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Drehscheibe der chirurgischen Kliniken nimmt Form anProf. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums, Dr. Thomas Runge, Leiter des Bauherrenteams und Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Uniklinikums bei der Zeremonie des Richtspruchs.
24. März 2016

Drehscheibe der chirurgischen Kliniken nimmt Form an

Richtfest für Gebäudekomplex mit neuer chirurgischer Notaufnahme, Operationstrakt und Intensivstation / Optimale Bedingungen für innovative OP-Methoden

Am heutigen Donnerstag (24. März) – ein Jahr nach der Grundsteinlegung – feiern der Aufsichtsrat und der Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden gemeinsam mit den Mitarbeitern und Bauleuten das Richtfest für Haus 32, dem Erweiterungsbau des Chirurgischen Zentrums. Der Freistaat Sachsen und das Uniklinikum investieren mehr als 100 Millionen Euro in Bau und Ausstattung des Gebäudekomplexes. Der Neubau erhält einen direkten Anschluss an den bestehenden, in den Häusern 58 und 59 untergebrachten zentralen OP-Trakt und ist dank der Übergänge zu den Kliniken für Augenheilkunde sowie für HNO-Heilkunde optimal in das bestehende Gebäudeensemble integriert.

Das in Eigenregie des Universitätsklinikums errichtete fünfstöckige Haus mit einer Nutzfläche von rund 10.700 Quadratmetern beherbergt 17 hochmoderne OP-Säle, eine Chirurgische Notaufnahme, einen Ambulanzbereich sowie eine Intensiv- und drei reguläre Pflegestationen für insgesamt 120 Patienten. Nach aktuellem Planungsstand geht das von dem Münchner Büro RRP Architekten und Ingenieure konzipierte Gebäude Mitte 2018 in Betrieb.

Mit dem Neubau entsteht eines der effizientesten Krankenhausgebäude Deutschlands. Denn die Planer haben in Abstimmung mit den Ärzten ein hervorragendes Verhältnis zwischen geringstmöglicher Verkehrs- und höchstmöglicher Nutzfläche erzielen können, bestätigt das Fraunhofer Institut in einem Gutachten. „Damit wird das Gebäude dem Bedarf an Flächen zur Versorgung der Patienten zum Zeitpunkt der Fertigstellung ebenso gerecht, wie den Erfordernissen der kommenden 20 Jahre“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums. Beleg dafür sind unter anderem die in Haus 32 geplanten, sehr kurz gehaltenen Wege für Patienten und Personal. Sie stellen die optimalen Abläufe in der Krankenversorgung sicher. Zudem sind auch Grundrisse und Ausstattungen der einzelnen Räume auf höchste Flexibilität ausgerichtet. Dank dieser Anpassungsfähigkeit lassen sich die Flächen entsprechend dem aktuellen Tagesbedarf der chirurgischen Kliniken nutzen. Dies kommt nicht nur den Patienten zugute, die zügiger behandelt werden können, sondern dem Uniklinikum insgesamt als Unternehmen, da der Neubau eine größtmögliche betriebswirtschaftliche Effizienz erreicht. Damit diese Flexibilität wirksam wird, sind die einzelnen Räume – vom Arztzimmer bis zum OP-Saal – nicht den einzelnen chirurgischen Kliniken zugeordnet: Stattdessen gibt es eine Festschreibung ihrer Funktion – etwa Ambulanz, Intensivstation, normale Pflegestation oder OP.

Der Neubau auf dem Campus der Hochschulmedizin Dresden erfüllt eine zentrale Funktion und sichert deren Zukunftsfähigkeit: „Für das Universitätsklinikum ist die Erweiterung des Chirurgischen Zentrums ein entscheidendes Element, um auch in Zukunft Maximalversorgung auf höchstem universitärem Niveau bieten zu können“, sagt Prof. Albrecht. Denn: „Auch wenn unser Haus 58 äußerlich noch den Anschein eines modernen Gebäudes erweckt, stecken ihm die über 20 Jahre Dauerbetrieb in den Knochen. Im Sinne einer sicheren und modernen Hochleistungsmedizin war es deshalb unumgänglich, den Neubau auf den Weg zu bringen. – Auch deshalb, weil es nicht möglich ist, Operationssäle bei laufendem Betrieb zu sanieren“, sagt Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums. Aber der Neubau ist nicht einfach ein Ersatz, sondern eröffnet vor allem den chirurgischen Fächern – von der Neurochirurgie bis zur Orthopädie – neue Dimensionen. Dazu tragen auch fünf Spezial-OP bei, die in dem Neubau integriert sind. Zwei OP Säle verfügen über einen direkten Zugang zu einem Magnetresonanztomographen (MRT), mit dem eine besonders detaillierte Darstellung der Organe möglich ist. Ein weiterer OP verfügt über eine spezielle Röntgenanlage. In diesem sogenannten Hybrid-OP können Radiologen und Chirurgen Katheter-Eingriffe und auch offene Operationen unter Röntgenkontrolle vornehmen. Ein medizingerätevernetzter OP-Saal bietet eine besondere Infrastruktur, um computerunterstützte chirurgische Geräte mit weiteren medizinischen Daten zu vernetzen, die zum Beispiel aus Röntgenbildern oder Werten der Körperfunktionen des Patienten stammen. Der fünfte Spezial-OP ist mit einem Bestrahlungsgerät ausgestattet. Damit lässt sich unmittelbar nach dem Herausoperieren des Tumors das angrenzende Gewebe bestrahlen.

Neben den betriebswirtschaftlichen Faktoren der Effizienz hat das architektonische Konzept auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter stärker in den Fokus genommen: Erstmals in Deutschland erhält der Zentral-OP-Bereich ein eigenes Mitarbeiterrestaurant mit Ruhezonen und Balkon. Die Diensträume sind OP-nah angeordnet. Notwendige Innenhöfe zur Belichtung sind als Aufenthalts- und Pausenzonen für Mitarbeiter, Patienten sowie Besucher zugängig. Die Intensivstation verfügt über eine überdachte Terrasse. Damit ist ein Aufenthalt auch für beatmete, schwerkranke Intensivpatienten mit komplettem Monitoring und unter intensivmedizinscher Therapie im Freien möglich.

Uniklinikum profitiert von neuen Perspektiven für staatliches Bauen
Mit der „Richtlinie Bau Hochschulmedizin“ übertrug der Freistaat Sachsen die Bauherrenverantwortung 2013 an die Universitätsklinika in Dresden und Leipzig. Dies ist mit der Vorgabe verbunden, gemäß der Regeln für öffentliches Bauen und unter Einhaltung der prognostizierten Kosten eigenverantwortlich Gebäude zu erreichten. – Für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation: Erfahrungsgemäß sind Großprojekte durch eine relativ lange Vorbereitungszeit geprägt. Insbesondere auf sich verändernde Rahmenbedingungen und neueste medizinische Geräteentwicklungen können die Universitätsklinika nun im Zuge der Planung wesentlich besser reagieren.

Um die Vorgaben der neuen Richtlinie zuverlässig erfüllen zu können, etablierte das Dresdner Uniklinikum ein vom Klinikumsvorstand eingesetztes und bevollmächtigtes Team. Die Bauexperten steuern und kontrollieren die ausführenden Planer und die Gewerke. Ein als Vorstandsreferent tätiger Arzt bildet die Kommunikationsschnittstelle zwischen Vorstand und den späteren Nutzern – das sind im Wesentlichen die Klinikdirektoren – sowie den Architekten und den Aufsichtsbehörden. Der 2015 fertiggestellte und übergebene Neubau der Protonentherapieanlage ist das erste Gebäude gewesen, das das Dresdner Uniklinikum in Eigenregie errichtete. Dabei gelang es dem Bauherrenteam, den vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen einzuhalten.

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand
Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand
Tel. 0351/ 4 58 20 89 (Sekretariat)
E-Mail: sylvia.pagels@uniklinikum-dresden.de