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Zufallsfund beim Abnehmen: 65-Jährige entdeckt Drei-Kilo-Tumor  V.l.n.r.: Patientin Martina Hintze und Prof Pauline Wimberger freuen sich über die gelungene Operation in der Frauenklinik des Universitätsklinikums.
07. September 2015

Zufallsfund beim Abnehmen: 65-Jährige entdeckt Drei-Kilo-Tumor

Gewichtsverlust offenbart Krebserkrankung / Regelmäßige Vorsorgetermine beim Frauenarzt können helfen Eierstockkrebs frühzeitiger zu diagnostizieren

Als Martina Hintze beschloss abzunehmen, ahnte Sie nicht, dass dieser Entschluss ihr das Leben retten sollte. Denn obwohl am ganzen Körper die Pfunde purzelten, nahm ihr Bauchumfang zu. Als ihre Figur schließlich immer mehr der einer Schwangeren glich, entschied sich die 65-Jährige ihren Arzt aufzusuchen. Der Besuch und eine anschließende Sonographie brachten Gewissheit: In ihrem Eierstock wuchs ein 33 Zentimeter langer und 20 Zentimeter breiter Tumor, der bis auf die Zunahme des Bauchumfangs jedoch keinerlei Beschwerden hervorrief. Zum Glück ließ sich das knapp drei Kilogramm schwere Geschwür bei einer Operation in der Frauenklinik des  Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden gut entfernen. „Der Tumor befand sich trotz seiner beachtlichen Größe in einem frühen Stadium, sodass sich noch keine Metastasen gebildet haben. Doch bei einem überwiegenden Anteil der Patientinnen mit Eierstockkrebs wird die Erkrankung deutlich später diagnostiziert, da die Tumore erst im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf Beschwerden hervorrufen. In vielen Fällen hat der Krebs dann bereits im gesamten Bauchraum gestreut“, erklärt Prof. Pauline Wimberger, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde am Uniklinikum, die Martina Hintze operierte.

Die Frauenklinik des Dresdner Uniklinikums ist das einzige Gynäkologische Krebszentrum in ganz Sachsen, das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert wurde und somit deren Richtlinien zur qualitätsorientierten Behandlung von gynäkologischen Krebserkrankungen erfüllt. Verantwortlich hierfür ist vor allem das renommierte Klinikpersonal, dessen Kompetenz zunehmend auch international gewürdigt wird. So wurde Prof. Pauline Wimberger im August 2015 in den Vorstand der „European Society of Gynaecological Oncology“ (ESGO) gewählt. Von dem hohen Kenntnisstand in der Krebsbehandlung profitierte auch Martina Hintze, die sich mittlerweile sehr gut erholt hat. Nachdem ihr die Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter und das große Netz entfernt wurden, konnte sie die Klinik bereits nach wenigen Tagen wieder verlassen. Wenn sich auch in den Lymphknoten des Beckens und entlang der Hauptschlagader kein Befall zeigt, dann kann auf eine anschließende Chemotherapie verzichtet werden. Die Aussichten auf eine vollständige Heilung sind außergewöhnlich gut. „Frau Hintze hat großes Glück gehabt, dass ihr Tumor nach dem  Abnehmen entdeckt wurde“, sagt Prof. Wimberger. „Gerade bei übergewichtigen Frauen besteht immer das Risiko, dass heimtückische Krebsarten wie Eierstockkrebs übersehen werden, da im frühen Krankheitsverlauf keine Beschwerden auftreten. Man kann daher nur anraten, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt wahrzunehmen, um dadurch die Chance auf eine Früherkennung und rechtzeitige Behandlung zu wahren – auch wenn es beim Eierstockkrebs bislang noch keine guten Screeningmethoden gibt.“ 

Kontakte

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Direktor: Prof. Dr. med. Pauline Wimberger

Tel.: 0351 / 458 – 6728 (Sekretariat)
E-Mail: frauenklinik@uniklinkum-dresden.de                     

Internet: www.uniklinikum-dresden.de/gyn