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9. Dresdner Benefiz-Regatta spielt 50.000 Euro für Krebspatienten einIm Beisein der Klinikumsvorstände Katrin Erk (2. von rechts) und Prof. Michael Albrecht (5. von rechts) wurden die Spendenschecks an den Sonnenstahl e.V. (Geschäftsführerin Antje Herrmann (2. Von links) sowie an verschiedene Institutionen des Dresdner Uniklinikums übergeben. Foto: Uniklinikum Dresden / Ulrich Lippke
21. Januar 2020

9. Dresdner Benefiz-Regatta spielt 50.000 Euro für Krebspatienten ein

93 Teams, Sponsoren und Spender unterstützen Projekte für bessere Lebensqualität während und nach der Therapie / Pferde helfen Kindern und Jugendlichen beim Neustart

Auch die neunte in Dresden ausgetragene Benefiz-Regatta „Rudern gegen Krebs“ hat die in sie gesetzten Erwartungen im vergangenen Spätsommer erfüllt: Bei der von der Stiftung Leben mit Krebs initiierten Sportveranstaltung starteten am 14. September 2019 insgesamt 93 Teams mit 372 Ruderern. Dank der von den Teilnehmern entrichteten Startgebühren sowie Sponsoren- und Spendengeldern summierte sich der Erlös der Regatta auf 50.000 Euro – das ist die höchste Summe, mit der die Stiftung Leben mit Krebs in den letzten neun Jahren therapiebegleitende Programme für Menschen mit Krebs im Raum Dresden fördern kann Der Betrag geht an vier Institutionen, die damit Angebote für die Zeit während und nach der Krebstherapie finanzieren. Ziele der Projekte sind eine bessere persönliche Bewältigung von Tumorerkrankungen sowie ein Zuwachs an Lebensqualität. Als Projektkoordinator vor Ort leistete das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden einen großen Beitrag zur Organisation des Events. Ohne das Engagement des Sächsischen Elbe-Regattavereins und seiner Mitgliedsvereine könnte die Regatta jedoch nicht stattfinden. In Gegenwart der Hauptsponsoren übergibt die Stiftung Leben mit Krebs am heutigen Dienstag (21. Januar) den Erlös der 2019er Regatta an die Verantwortlichen der Förderprojekte.

Erstmals vom Spendenerlös der Benefiz-Regatta gefördert werden die vom Sonnenstrahl e.V. angebotene Reittherapie für Kinder und Jugendliche nach einer Krebstherapie sowie ein Bewegungsprogramm des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC). Die in Kooperation mit dem Universitäts-Physiotherapie-Zentrum (UPZ) für ambulant behandelte Krebspatientinnen und -patienten konzipierten Bewegungseinheiten sollen den Betroffenen Lust auf Freizeit- und Sportaktivitäten machen, die sich nach Ende des Programms mit geringem Aufwand zuhause fortführen lassen. Zudem profitieren weitere Krebspatienten aus Dresden und dem Umland von den Spenden, weil mehrere, bereits in den Vorjahren unterstützte Projekte weitergeführt werden können. Dies ist zum einen das Angebot „Therapeutisches Yoga für Krebspatientinnen“, das durch die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe angeboten wird, sowie das 2019 initiierte Projekt UroAquaFit der Klinik für Urologie. Patienten, denen aufgrund von Blasenkrebs dieses Organ entfernt werden musste, können in einem Therapiebecken wassergymnastische Übungen erlernen. Sie gewinnen damit auch die Sicherheit, dass sie sich auch mit einem Stomabeutel in einem öffentlichen Schwimmbad bewegen können. Fortgesetzt werden zudem das Ernährungsprojekt sowie das Informations- und Vermittlungsangebot zur Raucherentwöhnung – beides organisiert durch das NCT/UCC. Auch stehen weiterhin Mittel für das Projekt SynErFit der Klinik für Strahlentherapie und Radiotherapie zur Verfügung. Hier werden Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren dabei unterstützt, sich während Strahlen- und Chemotherapie richtig zu ernähren und ihre körperliche Fitness zu verbessern.

„Die heute übergebenen Spenden belegen, dass das Engagement der Ärzte und Wissenschaftler gegen Tumorerkrankungen auch außerhalb des Klinikums-Campus eine große Wertschätzung erfährt. Im Vergleich zu anderen Austragungsorten der Benefizregatta kann sich Dresden sehen lassen. Die Zahlen der Teilnehmer und Zuschauer unterstreichen auf eine ganz besondere Art den Ruf der Dresdner Hochschulmedizin als krebsmedizinischer Top-Standort in Deutschland“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums. „Mit dem Erfolg der mittlerweile zum neunten Mal in Dresden ausgetragenen Benefizregatta haben wir gezeigt, dass wir dem in uns gesetzten großen Vertrauen der Stiftung Leben mit Krebs gerecht geworden sind. Unser besonderer Dank gilt neben den ehrenamtlich tätigen Rudersportlern und den 93 gestarteten Teams auch den Sponsoren“, ergänzt Katrin Erk, Kaufmännischer Vorstand des Uniklinikums

„Aus einer kleinen Idee, geboren aus meiner persönlichen Beziehung zur Dresden International University, hat sich hier in der sächsischen Landeshauptstadt eine deutsche Erfolgsgeschichte von Rudern gegen Krebs entwickelt. Es ist beeindruckend, wie diese Veranstaltung in Dresden gewachsen ist, insbesondere wie viele Menschen seither hier die Ziele der Stiftung Leben mit Krebs aktiv unterstützen. Das sind in erster Linie mehr als 3.000 Teilnehmer, die sich über die vergangenen Jahre in die Boote setzten und ‚in die Riemen legten‘. Auch im Namen der unzähligen Helferinnen und Helfer in den Rudervereinen, die mit ihrem Engagement die Veranstaltung realisieren, sowie den Sponsoren und Spendern übergebe ich 30.000 Euro für die nachhaltigen Projekte für Menschen mit Krebs“, sagt Klaus Schrott, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Leben mit Krebs: „Bereits heute freuen wir uns auf die nächste Regatta, die für Dresden ein besonderes Jubiläum darstellt: am 26. September 2020 findet auf der Elbe am Blauen Wunder das zehnte Mal ‚Rudern gegen Krebs statt!“

Reittherapie – Pferde stützen Körper und Seele von Krebspatienten
Der Sonnenstrahl e. V. Dresden – Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche setzt sich seit über 20 Jahren für die minderjährigen Krebspatienten ein, die im Dresdner Uniklinikum behandelt werden. Im Mittelpunkt stehen Angebote, die nicht von den Krankenkassen finanziert werden. Dazu gehört auch die Reittherapie, die seit nunmehr gut zehn Jahren zu den Angeboten des Vereins gehört. Derzeit arbeitet der Sonnenstrahl e. V. mit sechs über Sachsen verteilten Reittherapeuten zusammen, die aktuell für 20 Kinder beziehungsweise Jugendliche da sind. Eine der Reittherapeutinnen und -therapeuten ist Ina Haue vom Eli-Therapiezentrum in Seeligstadt bei Arnsdorf/Sachsen: „Die Pferde machen keine Unterschiede – sie nehmen einen Menschen so an, wie er ist – egal ob krank oder gesund. Das spüren die Kinder. Viele empfinden das Tier als neuen Freund, dem sie vorbehaltlos vertrauen. Mit ihrer Wärme vermitteln Pferde Wohlgefühl, ihre Größe und Stärke dagegen das Gefühl des Getragenseins. Bei der Arbeit mit den Kindern erlebe ich immer wieder bewegende Momente. Beispielsweise ein Mädchen, das nach einer Amputation die Lebensfreude verloren hatte und keine Unterstützung annehmen wollte. In einem meiner Pferde fand sie einen Freund, bei dem sie ihr Handicap vergaß. Der so aufkeimende Wille zum Reiten führte die Jugendliche wieder zurück in ein aktives, selbstbestimmtes Leben“, berichtet die zertifizierte Pferdetherapeutin.

„Heute nehmen drei Mal so viele Kinder und Jugendliche die von uns vermittelten Reittherapien in Anspruch“, sagt Antje Herrmann, Geschäftsführerin des Sonnenstrahl e. V. In zehn Sitzungen lernen sie auch reitend den Umgang mit den Pferden. Je nach Bedürfnissen und therapeutischen Zielen geht es um das Halten des physischen Gleichgewichts, um Koordination aber auch um Emotionales. „Sie können im Umgang mit den Tieren erfahren, welche Möglichkeiten in ihnen trotz ihrer Einschränkungen stecken. Diese Erfahrungen sorgen für wichtige Impulse bei der weiteren Genesung“, so Antje Herrmann weiter.

Mit Spaß und Neugier Freizeit- und Sportaktivitäten kennenlernen
Mit dem neuen kostenfreien Bewegungsprogramm initiiert das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) in Kooperation mit dem Universitäts-Physiotherapie-Zentrum (UPZ) des Dresdner Uniklinikums ein Gruppenangebot, das sich an ambulante Krebspatientinnen und -patienten richtet, die noch unter Therapie stehen, aber auch Betroffene, bei denen die akute Krebsbehandlung abgeschlossen ist. Teilnehmen können Patienten, deren behandelnder Arzt bestätigt, dass die gesundheitliche Voraussetzungen für das Programm gegeben sind. In den 60-minütigen Bewegungseinheiten lernen Patientinnen und Patienten verschiedene Freizeit- und Sportaktivitäten kennen. Das sind zum Beispiel Nordic Walking, therapeutisches Yoga oder Krafttraining. Die Teilnehmenden können sich ausprobieren und entdecken idealerweise ihren neuen sportlichen Favoriten. Die einzelnen Übungen sind so konzipiert, dass sie sich nach Programmende mit geringem Aufwand zuhause fortführen lassen. Neben erfahrenen Physiotherapeuten des UPZ vermitteln ein Begleitheft und sieben kurze Audiobeiträge zu Motivationsthemen effektive Strategien, wie sich mehr Bewegung und Sport in den Alltag integrieren lassen.

Bildtexte
Sarah (5 Jahre) und Erisa (3 Jahre), beide Patientinnen der Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Dresdner Uniklinikum freuen sich über den Besuch des Therapiepferds Checksy im Gebäude des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC).

Links
www.rudern-gegen-krebs.de
www.sonnenstrahl-ev.org
http://serv-sachsen.de

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Projektkoordination Rudern gegen Krebs
Dr. Susanne Engmann
Tel.: 0351 / 458 50 46