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Multiple Sklerose - Phil Hubbe zeigt Karikaturen im UniklinikumPhil Hubbe - Foto: Steffen Giersch
09. April 2015

Multiple Sklerose - Phil Hubbe zeigt Karikaturen im Uniklinikum

Multiple Sklerose Zentrum feiert achtjähriges Bestehen mit Informationstag am 11. April 2015 / Von MS betroffener Zeichner sensibilisiert auch mit schwarzem Humor

Multiple Sklerose (MS) ist eine Erkrankung, die auch 160 Jahre nach ihrer Entdeckung eine große Herausforderung für die Medizin darstellt. Sie ist unheilbar, schleichend, schwer diagnostizierbar, erfasst den ganzen Körper und tritt häufig bei jungen Erwachsenen erstmals auf. Um dem damit einhergehenden Informationsbedarf der Patienten und ihrer Angehörigen gerecht zu werden, veranstaltet das Multiple Sklerose Zentrum der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden auch in diesem Jahr einen MS-Tag: Am Sonnabend, dem 11. April, geht es jedoch nicht allein um die Themen Diagnose, Therapie, Selbsthilfe und aktuelle Forschungen zur Multiplen Sklerose. Denn die Erkrankung sorgt bei Außenstehenden für Vorbehalte oder falsche Rücksichtnahme. Diese greift der Cartoonist Phil Hubbe bereits seit 15 Jahren auf. Der selbst an MS erkrankte Karikaturist ist Gast des Aktionstages und präsentiert im Medizinisch-Theoretischen Zentrum seine Cartoons, die sich auf humorvolle Weise mit dem Thema der MS-Erkrankung und anderen Behinderungen auseinandersetzen. Der MS Tag 2015 fällt in diesem Jahr mit dem Gründungstag des Dresdner MS-Zentrums zusammen. Seit mittlerweile acht Jahren versorgt die Einrichtung rund 1.500 Patienten mit den modernsten Behandlungs- und Untersuchungsmethoden.

Deutschlandweit sind mehr als 120.000 Menschen von Multipler Sklerose betroffen. Obwohl die Krankheit vor mehr als einem Jahrhundert erstmals beschrieben wurde, sind Diagnose und Therapie nach wie vor schwierig. Auch Neurologen benötigen Spezialwissen, um MS-Kranke umfassend behandeln zu können. Bereits die ersten Symptome der Multiplen Sklerose sind vielfältig. Die Krankheit kann sich mit Augenproblemen ebenso bemerkbar machen wie mit Kopfschmerzen. Später kommen unter anderem Lähmungen hinzu. Betroffene sprechen deshalb auch von der ‚Krankheit mit den tausend Gesichtern’.

Auch der Karikaturist Phil Hubbe erhielt die Diagnose „MS“ erst nach dreijähriger Ungewissheit: „Man sieht mir meine Krankheit nicht gleich an, aber ich bin durch Multiple Sklerose körperlich eingeschränkt. Ich kann beispielsweise keinen Sport mehr machen, bin oft erschöpft und muss beim Zeichnen Pausen einlegen. Außerdem habe ich Koordinationsschwierigkeiten mit meiner rechten Hand“, sagt der linkshändige Zeichner. Phil Hubbe setzt bei der MS-Behandlung auf die umfangreichen Therapiemöglichkeiten der Hochschulmedizin und lässt sich im Uniklinikum seines Wohnortes Magdeburg behandeln. Hier nimmt er auch regelmäßig an Studien teil, um neue Therapien kennenzulernen und seinen Gesundheitszustand zu verbessern. Diese umfassende Versorgung von MS-Patienten ist eine Stärke von hochschulmedizinischen Zentren, die auch das MS-Zentrum des Dresdner Uniklinikums aufweist. Als eine der größten ihrer Art genießt die von Prof. Tjalf Ziemssen geleitete Einrichtung über Europa hinaus einen hervorragenden Ruf und gilt in vielen Ländern als Vorbild für eine umfassende wie qualitativ hochwertige Versorgung MS-Kranker.

Da die Multiple Sklerose in Schüben auftritt, ist eine fortwährende ärztliche Begleitung unverzichtbar. So kommt auch Phil Hubbe zu Untersuchungen ins Magdeburger MS-Zentrum und spricht darüber hinaus regelmäßig mit einem befreundeten Neurologen über seine Erkrankung. Trotz MS hat es Phil Hubbe geschafft, sein Hobby zum Beruf zu machen. Obwohl er hauptsächlich politische Karikaturen zeichnet, nutzt er seine Cartoons immer wieder, um sich mit Behinderungen und der MS auseinanderzusetzen. Mit viel Fingerspitzengefühl und schwarzem Humor hält der Karikaturist der Gesellschaft den Spiegel vor und sensibilisiert für den Umgang mit Krankheiten und Behinderungen. „Wir sind Herrn Hubbe äußerst dankbar, dass er seine Werke für unseren MS-Tag zur Verfügung stellt. Seine Karikaturen sind ein Beispiel dafür, dass mit der Diagnose MS trotz aller Einschränkungen ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben möglich ist“, sagt Prof. Tjalf Ziemssen.

Im Rahmen der Veranstaltung können sich Interessierte sowie Patienten und Angehörige über die Fortschritte in der MS-Therapie informieren. Die Veranstaltung findet statt am

Samstag, den 11. April, von 10 bis 15 Uhr,
Medizinisch-Theoretisches Zentrum (MTZ ; Haus 91),
Fiedlerstraße 42, 01307 Dresden.

In zwei Hörsälen werden insgesamt sieben verschiedene Vorträge zum Thema gehalten. Neben medizinischen Erkenntnissen wird auch die Einbindung moderner Kommunikationsmittel wie Tablets und Apps thematisiert. Ihre Nutzung hilft den Therapieverlauf optimal auf den Patienten abzustimmen.

Das Multiple-Sklerose-Zentrum der Klinik für Neurologie

Das durch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft zertifizierte Zentrum lässt die Patienten unmittelbar am medizinischen Fortschritt teilhaben. Seit seiner Gründung vor acht Jahren ist das MS-Zentrum stetig gewachsen – heute behandeln die Neurologen des Klinikums pro Jahr circa 1.500 Patienten. Als eine der bundesweit größten und renommiertesten Einrichtungen dieser Art verknüpft das Zentrum die ambulante medizinische Versorgung der Patienten mit einem umfangreichen psychosozialen Beratungsangebot und einer regen Forschungstätigkeit. In Deutschlands größtem, 2014 zum dritten Mal erschienenem Krankenhausvergleich des Nachrichtenmagazins „Focus“ konnte das MS Zentrum Dresden vor allem durch die Kombination dieser Versorgungsangebote erneut einen bundesweiten Spitzenplatz belegen. Die 2011 bezogenen Räume im ABAKUS-Gebäude an der Blasewitzer Straße bieten Patienten, Ärzten und Forschern auf knapp 600 Quadratmetern eine optimale Infrastruktur. „Größe und Aufbau eines solchen Zentrums sind entscheidend für dessen Erfolg“, sagt Prof. Ziemssen mit Blick auf die achtjährige Geschichte der Einrichtung. Das MS-Zentrum ist auch zu einem wichtigen Partner bei der Fortbildung von MS-Ärzten geworden: Neurologen aus Lateinamerika, Nordamerika, Europa und einigen arabischen Ländern nahmen in den Jahren 2013 und 2014 an Schulungsprogrammen des MS-Zentrums der Klinik für Neurologie teil.

Weiterführende Informationen
http://msz.uniklinikum-dresden.de/zkn/
www.hubbe-cartoons.de 

Kontakt für Journalisten

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Multiple Sklerose Zentrum (MSZ)
Leitung: Prof. Dr. Tjalf Ziemssen
Tel. 0351/ 4 58 44 65 (Sekretariat)
E-Mail: tjalf.ziemssen@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/neu