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Dresdner Kliniken machen sich für Schlaganfallprävention stark
24. Mai 2016

Dresdner Kliniken machen sich für Schlaganfallprävention stark

Infobus der „Herzenssache Schlaganfall“ steht am 26. Mai auf Dresdner Altmarkt / Zusammenhang von Diabetes und Schlaganfall steht im Mittelpunkt der 2016-er Kampagne

Gesundheitsrisiken kennen, Symptome deuten, schnell reagieren – Aufklärung über den Schlaganfall und seine Erkennungszeichen kann Leben retten. Aus diesem Grund haben sich auch in diesem Jahr das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, die beiden Standorte des Städtischen Klinikums Dresden sowie die Orthopädie- und Rehatechnik Dresden GmbH zusammengeschlossen. Gemeinsam machen sie sich in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion für die Schlaganfallprävention stark: am Donnerstag, dem 26. Mai, steht der signalrote Londoner Doppeldeckerbus der „Herzenssache Schlaganfall“ von 10 bis 15 Uhr auf dem Dresdner Altmarkt. Im britischen Doppeldecker stehen Fachärzte, Experten aus der Pflege sowie der Rehabilitation und sogenannte Schlaganfall- Lotsen für direkte Gespräche zur Verfügung. Dabei können offene Fragen geklärt und das persönliche Schlaganfall-Risiko getestet werden. Auch Vertreter von Selbsthilfegruppen sind vor Ort, die einen Tag später zum gemeinsamen Sommerfest einladen.

Schlaganfall und Diabetes: Zwei tödliche Gefahren, über deren Risikofaktoren viele Menschen kaum etwas wissen. Dabei erleiden jedes Jahr mehr als 270.000 Deutsche einen Schlaganfall. Zwischen 50 bis 70 Prozent dieser Hirninfarkte ließen sich durch gezielte Vorsorgemaßnahmen und die Förderung einer gesunden Lebensweise verhindern. Auch von der Volkskrankheit Diabetes mellitus sind viele Menschen betroffen: Bei etwa sieben bis acht Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland ist eine sogenannte Typ-2-Diabetes diagnostiziert worden. Inklusive einer Dunkelziffer von etwa zwei Millionen Menschen wird die Anzahl der Betroffenen auf 7,6 Millionen geschätzt. Deutschland gehört somit weltweit zu den zehn Ländern mit der höchsten absoluten Anzahl an Menschen mit Diabetes mellitus. Besonders verheerend ist die Tatsache, dass Diabetes ein klassischer Risikofaktor für den Schlaganfall ist: Etwa jeder fünfte Schlaganfall-Patient ist Diabetiker. Erleiden sie einen Schlaganfall, haben sie laut einer aktuellen Studie eine um bis zu zwölf Jahre verkürzte Lebenserwartung. Ohne ausreichende Vorsorge und Aufklärung über die Risikofaktoren können beide Krankheiten zu immer mehr Todesfällen führen. Die Initiatoren und Partner der Kampagne „Herzenssache Lebenszeit“ setzen deshalb genau hier an: Ziel ist es, den Informationsstand über Ursachen, Risikofaktoren und Vorsorgeoptionen in der Bevölkerung zu Schlaganfall und Diabetes deutlich zu verbessern, um so die Zahl der Neuerkrankungen zu reduzieren. Dafür tourt der signalrote Infobus in diesem Jahr erneut durch Deutschland. Mehr als 120 Städte werden innerhalb von sechs Monaten angefahren.

Schlaganfall- und Diabetes-Experten machen mobil
Initiatoren des Projektes sind die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (SDSH), die Deutsche Herzstiftung (DHS), die Stiftung „Der herzkranke Diabetiker“ (DHD), die Deutsche Stiftung für chronisch Kranke (DSCK), der Dachverband diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe (DDH), die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M), der Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe (VDBD), die Deutsche Diabetes Stiftung (DDS), die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK), die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) sowie die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG).

Risikofaktoren des Schlaganfalls: Diabetes und Vorhofflimmern
Ein klassischer Risikofaktor für einen Hirninfarkt ist Diabetes. Schon jüngere Typ-2-Diabetiker haben ein 4,7-fach höheres Schlaganfallrisiko als die Gesamtbevölkerung. Bei Frauen steigt das Risiko sogar auf das 8,2-fache. Der Grund: Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen langfristig die Blutgefäße und fördern die Gerinnselbildung in den Gefäßen. Der Gefäßverschluss kann sich unter anderem in den Herzkranzgefäßen ereignen, was zu einem Herzinfarkt führt. Häufig betrifft er aber auch die Gefäße, die das Gehirn versorgen, in diesem Fall kommt es zu einem Schlaganfall. Generell ist bei Diabetes das Schlaganfallrisiko zwei- bis viermal erhöht. Mindestens 20 Prozent aller Schlaganfallpatienten in Deutschland sind zuckerkrank.

Ein weiterer zentraler Risikofaktor für einen Schlaganfall ist das Vorhofflimmern, eine häufig zu spät diagnostizierte Herzrhythmusstörung. Allein in Deutschland sind rund 1,8 Millionen Menschen davon betroffen. Vorhofflimmern bringt das Herz aus seinem gewohnten Takt. Der regelmäßige Blutfluss wird gestört – Blut kann sich in den Vorhöfen stauen, verklumpen und Gerinnsel bilden. Problematisch wird es, wenn sich eines dieser Gerinnsel löst und über die Blutbahn ins Gehirn wandert. Hier droht der Verschluss von Gefäßen, was zu einem Schlaganfall führt – oft mit schweren Folgen. Patienten mit Vorhofflimmern können ihr deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko durch eine gesunde Lebensweise und mit Hilfe von oralen Blutgerinnungshemmern senken – vorausgesetzt sie wissen von Ihrer Erkrankung.

Wichtig ist der Gedanke, aktiv gegen die Risikofaktoren anzugehen, auch für die Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben. Sie erhalten am Aktionstag auf dem Altmarkt Hinweise, wie sich das Risiko eines erneuten Hirninfarkts senken lässt. Deshalb sind auch die beiden „Schlaganfall-Lotsen“ des Dresdner Uniklinikums, Heike Urban und Uwe Helbig, vor Ort. Als Case Manager betreuen sie in Dresden und zukünftig mit weiteren Kollegen in ganz Ostsachsen Patienten, die nach einem akuten Schlaganfall aus dem Krankenhaus entlassen worden sind. Mit diesem deutschlandweit ersten Projekt „SOS Care – Hilfe nach Schlaganfall“ setzt das seit mehreren Jahren erfolgreich arbeitende, vom Dresdner Uniklinikum maßgeblich initiierte Netzwerk „SOS-NET“ seine Arbeit fort. Beteiligt sind 14 ostsächsische Krankenhäuser mit 17 Standorten. Das Netzwerk sichert rund um die Uhr die Beratung der Kliniken durch die Spezialisten des Dresdner Universitäts SchlaganfallCentrums (DUSC) ab: Egal in welches dieser Krankenhäuser ein Patient nach akutem Schlaganfall kommt – die behandelnden Ärzte können jederzeit einen spezialisierten Neurologen des Uniklinikums telemedizinisch kontaktieren und mit ihm die Therapie besprechen.

Dresdner Schlaganfallselbsthilfegruppen laden zum Sommerfest ein
Einen Tag nachdem der rote Schlaganfall-Bus Station in Dresden  gemacht hat, laden die Schlaganfall-Selbsthilfegruppen der Stadt Betroffene, Angehörige und Freunde zum Sommerfest mit Erfahrungstausch ein. Das Fest findet statt am Freitag, 27. Mai 2016 von 14 bis 19 Uhr, im Gemeindezentrum der Kirchgemeinde Dresden-Prohlis, Georg-Palitzsch Straße 2. Die Veranstaltungsräume und das Umfeld sind barrierefrei erreichbar. Bei dem Fest stellen sich die Selbsthilfegruppen der Stadt ebenso vor wie die „Tischtennissportgruppe Barriere-frei“ – Gäste haben dabei die Gelegenheit, den Sport selbst auszuprobieren. Unterhaltsamer Höhepunkt des Festes ist der Auftritt der Jazzband „Henning Munk & Plumperne“ aus Kopenhagen. Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion zu den Themen Schlaganfall – medizinische Hintergründe, Selbsthilfeförderung, Teilhabe an Beruf, Freizeitangeboten und gesellschaftlichem Leben. Moderiert wird die Gesprächsrunde von Uwe Helbig, Schlaganfalllotse der Stroke-Unit des Dresdner Uniklinikums. Zu Wort kommen ein Facharzt für Neurologie, Neuropsychologen sowie Physio- und Musiktherapeuten.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Neurologie
Direktor: Prof. Dr. med. Heinz Reichmann
Tel. 0351/ 4 58-3565 (Sekretariat)
E-Mail:

http://neurotutor.uniklinikum-dresden.de/sos-net/