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Sportmediziner des Uniklinikums sichern neben Ski-Weltcup auch paralympische Wettkämpfe abEine Szene aus dem 2019-er Charity-Lauf des Uniklinikums. Foto: Uniklinkum Dresden / Thomas Albrecht
09. Januar 2020

Sportmediziner des Uniklinikums sichern neben Ski-Weltcup auch paralympische Wettkämpfe ab

20-köpfiges Team betreut Sportler mit und ohne Handicap sowie Besucher gemeinsam mit niedergelassenen Arztkollegen / Klinikum richtet am 15. Januar eigenes Charity-Rennen aus

Ein aus Ärzten, Pflegenden, Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeitern sowie Verwaltungsangestellten bestehendes Team – vorrangig rekrutiert aus dem UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (OUC) – betreut ab dem morgigen Freitag (10. Januar) die beim dritten Mal in Dresden stattfindenden Skiweltcups startenden Athleten. Das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiter des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden sowie einiger niedergelassener Ärzte aus der Region ist in diesem Jahr deutlich angewachsen: Neben dem FIS Skiweltcup werden erstmals auch die vom Internationalen Paralympischen Komitee entwickelten Weltcuprennen für Menschen mit Behinderungen ausgerichtet. Die Betreuung umfasst die medizinische Versorgung während der Trainings und der Rennen am Dresdner Elbufer. Zudem schließt der von Oberarzt Prof. Alexander Disch geleitete Einsatz an den Rennstrecken im Bedarfsfall die medizinische Betreuung der Zuschauer ein. Hierbei wird das Team von einem professionellen Rettungsdienst unterstützt.

Der erstmals ausgerichtete „Altenberg & Dresden 2020 World Para Nordic Skiing World Cup“ findet zwischen dem 11. und 19. Januar in Dresden und dem erzgebirgische Altenberg statt. Die Kombination eines FIS Skiweltcups mit den Wettbewerben paralympischer Athleten ist eine Weltpremiere: Zum aller ersten Mal in der Geschichte des Wintersports starten damit olympische und paralympische Athleten am selben Tag und am selben Ort. In Altenberg und Dresden finden Wettbewerbe von Sitz-Ski-Fahrern sowie stehenden oder visuell eingeschränkten Athleten in den Disziplinen Sprint, Biathlon-Rennen und Distanz-Rennen statt. Insgesamt stehen damit über 100 männliche und weibliche Athleten am Start, die ihre Kräfte in 36 verschiedenen Rennen (je zur Hälfte Langlauf und Biathlon) messen.

„Nach den erfolgreichen Einsätzen bei den vergangenen Dresdner FIS-Skiweltcups haben wir spontan zugesagt, uns dieses Mal für das erweiterte Rennprogramm zu engagieren. Wir sind davon überzeugt, dass Spitzensportler – mit oder ohne Handicap –, die vor Dresdens einmaliger Silhouette um Punkte und Siege kämpfen, eine wichtige Botschaft in die Welt senden. Sie steht für die Stärken der Stadt, wie sie die Mehrheit der Einwohner lebt: innovativ, sportbegeistert und weltoffen“, führen die beiden OUC-Direktoren Prof. Klaus-Dieter Schaser (Ärztlicher Direktor) und Prof. Klaus-Peter Günther (Geschäftsführender Direktor) aus. „Dass das Team um Professor Disch das Engagement in diesem Jahr um die neu hinzukommenden Wettbewerbe des paralympischen Skiweltcups erweitert, ist ein eindrucksvolles Statement für die Stärkung des Gedankens einer umfassenden Inklusion von Menschen mit Behinderung“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Universitätsklinikums. Die Zusammenarbeit findet im Sommer ihre Fortsetzung beim 25. Deutschen Gehörlosen-Sportfest, das vom 21. bis 23. Mai in Dresden stattfindet. Hier unterstützt Prof. Thomas Zahnert, Direktor der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, als Schirmherr mit seinem Team die Organisation der Veranstaltung sowie die Teilnehmer. „Der Enthusiasmus und das Engagement, mit dem das OUC-Team die Herausforderungen der Weltcup-Rennen angegangen ist, begeistern mich und sind mit Sicherheit Vorbild für das Gehörlosen-Sportfest“, sagt Katrin Erk, Kaufmännischer Vorstand des Uniklinikums.

An der Spitze des medizinischen Teams für den FIS-Weltcup steht ein Arzt, der Erfahrungen aus dem Spitzensport mit der Sportmedizin verbindet: Prof. Alexander Disch zählte als Jugendlicher zu den besten Biathleten des Landes und gehörte in dieser Altersklasse der Junioren-Nationalmannschaft an. Aufgrund seines Medizinstudiums hängte er Skier und Gewehr an den Nagel, blieb aber den Leistungssportlern als Mediziner verbunden. So schrieb er seine Doktorarbeit zu einem sportmedizinischen Thema und betreute unter anderem mehrere Jahre die deutsche Biathlon-Weltcupmannschaft. Deshalb kennt sich der Leiter des Universitätswirbelsäulenzentrums (UCSC) sehr gut im Wettkampfbetrieb aus. Prof. Dischs Expertise wird in diesem Jahr von der deutschen Skilanglaufnationalmannschaft abgerufen. Der Sportmediziner betreut das Team dieses Jahr bei den Weltcuprennen in Dresden sowie in Lahti, Drammen und Oslo.

Dass neben den Ärzten auch Mitarbeiter aus der Pflege und Verwaltung eine wichtige Rolle spielen, liegt auch an den breit gefächerten Anforderungen an das medizinische Team. So organisiert Prof. Disch auch die Doping-Kontrollen für die FIS Kontrolleure. Die Abläufe dafür sind streng reguliert und setzen auf deren strikte Einhaltung. Dazu gehört auch die 1:1-Begleitung der Athleten von der Ziellinie bis zur Abgabe der Blut- und Urinproben.

Klinikum veranstaltet zum dritten Mal Charity-Rennen
Als Dankeschön für den ehrenamtlichen Einsatz des OUC-Teams überlassen die Organisatoren des Weltcups dem Uniklinikum am Mittwoch, dem 15. Januar, den Rundkurs für einen Nachmittag. Das OUC ruft in diesem Rahmen zu einem Charity-Skilanglauf zugunsten der kinderorthopädischen Ambulanz des OUC auf. Die Erlöse des diesjährigen Benefizrennens kommen körperlich und geistig beeinträchtigten Kindern mit Skoliosen zugute. Ziel ist es, die Bedingungen für Diagnose und Therapie zu verbessern. Unter Skoliose fassen Ärzte verschiedene Formen einer sich während des Wachstums verkrümmenden Wirbelsäule zusammen. Die Skoliose-Experten des OUC, Prof. Alexander Disch, PD Dr. Peter Bernstein und PD Dr. Stefan Zwingenberger, freuen sich über dieses Engagement und die Möglichkeit, ihren Patienten unter anderem mit einem kindgerechten Erklärvideo die Angst vor einer korrigierenden Rückenoperation zu nehmen. Rund 1.000 von Skoliose betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene behandelt das Spezialistenteam jährlich. Gestartet wird das Rennen auf dem Rundkurs zwischen Augustus- und Carolabrücke – mit jeweils aus drei Skilangläufern bestehenden Staffeln. Derzeit wird mit bis zu 16 Teams geplant, die gegeneinander antreten. Unter den Mitgliedern sind auch mehrere Professoren der Hochschulmedizin Dresden.

Weitere Informationen
https://www.skiweltcup-dresden.de/
www.ukdd.de/sportmedizin
www.ukdd.de/ouc-ski
https://youtu.be/7drZ4XDYBk4

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie
Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Schaser
Tel.: 0351/ 4 58 37 77 (Sekretariat)
E-Mail: claudia.vonburski@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/ouc