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Dresdner Kliniken machen sich für Schlaganfallprävention starkVorletztes Jahr stand der Infobus das erste Mal auf dem Dresdner Altmarkt, um zum Schlaganfall, seine Risiken und zur Vorbeugung zu informieren.
05. Mai 2015

Dresdner Kliniken machen sich für Schlaganfallprävention stark

Infobus der „Herzenssache Schlaganfall“ steht am 8. Mai auf Dresdner Altmarkt / Experten von drei Kliniken beraten Patienten und Interessierte zu Risiken und Nachsorge

Gesundheitsrisiken kennen, Symptome deuten, schnell reagieren – Aufklärung über den Schlaganfall und seine Erkennungszeichen kann Leben retten. Aus diesem Grund haben sich nach 2013 das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, die beiden Standorte des Städtischen Klinikums Dresden sowie die Orthopädie- und Rehatechnik Dresden GmbH zusammengeschlossen. Gemeinsam machen sie sich in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion für die Schlaganfallprävention stark: am Freitag, dem 8. Mai, steht der signalrote Infobus der „Herzenssache Schlaganfall“ von 10 bis 16 Uhr auf dem Dresdner Altmarkt. Im britischen Doppeldecker stehen Fachärzte, Experten aus der Pflege sowie der Rehabilitation und sogenannte Schlaganfall- Lotsen für direkte Gespräche zur Verfügung. Dabei können offene Fragen geklärt und das persönliche Schlaganfall-Risiko getestet werden. Auch Vertreter von Selbsthilfegruppen sind vor Ort. Mit dem Stopp in Dresden feiert der Schlaganfallbus seine diesjährige Premiere in Ostdeutschland. Einen Tag später steht das historische Gefährt in Bautzen (9. Mai); am Sonntag dann informieren dann örtliche Schlaganfallexperten in Meißen (10. Mai).

Der Schlaganfall ist nach Krebs- und Herzerkrankungen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Jährlich erleiden hierzulande rund 270.000 Menschen einen solchen Hirninfarkt. Dabei ließen sich 50 bis 70 Prozent aller Schlaganfall-Erkrankungen durch gezielte Vorsorge und die Förderung einer gesunden Lebensweise verhindern. Die von Boehringer Ingelheim initiierte und in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (SDSH) sowie der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) umgesetzte bundesweite Aufklärungskampagne „Herzenssache Schlaganfall“ setzt genau hier an: Ziel ist es, den Informationsstand über Ursachen, Risikofaktoren und Vorsorgeoptionen in der Bevölkerung zu verbessern und die Anzahl der Schlaganfälle zu reduzieren.

Am Freitag, dem 8. Mai macht deshalb der signalrote Infobus der „Herzenssache Schlaganfall“ von 10 bis 16 Uhr Station am Dresdner Altmarkt. Interessierte haben hier die Möglichkeit, im direkten Gespräch mit Fachärzten des Universitätsklinikums sowie der beiden Standorte des Städtischen Klinikums Dresden offene Fragen zu klären. Auch spezialisierte Pflegekräfte dieser Kliniken – darunter die beiden Schlaganfall-Lotsen der Klinik für Neurologie des Uniklinikums – stehen Ratsuchenden zur Seite und testen das persönliche Schlaganfall-Risiko der Interessenten. Informationsmaterialien sorgen für zusätzliche Aufklärung über Risikofaktoren, darunter Vorhofflimmern, eine häufig zu spät diagnostizierte Herzrhythmusstörung. Besonders für bereits vom Schlaganfall Betroffene und deren Angehörige interessant ist das Informationsangebot der Spezialisten der Dresdner Orthopädie- und Rehatechnik.

Wichtig ist der Gedanke, aktiv gegen die Risikofaktoren anzugehen, auch für die Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben. Sie erhalten an dem Aktionstag auf dem Altmarkt Hinweise, wie sich das Risiko eines erneuten Hirninfarkts senken lässt. Deshalb sind auch die beiden „Schlaganfall-Lotsen“ Heike Urban und Uwe Helbig vor Ort. Als Case Manager betreuen sie in Dresden und zukünftig in ganz Ostsachsen Patienten, die nach einem akuten Schlaganfall aus dem Krankenhaus entlassen worden sind. Mit diesem deutschlandweit ersten Projekt „SOS Care – Hilfe nach Schlaganfall“ setzt das seit mehreren Jahren erfolgreich arbeitende, vom Dresdner Universitätsklinikum maßgeblich initiierte Netzwerk „SOS-NET“ seine Arbeit fort. Beteiligt sind 14 ostsächsische Krankenhäuser mit insgesamt 17 Standorten. Das Netzwerk sichert rund um die Uhr die Beratung der einzelnen Kliniken durch die Spezialisten des Dresdner Universitäts SchlaganfallCentrums (DUSC) ab: Egal in welches dieser Krankenhäuser ein Patient nach akutem Schlaganfall kommt – die behandelnden Ärzte können jederzeit einen spezialisierten Neurologen des Uniklinikums kontaktieren und mit ihm die weitere Therapie besprechen.

Birgit Härtle, Projektleiterin der Aufklärungskampagne „Herzenssache Schlaganfall“ bei Boehringer Ingelheim, ergänzt: „Es ist gerade die übergreifende Zusammenarbeit von Fachärzten, Kliniken, Selbsthilfegruppen, Herstellern, Politikern und Verbänden, die unsere Aufklärungsarbeit erfolgreich macht. Nur gemeinsam können wir die Bevölkerung für die Erkrankung Schlaganfall nachhaltig sensibilisieren.“

Fakten zum Schlaganfall

Präklinik und Akutbereich

- Nur ein Fünftel aller Patienten mit Schlaganfall oder TIA erreichen in Deutschland das Krankenhaus innerhalb der ersten zwei Stunden nach Symptombeginn.1

- Innerhalb der ersten drei Monate nach Ereignis versterben rund 20 Prozent der Patienten nach einem erstmaligen Schlaganfall und etwa 40 Prozent weisen ein schlechtes Outcome auf, definiert als Tod, Behinderung in den Aktivitäten des täglichen Lebens (Barthel Index <60) oder Neuinstitutionalisierung.1 Seit Anfang der 1990er Jahre ist zwar die Mortalität deutlich zurückgegangen, allerdings sterben immer noch rund 30 Prozent aller Schlaganfallpatienten innerhalb eines Jahres nach dem Ereignis. 2

- Weiterhin kommt es häufig zu einer Reihe von schwerwiegenden Komplikationen durch einen Schlaganfall, die den weiteren Verlauf negativ beeinflussen können, wie zum Beispiel Depression, Störungen der emotionalen Kontrolle sowie kognitive Störungen.

Rehabilitation
- Circa 25 bis 30 Prozent aller Patienten werden nach Beendigung der Akutbehandlung direkt in eine stationäre Rehabilitation entlassen.1

- Etwa 70 Prozent aller überlebenden Patienten nach Schlaganfall oder TIA leben drei Monate nach Ereignis unabhängig zu Hause, circa ein Viertel wird durch Angehörige oder Pflegedienste zu Hause versorgt und etwa sechs Prozent sind auf Unterstützung in einer Pflege- oder Nachsorgeeinrichtung angewiesen.3

- Patienten nach einem Schlaganfall weisen ein erhöhtes Risiko für ein wiederholtes Ereignis auf. Zwischen etwa 16 und 30 Prozent aller Überlebenden erleiden innerhalb von fünf Jahren nach Erstereignis einen erneuten Schlaganfall. Es stehen eine Reihe effektiver Maßnahmen zur Risikoreduktion wiederholter Ereignisse bereit, wie beispielsweise die medikamentöse Sekundärprävention. Daten aus dem Qualitätssicherungsprojekt Nordwestdeutschland zeigen, dass derzeit zwischen 66 bis 85 Prozent aller Patienten drei Monate nach Ereignis noch die bei Entlassung empfohlene Sekundärprävention erhalten.3

Quellen
1. Aktuelle Neurologie 2010; 37;333-340; 2. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(36): 592–9. DOI: 10.3238/arztebl.2011.0592; 3. Schneider K, Heise M, Heuschmann P, Berger K. Situation of life and care in patients with a stroke. Nervenheilkunde 2009;28:114-8.

Weitere Informationen
Die Stationen der Aufklärungstour sowie zusätzliche Informationen zu der Herz-rhythmusstörung Vorhofflimmern, einem der bedeutsamsten Risikofaktoren für einen Schlaganfall, stehen auf der Website der Organisation zur Verfügung:
www.vorhofflimmern.de
www.schlaganfall-hilfe.de – Deutsche Schlaganfall-Hilfe (SDSH)
www.dsg-info.de – Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
www.neuro.med.tu-dresden.de/sos-net/ – Schlaganfallversorgung in Ost-Sachsen Netzwerk (SOS-NET)

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Neurologie
Direktor: Prof. Dr. med. Heinz Reichmann
Tel. 0351/ 4 58 (Sekretariat)
E-Mail: @uniklinikum-dresden.de