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Neurologie: Vom ambulanten Fach zum klinischen PlayerProf. Heinz Reichmann. Foto: DGN / D.Gust
01. April 2016

Neurologie: Vom ambulanten Fach zum klinischen Player

Namhafte Experten stellen auf dem Symposium zum 20. Dienstjubiläum von Klinikdirektor Prof. Reichmann innovative Diagnostik- und Therapiestrategien vor

In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Neurologie so dynamisch wie nur wenige andere medizinische Disziplinen. Anschaulich wird dies auch am Beispiel des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden: Hier übernahm Prof. Heinz Reichmann am 1. April 1996 die Leitung der Klinik und Poliklinik für Neurologie sowie die entsprechende Professur an der Medizinischen Fakultät. Die vergangenen 20 Jahre und der in dieser Zeit erfolgte Ausbau des Leistungsspektrums geben ein aufschlussreiches Bild über die Dynamik des Fachs. Die Dresdner Hochschulmedizin hat dabei auch bundesweit Maßstäbe gesetzt und gehört unter anderem bei der Behandlung von Demenz, Multipler Sklerose, Parkinson und Schlaganfall bundesweit zu den Top-Kliniken. Am 2. April würdigen dies namhafte Experten aus Deutschland und Österreich im Rahmen des Jubiläumssymposiums im Swissôtel Dresden. Gleichzeitig geben die Spezialisten einen Überblick über den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen.

„Noch vor zwei Jahrzehnten war die Neurologie ganz allgemein ein ambulanzlastiges Fach mit relativ wenigen Patienten“, erinnert sich Prof. Heinz Reichmann an die frühen ´90-er Jahre. Für viele neurologische Erkrankungen gab es damals noch nicht das heute verfügbare Spektrum an Untersuchungs- und Behandlungsmethoden: „Die rasanten Entwicklungen im Bereich der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten machen die moderne Neurologie zu einem Fach mit großer Relevanz und Zukunft“, so der Klinikdirektor weiter, der am 1. April sein 20. Dienstjubiläum feiert. Als Beispiele nennt er Multiple Sklerose und Parkinson. „Prof. Reichmann hat als Arzt, Klinikdirektor, Wissenschaftler und langjähriger Dekan einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung der Dresdner Hochschulmedizin geleistet. Er verkörpert damit deren zentralen Werte, die auch in den kommenden Jahren entscheidend dafür sein werden, auf europäischer Ebene zu den Top-Standorten der Universitätsmedizin aufzuschließen“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums.

Die positive Entwicklung der Klinik für Neurologie lässt sich auch an den Patientenzahlen ablesen: So gab es 1996 insgesamt 3.872 Fälle, während für 2015 nun 13.106 gezählt wurden. Und auch die Zahlen bei Pflegekräften und Ärzten sind jeweils um 70 Prozent gestiegen, so dass die Klinik heute über 67 Vollzeitstellen in der Pflege und 33 im ärztlichen Dienst verfügt. Bei den Bettenzahlen verzeichnete die Klinik ein Plus um ein Drittel auf heute 72 Planbetten. Um das breite Spektrum der neurologischen Erkrankungen umfassend abdecken zu können, bedurfte es auch einer klinikeigenen Intensivstation, die in den Jahren nach Prof. Reichmanns Berufung eingerichtet wurde und heute über 12 Betten auch für beatmete Patienten verfügt – lediglich knapp die Hälfte aller deutschen Universitätsklinika hat überhaupt eine ITS. Trotz der in Eigenregie erfolgenden intensivmedizinischen Versorgung gewinnt die fachübergreifende Zusammenarbeit bei der Therapie komplexer neurologischer Erkrankungen auch am Dresdner Uniklinikum immer mehr an Bedeutung. So arbeiten die Kliniken für Neurologie und Neurochirurgie eng zusammen, wenn es um die Tiefenhirnstimulation von Parkinsonpatienten oder die Epilepsiechirurgie geht. Bei akuten Schlaganfällen sind die Spezialisten des Instituts für Neuroradiologie wichtige Partner erfolgversprechender Therapien. Zudem gibt es im Rahmen der akutgeriatrischen Station eine enge Zusammenarbeit unter anderem mit der Medizinischen Klinik III sowie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Eine große Stärke der von Prof. Reichmann seit 20 Jahren geleiteten Klinik ist die große Nähe zwischen Krankenversorgung und Wissenschaft: „Wir haben hier in Dresden eine der deutschlandweit größten Parkinson-Forschungsambu­lanzen aufgebaut – das ist eine Riesen-Chance für die Patienten“, so der Klinikdirektor, der über die Grenzen Deutschlands hinaus einer der angesehensten Wissenschaftler auf dem Gebiet dieser neurodegenerativen Erkrankung ist. Von der patientennahen Forschung profitieren verstärkt auch von Schlaganfällen betroffene Patienten und solche, die unter Multipler-Sklerose leiden. Neben der Gabe innovativer Medikamente, die oft frühzeitig im Rahmen von wissenschaftlichen Studien gegeben werden, profitieren die Patienten von innovativen Versorgungsstrategien. Hierzu gehört unter anderem die Telemedizin. So hat das Netzwerk SOS NET die Akutversorgung von Schlaganfallpatienten der Region erheblich verbessert. Moderne Computertechnologie dagegen ermöglicht einen schnelleren und besseren Informationsaustausch zwischen Neurologen und ihren Patienten. Konkrete Projekte gibt es hierzu für Menschen, die an Multipler Sklerose beziehungsweise an Parkinson leiden. Mit Tablet-PCs ausgerüstet, können sie rund um die Uhr die von ihnen selbst bemerkten Symptome aufzeichnen und geben so wichtige Informationen an die Spezialisten weiter. Dank der modernen Technik ist es so schneller möglich, den weiteren Verlauf einer Therapie zu steuern und den Patienten entsprechend zur weiteren Untersuchung und Therapie in die Spezialambulanz einzubestellen.

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Direktor: Prof. Dr. med. Heinz Reichmann, FRCP
Tel. 0351/ 4 58 35 65 (Sekretariat)
E-Mail: neurologie@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/neu