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Doktoranden des Uniklinikums erforschen Laser-Akupunktur gegen HeuschnupfenDie „Doktor-Eltern“ mit den von ihnen betreuten Mediziner (v.l.n.r.): Prof. Wüstenberg, Dr. Hauswald, Stephanie Beeskow und Alaa Alrayes. Bei der Doktorandin ist die von ihr erforschte Laser-Akupunktur zu sehen, die an zehn Punkten angewandt wird.
23. März 2015

Doktoranden des Uniklinikums erforschen Laser-Akupunktur gegen Heuschnupfen

An der HNO-Klinik starten neue Studien zur Therapie der Allergie gegen Gräserpollen / Kostenlose Akupunktur für Teilnehmer

Allergien sind in Deutschland auf dem Vormarsch und Volkskrankheit Nummer Eins. Besonders weit verbreitet ist die Unverträglichkeit von Gräser-Pollen, die jedes Frühjahr eine Vielzahl von Patienten plagt. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit untersuchen die jungen Ärzte Stephanie Beeskow und ihr aus Syrien stammender Kollege Alaa Alrayes am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden die Wirkung der Laser-Akupunktur auf Patienten mit Gräser-Pollen-Allergie. Die Untersuchungen der Dresdner Doktoranden sind in dieser Form weltweit einzigartig: Während Stephanie Beeskow eine Laser-Akupunktur gleichzeitig an zehn Punkten des Körpers anbietet, nutzt Alaa Alrayes das Akupunktur-Verfahren für eine Behandlung an acht Punkten im Mundraum seiner Patienten. Der neuartige Therapieansatz ist komplett schmerz- und nebenwirkungsfrei. Er richtet sich an Betroffene zwischen 18 und 70 Jahren. Interessierte, die an einer Gräser-Pollen-Allergie leiden, können nach vorheriger Anmeldung kostenlos an der im April beginnenden Studie teilnehmen.

Die Studien von Stephanie Beeskow und Alaa Alrayes an der Dresdner Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde bieten Betroffenen einen neuen und ungewöhnlichen Therapie-Ansatz: Bisherige Untersuchungen zeigen, dass die schmerzfreie Laser-Behandlung in der Regel deutlich länger wirkt als eine reguläre Nadel-Akupunktur. Die Lasertherapie hat keinerlei Nebenwirkungen und ist auch für Patienten mit einer Nadelphobie geeignet. Die Ärzte bieten den Patienten neben neun Akupunktur-Behandlungen auch eine kostenlose Bestimmung des Immunsystemstatus an. Dazu erfolgt bei einem Vor- und Nachsorgetermin ein Bluttest. Interessierte können zwischen der Behandlung von insgesamt zehn Punkten im Gesicht, sowie an Armen und Beinen durch Stephanie Beeskow oder der Mund-Akupunktur von Alaa Alrayes wählen. Die Ärzte benötigen pro Behandlung jeweils 30 beziehungsweise 40 Minuten. Im Rahmen der Studie werden die Teilnehmer jeweils in zwei Gruppen aufgeteilt: Neben denjenigen, die eine nach heutigen Erkenntnissen wirksame Laser-Akupunktur erhalten, wird bei einer zweiten Gruppe die Akupunktur lediglich simuliert. Die Patienten dieser Kontrollgruppe bekommen im Anschluss an die Studie im Vorfeld der Allergiesaison 2016 eine Akupunktur-Behandlung an den wirksamen Punkten des Körpers. Die Teilnahme an der Studie ist kostenfrei.

Interessenten müssen sich bis zum 6. April 2015 unter den nachfolgenden E-Mail-Adressen anmelden:

Studie von Stephanie Beeskow:
E-Mail: allergiestudie-beeskow@gmx.de
Mobil: 0152 / 58918117   

Studie von Alaa Alrayes:
E-Mail: dr.alaa.alrayess@gmail.com
Mobil: 0176 / 61413162

Aus gesundheitlichen Gründen sind Schwangere, Kinder und Patienten mit schweren akuten oder chronisch organischen beziehungsweise psychischen Erkrankungen von der Studie ausgenommen.

Unterstützt werden die beiden Nachwuchswissenschaftler bei ihrem Vorhaben durch ihre Doktormutter – die renommierte Akupunktur-Expertin Dr. Bettina Hauswald von der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Die Fachärztin war 1992 eine der ersten Wissenschaftlerinnen, die die Wirkung von Akupunktur erforschte. Sie betont: „Seit Jahren steigen die Zahlen der Allergieerkrankungen in Deutschland an. Prognosen lassen vermuten, dass in naher Zukunft bis zu 40 Prozent der Erwachsenen eine Allergie-Erkrankung entwickeln werden. Umso wichtiger sind die Arbeiten von Stephanie Beeskow und Alaa Alrayes, die der steigenden Patientenzahl mit der Erprobung neuer Therapieansätze begegnen.“

Bei einer Heuschnupfen-Allergie haben die Patienten Überempfindlichkeiten gegen bestimmte Gräser-Pollenarten entwickelt. Gelangen diese Pollen in den Organismus, bildet der Körper den Antikörper Immunglobulin E. Mit dieser Reaktion des Immunsystems treten allergietypische Atembeschwerden, Augenreizungen oder Schnupfen auf. Ältere Studien belegen, dass durch Akupunktur der Körper des Patienten angeregt wird, den Botenstoff Interleukin-10 auszuschütten, der die Bildung von Antikörpern hemmt und so die Beschwerden lindert.

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Abteilung für Allergologie und Rhinologie
Leitung: Dr. med. Bettina Hauswald
Tel. 0351/ 4 58 44 30
E-Mail: bettina.hauswald@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de