversorgung sowie Stammzelltherapie – durch einen intensiven Austausch der Wissenschaftler gestärkt. „Die Neonatologie ist ein Profilschwerpunkt der Hochschulmedizin Dresden. Mit der hier gelebten engen Verzahnung von Maximalversorgung und patientennaher Forschung – ein Beispiel dafür ist der therapeutische Einsatz von Stammzellen – fügt sich der Bereich nahtlos in unseren Anspruch einer innovativen Hochschulmedizin mit Leuchtturmeffekt ein“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums.

Die Tradition des „Dresden Symposium“ entstand 2009 mit einer Einla­dung an ein internationales Forschungskonsortium, das eine aktualisierte Version des so genannten Apgar-Scores in einer multizentrischen Studie untersuchte. Mit diesem Score wird bei jedem Neugeborenen der Zustand in den ersten zehn Lebensminuten beschrieben. Gemeinsam mit den in­ternationalen Referenten konnten die Dresdner Wissenschaftler 2009 die aktuellsten Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Erstversorgung extrem unreifer Frühgeborener und deren Relevanz für die klinische Rou­tine herausstellen. Die große Resonanz gipfelte darin, dass das Treffen um einen Tag und um zusätzliche Themen der Frühgeborenenmedizin erweitert wurde.

2018 präsentieren internationale Referenten – sie kommen unter anderem aus Südkorea beziehungsweise den USA – auf dem Dresdner Symposium die aktuellsten Forschungsergebnisse und diskutieren gemeinsam mit den rund 200 überwiegend europäischen Neonatologen, die Konsequenzen für die klinische Praxis, die sich aus diesen Ergebnissen ergeben. „Mit gro­ßem Interesse erwarten wir die Präsentation aus Philadelphia“, so Prof. Rüdiger. „Die Kollegen haben eine Möglichkeit entwickelt, einen Schafs­fetus in einer künstlichen Gebärmutter außerhalb des Mutterleibes auf­wachsen zu lassen.“ Auch Themen die näher an der klinischen Einführung sind, wie die Gabe von Mesenchymalen Stammzellen zur Vermeidung von Komplikationen der Folgen einer zu frühen Geburt oder die Erstversor­gung Frühgeborener ohne dass die Nabelschnur von der Mutter getrennt wurde, werden mit Spannung erwartet.

Neben diesen thematischen Schwerpunkten zeichnet sich die Veranstal­tung durch innovative Formate aus. Gemeinsam mit der European Colla­boration for Neonatal Resuscitation (ESCNR) erhalten junge Nachwuchs­wissenschaftler die Möglichkeit, ihre Ergebnisse zu präsentieren und den „ESCNR Young Investigator Price“ zu gewinnen. Darüber hinaus wird es eine „DR-Videosession“ geben, in der Teilnehmer ihr Vorgehen bei der Erstversorgung von extrem unreifen Frühgeborenen in Form von Videos präsentieren und zur Diskussion stellen. Letztlich haben in den vergange­nen Jahren auch Teilnehmer unter anderem aus Südamerika und Asien, für die der Weg nach Dresden zu weit gewesen wäre, die Möglichkeit ei­ner Liveübertragung genutzt und die Vorträge beziehungsweise Diskussi­onen am heimischen Computer verfolgt. Auch in diesem Jahr stößt diese Möglichkeit auf großes Interesse.

Während das erste Symposium das Ergebnis einer bereits laufenden klinischen Studie war, wird auf dem „9th Dresden Symposium“ die Grundlage für eine große internationale Studie zur Therapie mit Mesenchymalen Stammzellen (MSC) gelegt. Für die sehr aufwändige Vorbereitung eines EU-Antrages, der in den kommenden Tagen in Dresden diskutiert wird, hat der Fachbereich eine finanzielle Unterstützung durch das Sächsische Wirtschaftsministerium erhalten: Das Ministerium fördert die internationale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet mit 60.000 Euro. Damit haben die Dresdner Wissenschaftler die Möglichkeit, im Rahmen der „Horizon 2020“-Ausschreibung für Forschung und Innovation der Europäischen Union, einen Projektantrag für Sachsen zu stellen. Einen Teil dieser Förderung wird genutzt, um die internationale Zusammenarbeit mit namhaften Wissenschaftlern für den Antrag zu stärken. Im Rahmen des „9th Dresden Symposium“ wird es einen Workshop mit Experten in Vorbereitung auf die Antragstellung geben.

Kontakte für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Neonatologie & Pädiatrische Intensivmedizin
Leiter: Prof. Dr. Mario Rüdiger
Tel.: 0351/ 4 58 3640
E-Mail: mario.ruediger@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/kik
www.neonatal-research-dresden.de