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Erhöhte Patientensicherheit durch regelmäßige ReanimationstrainingsÄrzte aus der Universitätsklinikum Dresden trainieren am „World Restart a Heart Day“ die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Foto: UKD/Annechristin Bonß
16. Oktober 2018

Erhöhte Patientensicherheit durch regelmäßige Reanimationstrainings

Wenn das Herz still steht und der Kreislauf versagt, dann geht es um Sekunden. Ersthelfer sowie medizinisches und pflegerisches Personal müssen die Symptome erkennen und richtig handeln. Dieses Anliegen soll am heute (16. Oktober) stattfindenden internationalen „World Restart a Heart Day“ transportiert und beworben werden. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden beteiligt sich hierbei mit zusätzlichen Reanimationstrainings für sein pflegerisches und ärztliches Personal. Regelmäßige Kurse und Trainings sind bereits seit 2002 Teil des innerklinischen Notfallmanagements am Uniklinikum. „Die Investition in die Mitarbeiterschulungen sowie alle Anstrengungen der Implementierung und der Qualifizierung des medizinischen Einsatzteams haben sich gelohnt“, sagt Prof. Thea Koch, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Uniklinikum Dresden. Das regelmäßige Training zeigt Erfolg: Am Uniklinikum liegt die Rate der erfolgreich vorgenommenen Reanimationen um 20 Prozent über dem Durchschnittswert aller 150 am Deutschen Reanimationsregister teilnehmenden Kliniken.

Seit Gründung des Interdisziplinären Simulatorzentrums Medizin Dresden (ISIMED) im Jahr 2002 sind regelmäßige Kurse und Trainings fester Bestandteil des innerklinischen Notfallmanagements am Uniklinikum. Neben den Reanima­tionstrainings werden international zertifizierte Kurse zur Schwerverletztenversorgung, Notfallmanagement und Kinderreanimation sowie Simulatortrainings und Intensivtransportkurse angeboten. „Ziel ist, dass die Teilnehmer ein sicheres Handeln in kritischen Situationen und die Zusammenarbeit im interdisziplinären Team sowohl innerhalb der verschiedenen Berufsgruppen als auch Fachrichtungen trainieren“, sagt Dr. Katrin Fritzsche, Leiterin des ISIMED. Um den Herzkreislaufstillstand eines Patienten zu vermeiden, sind das frühzeitige Erkennen des kritischen Zustandes, die umgehende Alarmierung des medizinischen Notfall­teams (MET) sowie die Einleitung von lebenswichtigen Sofortmaßnahmen essentiell. Sobald das Einsatzteam bestehend aus einem Arzt (Anästhesist, Internist oder Pädiater) und einer Pflegekraft (Intensiv- oder Anästhesiefachkraft) am Notfallort eintrifft, übernimmt es die Koordination der weiteren notfallmedizinischen Versorgung. Damit dieser Ablauf bei einer Notfallsituation sofort umgesetzt werden kann, ist es wichtig, dass alle an der Patientenversorgung beteiligten Mitarbeiter einmal pro Jahr ein Reanimationstraining besuchen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung üben die Mitarbeiter in realistischer Arbeitsumgebung an modernsten Patientensimulatoren unter der Anleitung von speziell geschulten Instruktoren. Im vergangenen Jahr nahmen daran über 300 Ärzte sowie 1.700 Pflegekräfte, Studenten im Praktischen Jahr, Auszubildende, wissenschaftliche Mitarbeiter, Therapeuten sowie Mitarbeiter aus dem Patiententransport teil.

Das regelmäßige Training zeigt Erfolg: Am Uniklinikum werden 20 Prozent mehr Reanimationen erfolgreich ausgeführt als der Durchschnitt aller 150 am Deutschen Reanimationsregister teilnehmenden Kliniken. Im Jahr 2017 erzielte das Universitätsklinikum Dresden nach Auswertung der Daten aus dem Reanimationsregister mit 38,7 Prozent die höchste 30-Tage-Überlebensrate von Patienten nach einem innerklinischen Kreislaufstillstand und belegte damit den ersten Platz in den Kategorien „Überlebensrate nach 24 Stunden“ und „Überlebensrate nach 30 Tagen“ – trotz einer im Vergleich mit anderen deutschen Krankenhäusern höheren Erkrankungsschwere und eines höheren Durchschnittsalters der Patienten. Dank des funktionierenden innerklinischen Notfallmanagements kommt es am Dresdner Uniklinikum pro 1.000 eingewiesenen Patienten in nur 1,1 Fällen zu einem Kreislaufstillstand. Der Mittelwert aller am Deutschen Reanimationsregister beteiligten Krankenhäuser liegt hingegen bei 1,8 Fällen pro 1.000 Patienten. In 97 Prozent der Fälle begann das Stationspersonal bereits vor Eintreffen des Notfallteams mit den Erstmaßnahmen der Reanimation.

Beides spricht für das frühzeitige, schnelle Eingreifen der Mitarbeiter vor Ort. „Die sinkende Zahl innerklinischer Reanimationen im Laufe der Jahre bestätigt uns, auch weiterhin unsere Initiativen zur optimalen Patientensicherheit zu unterstützen“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. „Dazu gehören das innerklinische Notfallteam, aber auch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken.“

World Restart a Heart Day”
Der „World Restart a Heart Day“ findet weltweit am 16. Oktober statt. Initiator ist das International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR). Mit Aktionen in Kliniken, medizinischen Einrichtungen und im Rettungsdienst soll weltweit das Bewusstsein für die Bedeutung außerklinischer Herzkreislaufstillstände sowie die Notwendigkeit eines regelmäßigen Trainings gestärkt werden. Um die Bedeutung der Reanimation auch innerhalb der Klinik den Mitarbeiter erneut bewusst zu machen, finden an diesem Tag zwei offene Reanimationstrainings für pflegerisches und ärztliches Personal im ISIMED statt.
Zudem hat sich die Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie im September an der Woche der Wiederbelebung beteiligt. An zwei Sonnabenden wurden am Dr.-Külz-Ring sowie im Elbepark Dresden Übungen der Reanimationsmaßnahmen an Erwachsenen- und Kinderpuppen demonstriert. Außerdem warben sie im VIP-Bereich des Rudolf-Harbig-Stadions sowie auf dem Rasen während der Halbzeit für ihr Anliegen.

Deutsches Reanimationsregister
Das Deutsche Reanimationsregister (www.reanimationsregister.de) ist ein wichtiges Instrument für das Qualitätsmanagement präklinischer und innerklinischer Reanimationen in Deutschland. Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit und ermöglicht seinen Mitgliedern, sich anhand eines Ergebnisbenchmarks mit anderen Institutionen zu vergleichen. Das Deutsche Reanimationsregister wird von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) betrieben. Derzeit beteiligen sich knapp 250 Institutionen an diesem Register.

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Interdisziplinäres Simulatorzentrum Medizin Dresden (ISIMED)
Leiterin: Dr. med. Katrin Fritzsche
Tel.: 0351 458 4642
E-Mail:
www.uniklinikum-dresden.de/anae
www.isimed.info