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Startschuss für Neubau mit hochmodernen OP-Sälen und leistungsstarker NotaufnahmeWilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand (v.l.n.r.); Eva-Maria Stange, sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst und Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand, legen den Grundstein für den Neubau. Foto: Uniklinikum / Thomas Albrecht
26. März 2015

Startschuss für Neubau mit hochmodernen OP-Sälen und leistungsstarker Notaufnahme

Sächsische Wissenschaftsministerin legt Grundstein für Erweiterung des Chirurgischen Zentrums am Uniklinikum

Mit der Grundsteinlegung am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden fällt am heutigen Donnerstag (26. März) der offizielle Startschuss für das derzeit größte Krankenhaus-Bauvorhaben in Sachsen. Freistaat und Klinikum investieren insgesamt mehr als 100 Millionen Euro in Bau und Ausstattung von Haus 32, der neuen Chirurgischen Notaufnahme sowie eines zusätzlichen OP-Zentrums. Direkt im Anschluss an den bestehenden, in den Häusern 58 und 59 untergebrachten Operationstrakt errichtet das Klinikum in Eigenregie ein Gebäude mit 17 hochmodern ausgestatteten OP-Sälen, der Notaufnahme, einem Ambulanzbereich sowie einer Intensiv- und drei regulären Pflegestationen für mehr als 120 Patienten. Dank der geplanten Übergänge zu den Kliniken für Augenheilkunde sowie HNO-Heilkunde ist der Neubau optimal in das bestehende Gebäudeensemble integriert. Mit der Grundsteinlegung durch Eva-Maria Stange, sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, fällt der offizielle Startschuss für den Neubau, der 2018 in Betrieb geht.

„Für das Universitätsklinikum ist die Erweiterung des Chirurgischen Zentrums ein entscheidender Baustein, um auch in Zukunft Maximalversorgung auf universitärem Niveau bieten zu können“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums: „Bei unserem ambitionierten Bauvorhaben können wird auf die uneingeschränkte Rückendeckung des Freistaats setzen. Das bestätigt unseren Kurs, das Klinikum im Sinne der Patienten aber auch der Forschung und Lehre kontinuierlich weiterzuentwickeln.“ Zu großen Teilen wird der Neubau bestehende Kapazitäten ersetzen, die Anfang der 90-er Jahre in Betrieb gegangen sind. „Auch wenn unser Haus 58 äußerlich noch den Anschein eines modernen Gebäudes erweckt, stecken ihm über 20 Jahre Dauerbetrieb in den Knochen. Im Sinne einer sicheren und modernen Hochleistungsmedizin war es deshalb unumgänglich, den Neubau auf den Weg zu bringen. – Auch deshalb, weil es nicht möglich ist, Operationssäle bei laufendem Betrieb grundhaft zu sanieren“, sagt Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums.

Die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, erklärt in ihrem Grußwort anlässlich der Grundsteinlegung des Bauvorhabens am Universitätsklinikum Dresden: „Mit dem Neubau des operativen Zentrums erhalten das Universitätsklinikum und die Medizinische Fakultät einen weiteren Baustein der Exzellenz in der Krankenversorgung aber auch für die Lehre und die klinische Forschung. Nach der Inbetriebnahme des Protonentherapiezentrums und der baldigen Fertigstellung des UCC-Portalgebäudes schaffen wir damit das erforderliche Investitionswachstum, um den internationalen Stellenwert, den sich die Dresdner Hochschulmedizin erworben hat zu halten und weiter auszubauen.“

Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, sagt anlässlich der Grundsteinlegung: „Die neue chirurgische Notaufnahme und das OP-Zentrum sind sozusagen das Herz des Universitätsklinikums. Es wird sicher schnell den Ruf weiter festigen, den das Uniklinikums für Qualität, moderne Technik und empathische Versorgung bereits genießt. Auch macht dieser Neubau es möglich, für alle Fälle gerüstet zu sein: Keiner wünscht sich Katastrophen mit mehreren Verletzten – aber wir werden in Dresden darauf vorbereitet sein. Als überregionales Traumazentrum sind hier Schwerverletzte gut aufgehoben. Keiner wünscht sich schwere onkologische Erkrankungen – aber wir werden in Dresden die neuesten Behandlungsmethoden anwenden. Eine Bestrahlung am offenen Körper erhöht nicht nur die Wirkung, sie verhindert vor allem, dass die Haut oder andere Organe geschädigt werden. Das zeigt: Der Freistaat Sachsen legt eine politische Priorität auf die Ausstattung und den Bau von Krankenhäusern und Universitätsklinika. Das ist mir wichtig und in Sachsen auch gute Tradition.“

Neubau Haus 32 Südwest-Ansicht bei Nacht.

Spitzenmedizin und optimale Bedingungen für Patienten sowie Mitarbeiter
Auf einer Gesamtnutzfläche von gut 10.500 Quadratmetern, die sich auf sechs Geschosse verteilen, beherbergt das Gebäude nahezu alle Funktionen eines eigenständigen Krankenhauses der Maximalversorgung. Das Erdgeschoss bietet erstmals eine den Bedürfnissen eines Uniklinikums entsprechende Chirurgische Notaufnahme: Gleichzeitig sieben Rettungsfahrzeuge können künftig Verletzte einliefern. Separate Wartebereiche und Untersuchungsräume für die Klinik für Kinderchirurgie sorgen künftig für eine Atmosphäre, die den jungen Patienten gerecht wird. Damit ist das Uniklinikum deutlich besser als bisher auf einen größeren Ansturm an Patienten gewappnet. Die derzeitige chirurgische Notaufnahme, die eigentlich als Provisorium geplant war, stößt nicht nur an Tagen mit Glatteis oder nach starkem Schneefall immer wieder an ihre Grenzen. Zudem sind die erweiterten Kapazitäten notwendig, um bei Katastrophen oder Großunfällen künftig mehr Patienten im Klinikum gleichzeitig in der Chirurgischen Notaufnahme versorgen zu können. Auch ohne solche dramatischen Ereignisse registriert diese Notaufnahme jährlich mehr als 30.000 Patienten. Davon sind etwa ein Drittel Kinder.

Die Lage des Neubaus sorgt zudem für deutlich kürzere Wege vom Hubschrauberlandeplatz zur Notaufnahme mit ihren Schockräumen und der radiologischen Notfalldiagnostik. Der Neubau wird zudem barrierefrei mit dem Foyer von Haus 59 verbunden, über das die Patienten auch in den neu geschaffenen modernen Ambulanzbereich gelangen. Im ersten Obergeschoss entsteht in direkter Anbindung zur Notaufnahme ein großer Not-OP für Schwerstverletzte. Dieser ist – wie die weiteren acht Operationssäle – direkt mit den Operationsbereich von Haus 59 verbunden. Damit kann sich das OP-Personal frei zwischen den Häusern bewegen. Zeitaufwändiges Ein- und Ausschleusen entfällt. Auf dieser ersten Ebene werden vor allem die Kliniken für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie für Kinderchirurgie operieren. Deshalb sind mehrere OP-Säle speziell für Eingriffe bei Frühgeborenen ausgestattet. Ein komplett mit digitaler Technik ausgestatteter OP erweitert zudem die Möglichkeiten mikroinvasiver Verfahren, der sogenannten Knopflochchirurgie. Einer der Säle ist zudem mit einem Bestrahlungsgerät ausgestattet. Letzteres dient dazu, bereits während einer Tumoroperation eine erste nebenwirkungsärmere Strahlentherapie vorzunehmen. Ebenfalls im ersten Obergeschoss ist eine Intensivstation mit 30 Betten untergebracht, die wie die OP-Säle direkt mit dem benachbarten Haus 59 verbunden ist.

Im zweiten Obergeschoss befinden sich acht Operationssäle. Sie zeichnen sich teilweise durch eine hochspezielle Ausstattung mit modernsten Geräten aus. Ein OP-Saal verfügt über einen Magnetresonanztomographen (MRT), ein weiterer ist mit einem speziellen Röntgengerät zur Roboter-Angiographie ausgestattet. Damit ist es möglich, während einer OP die Gefäße darzustellen. Auf dieser Ebene des Neubaus werden neben den Spezialisten des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Centrums (OUC) unter anderem die Neurochirurgie tätig sein. Deren Patienten profitieren vor allem von der Kombination des MRT mit dem OP-Saal. Auch die Spezialambulanz der Neurochirurgie wird dort einziehen und direkt an die Pflegestationen des Nachbargebäudes angebunden. In den weiteren Obergeschossen werden Pflegestationen mit Ein- und Zweibettzimmern untergebracht und damit optimale Bedingungen für 90 weitere Patienten geschaffen.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Prof. Dr. med. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand
Tel. 0351/ 4 58 20 89 (Sekretariat)
E-Mail:
www.uniklinikum-dresden.de