Benutzerspezifische Werkzeuge

Hausärzte für Sachsen: Carus Consilium erleichtert Ausbildung zum FacharztJeannine Schübel absolvierte die Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin im CCS-Verbund und trat am 1. März ihre erste Stelle als Hausärztin an.
01. März 2016

Hausärzte für Sachsen: Carus Consilium erleichtert Ausbildung zum Facharzt

Erste Medizinerin im CCS-Weiterbildungsverbund zur Fachärztin für Allgemeinmedizin qualifiziert / Angebot erleichtert fundierte Hausarztausbildung in Sachsen

Mit dem Weiterbildungsverbund der Gesundheitsregion Carus Consilium Sachsen haben das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden sowie 16 ambulante und stationäre Partner eine Initiative etabliert, um jungen Medizinern die Qualifizierung zu Fachärzten der Allgemeinmedizin zu erleichtern und so dem Hausärztemangel in Sachsen zu begegnen. Sechs Jahre nach dem Start dieses Weiterbildungsverbunds hat nun die erste Nachwuchsmedizinerin ihre gesamte Facharztausbildung in diesem Rahmen absolviert: Jeaninne Schübel konnte im Januar ihre Weiterbildung erfolgreich abschließen und tritt nun am heutigen 1. März ihre erste Stelle an. Durch die Unterstützung des Verbundes werden angehende Fachärzte bei der Suche nach ihren Weiterbildungsstationen entlastet, so dass diese nahtlos, unbürokratisch und schnell ihre Facharztausbildung absolvieren können. Derzeit betreut der Verbund 28 Nachwuchsmediziner bei ihrer Qualifizierung zu Fachärzten der Allgemeinmedizin. Neben Stationen in Hausarztpraxen helfen die Nähe zum Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden dabei, die angehenden Fachärzte auch aktiv in die allgemeinmedizinische Lehre und Forschung einzubinden.

Am 1. März 2016 beginnt für Jeannine Schübel ein neuer Lebensabschnitt. Nach sechs Jahren im Weiterbildungsverbund der Gesundheitsregion CCS hat sie – unterbrochen von zwei „Babypausen“ – ihre Qualifizierung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin erlangt und tritt Ihre erste Stelle als Hausärztin an. Ihre Weiterbildung im Verbund hat sie in guter Erinnerung: „Der organisierte Rotationsplan und ein Arbeitsvertrag über die gesamte Weiterbildungszeit hinweg haben mir eine vielseitige Ausbildung ermöglicht, die ich nahtlos absolvieren konnte und auch mit meinen zwei Kindern vereinbar war.“ Ausschlaggebend für ihre Entscheidung, sich zur Fachärztin weiterbilden zu lassen, war für Jeannine Schübel vor allem die Nähe zum Patienten, die mit der Profession des Hausarztes einhergeht. Zudem bieten sich Allgemeinmedizinern im Freistaat glänzende Perspektiven. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen sind in den Direktionsbezirken Chemnitz, Dresden und Leipzig aktuell drei hausärztlich tätige Praxen ausgeschrieben und weitere 81 abzugeben. Erschwerend für eine Nachbesetzung kommt  hinzu, dass das Durchschnittsalter der aktiven Hausärzte bereits bei 53,5 Jahren liegt (2014) und in den nächsten Jahren eine hohe Anzahl weiterer Praxen  einen Nachfolger suchen werden.

Der erste Weiterbildungsverbund in der Gesundheitsregion CCS stellt sich seit mehr als fünf Jahren der Herausforderung, qualifizierten hausärztlichen Nachwuchs für den Freistaat zu gewinnen, um einen zukünftigen Engpass zu verhindern. Die herausragende Initiative nahm im Dezember 2010 ihre Arbeit auf, um die Facharztweiterbildung zukünftiger Hausärzte zu koordinieren. Durch das CCS und den Bereich Allgemeinmedizin der Medizinischen Klinik III des Universitätsklinikums werden die teilnehmenden Ärzte mit zugeschnittenen Rotationsplänen und individuellen Arbeitsmöglichkeiten wie beispielsweise Einstiegen nach der Elternzeit oder anderen Teilzeitmodellen unterstützt. Mittlerweile sind neben dem Universitätsklinikum Dresden 16 ambulante und stationäre Verbundpartner, insbesondere aus ländlichen Regionen, an der Weiterbildung beteiligt. Einblicke in verschiedene hausärztliche Tätigkeitsfelder und die Arbeit in Praxen und Kliniken können dadurch auch außerhalb Dresdens ermöglicht werden. Seit 2010 waren insgesamt 30 Ärztinnen und Ärzte im Verbund beschäftigt, von denen mittlerweile zwei ihre Weiterbildung abgeschlossen haben.

Dabei unterstützt das Projekt auch aktiv die entstehenden Weiterbildungsverbünde in den sächsischen Regionen Chemnitz, Aue-Schwarzenberg und Löbau-Zittau. Regionale Weiterbildungsverbünde stellen sich bundesweit der Herausforderung, die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin gemäß dem Konzept „Verbundweiterbildung plus“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin attraktiver und qualitativ hochwertiger zu gestalten. Das Ziel besteht darin, interessierte und motivierte Medizinstudierende für die Weiterbildung und spätere Arbeit als Hausarzt zu begeistern. Ohne Unterstützung eines Verbundes müssen sich junge Ärztinnen und Ärzte selbstständig um die Organisation der einzelnen Weiterbildungsabschnitte und entsprechenden Arbeitsverträge kümmern, was bisher zu längeren Weiterbildungszeiten führte.

Um eine hohe Qualität der Weiterbildung abzusichern, werden die weiterbildenden Mediziner des Verbundes regelmäßig in „Train-the-Trainer“-Seminaren geschult, um ihre didaktischen und fachlich-inhaltlichen Fertigkeiten zu optimieren. Diese Kurse werden in enger Kooperation mit der Sächsischen Landesärztekammer (SLÄK) und der Sächsischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM) angeboten. Erfahrene Mentoren stehen den Ärzten in Weiterbildung als Ansprechpartner auch über fachliche Fragen hinaus zur Verfügung. Zudem erhalten die angehenden Allgemeinmediziner regelmäßig die Möglichkeit an fachlichen Seminaren teilzunehmen, die ebenfalls gemeinsam mit der SLÄK und der SGAM organisiert und gestaltet werden. Das Konzept ist damit ein erfolgversprechender Lösungsansatz, um hausärztlichen Nachwuchs auch im ländlichen Raum des Freistaats zu gewinnen.

Über die Gesundheitsregion Carus Consilium Sachsen
Die Gesundheitsregion Carus Consilium Sachsen verbindet inzwischen mehr als 600 Partner aus rund 200 Institutionen der Bereiche Forschung, Krankenversorgung, Gesundheitsvorsorge, Patientenvertretung, Wirtschaft und Politik. Die enge Zusammenarbeit mit allen Netzwerkpartnern und der Landesregierung Sachsen ist die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Arbeit der CCS. Die Koordination liegt bei der gleichnamigen Managementgesellschaft Carus Consilium Sachsen GmbH, einem Tochterunternehmen des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus an der TU Dresden.

Kontakte für Journalisten
Carus Consilium Sachsen GmbH
Sophia Mittelstädt
Telefon 0351 / 458 15040
E-Mail: sophia.mittelstaedt@carusconsilium.de
www.carusconsilium.de

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Medizinische Klinik III, Bereich Allgemeinmedizin
Dipl.-Psych. Axel Bartels

Tel.: 0351 / 458-18974

E-Mail:
www.uniklinikum-dresden.de