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Musiktherapie für eine bessere Wahrnehmung - Tag der offenen Tür am 1. April in der Dresdner AutismusambulanzSaskia Mittmann, Musiktherapeutin der Autismusambulanz Dresden, mit einigen Instrumenten, die für Therapie genutzt werden. Einige davon – etwa das Saiteninstrument – haben die Patienten selbst gebaut. Foto: Uniklinikum / Holger Ostermeyer
30. März 2015

Musiktherapie für eine bessere Wahrnehmung - Tag der offenen Tür am 1. April in der Dresdner Autismusambulanz

Uniklinikum informiert am 1. April über Störungen aus dem Autismus-Spektrum / Kreative Therapien im Fokus

Die Bandbreite von Störungen des Autismus-Spektrums reicht von kleineren Beeinträchtigungen in der sozialen Kommunikation bis zur schwer beeinträchtigten Wahrnehmung der eigenen Umwelt. Zum Teil wird die Diagnose „Autismus“ erst im Erwachsenenalter gestellt. Um Betroffenen und ihren Angehörigen sowie Interessierten einen Einblick in die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote des Universitätsklinikums

Carl Gustav Carus Dresden zu geben, veranstaltet die Autismusambulanz der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am 1. April einen Tag der offenen Tür. Der Themenschwerpunkt des Öffentlichkeitstags 2015 liegt auf den kreativen Therapien, die in vielen Fällen auch dabei helfen Zwangsverhalten zu reduzieren. Neben Einblicken in die Ergo- und Kunsttherapie wird auch die erfolgreiche Musiktherapie in einem Vortrag vorgestellt.

Je nach Ausprägung der autistischen Entwicklungsstörung fällt es Betroffenen unterschiedlich schwer, zu kommunizieren, soziale Kontakte einzugehen oder sich auszudrücken. „Störungen im Autismus-Spektrum werden zum Teil erst im Erwachsenenalter diagnostiziert, denn Betroffene mit geringen Einschränkungen können sich im Alltag durchaus zurechtfinden.“ sagt Oberärztin Dr. Katja Albertowski. „Die Autismusambulanz bietet aber allen Betroffenen Therapieangebote. Mit unserem interdisziplinären Team aus Medizinern, Psychologen, Sozial- und Heilpädagogen sowie Ergo-, Musik- und Kunsttherapeuten entwickeln wir für unsere Patienten hochindividuelle Behandlungen.“ Über die vielfältigen Therapiemöglichkeiten informiert die Autismusambulanz am Öffentlichkeitstag 2015, der stattfindet am

Mittwoch, dem 1. April 2015, ab 15 Uhr, im
Medizinisch-Theoretischen Zentrum der Medizinischen Fakultät (Haus 91),
Fiederstraße 42, 01307 Dresden
.

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Selbsthilfegruppe „DRESDNER AUTISTEN“ und dem Verein „autismus Dresden“ ausgerichtet, der sich für die Förderung von Betroffenen einsetzt. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Vorgestellt werden unter anderem die Musiktherapie, deren Wirksamkeit in den letzten Jahren durch mehrere Studien bestätigt wurde und vor allem in den USA, Großbritannien und Österreich großes Prestige genießt. Durch gemeinsames Musizieren gelingt es den Therapeuten ein Vertrauensumfeld zu schaffen, in dem sich Patienten mit Störungen aus dem Autismus-Spektrum mithilfe der Musik neuen Herausforderungen wie der Übung von Bewegungsabläufen stellen können. Die Fachleute der Autismusambulanz richten die Musiktherapie zweigleisig aus: Mit aufnehmenden Techniken wie etwa dem „Kopfhörertraining“ lernen die Patienten ihre Eigenwahrnehmung zu schärfen und sich zur Musik zu entspannen. Aktive Techniken wie etwa das gemeinsame Musizieren helfen hingegen, Hemmungen abzubauen und Betroffenen die Interaktion mit ihrer Umwelt zu erleichtern. So werden im Rahmen der Musiktherapie solche Patienten ruhiger, die zwanghaft dieselben Bewegungen permanent wiederholen. Charakteristische Störungen – wie der Drang immer wieder möglichst viele Gegenstände mit den Händen zu berühren – nehmen beim Musizieren ab und die Patienten sind zunehmend in der Lage ihre Bewegungen zu kontrollieren. Die Musiktherapie setzt dabei auf eine spielerische Erreichung der Therapieziele. Um den Betroffenen Orientierung und Halt zu bieten, haben die Therapiestunden stets eine feste Struktur und etablierte Elemente wie beispielsweise ein Willkommens- und Abschiedslied.

Die Behandlungen der Autismusambulanz sind interdisziplinär. So bauen beispielsweise Patienten in der Ergotherapie eigene Instrumente, die dann in der Musiktherapie Anwendung finden. Durch ihr Programm stellt die Autismusambulanz des Uniklinikums Betroffenen eine umfangreiche und lebensbegleitende Therapie zur Verfügung, die je nach Entwicklungsstand auch in Gruppensitzungen angewandt wird. Hier bringen die Therapeuten auch Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen zusammen. Patienten mit einer Störung aus dem Autismus-Spektrum haben Schwierigkeiten mit der zwischenmenschlichen Kommunikation und machen so beispielsweise einen Tanzkurs mit Down-Syndrom-Patienten, die mit ihrer freudigen und offenen Art auf die Menschen mit autistischen Störungen zugehen.

Kontakt für Patienten und Angehörige
E-Mail: KJPAutismusambulanz@uniklinikum-dresden.de
http://www.autismusambulanz-dresden.de/

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Autismusambulanz der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Leitung: Dr. med. Katja Albertowski
Tel. 0351 / 4 58 71 24
E-Mail: katja.albertowski@uniklinikum-dresden.de