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Mit Sport Brücken schlagen

Eine Chirurgin, ein Internist und ein Maschinenbauingenieur radeln für die Hochschulmedizin Dresden

Mission des Stoneman Miriquidi erfüllt!

Dr. Fiona Kolbinger und Prof. Lorenz Hofbauer aus dem Dresdner Uniklinikum waren gemeinsam mit Dr. Peter Müller und Dr. Matthias Pohl 12 Stunden und 54 Minuten über 313,2 Kilometer und 5.927 Höhenmeter mit eigener Muskelkraft für die gute Sache unterwegs. Mit ihren Rennrädern haben die vier bereits über 8.500 Euro für die Stiftung Hochschulmedizin eingesammelt und bitten nun um einen Spenden-Schluss-Spurt. Ziel ist die Anschaffung von mindestens sechs Ergometern für Menschen mit einer Krebserkrankung und ältere Patienten des Zentrums für gesundes Altern.

Die beeindruckende Bilanz eines Tages auf dem Rennrad – Ihr seid wirklich Helden! In 12 Stunden und 54 Minuten habt Ihr 313,2 Kilometer und 5.927 Höhenmeter bewältigt. Dabei habt Ihr jeder 8.288 Kilokalorien verbrannt und 8.337 Milliliter Schweiß vergossen. Hinter dieser phänomenalen Leistung stehen eine Chirurgin, zwei Ärzte und ein Ingenieur.

Dr. Fiona Kolbinger, Prof. Lorenz Hofbauer, Peter Müller und Dr. Matthias Pohl haben am Sonnabend den Stoneman Miriquidi bewältigt und dabei über 8.000 Euro für die Stiftung der Hochschulmedizin Dresden gesammelt. Die vier bitten nun darum, den Betrag auf die vorher angepeilten 10.000 Euro aufzustocken, um mindestens sechs Ergometer für Menschen mit einer Krebserkrankung und für ältere Patienten des Zentrums für gesundes Altern anzuschaffen, die am Dresdner Uniklinikum behandelt werden.

Lorenz Hofbauer berichtet: Nach einer kurzen Nacht brachte uns ein schwarzer Minivan um 4 Uhr früh von Dresden nach Zinnwald und entlud uns in die Dunkelheit im Böhmisch-Sächsischen Grenzgebiet. Die schwüle Hitze der Vorwoche war nach Gewitterschauern einer angenehmen Frische gewichen. Bei 19 Grad Celsius, bewölktem Himmel und abtrocknenden Straßen pedalierten wir um halb sechs los. Zu viert fuhren Fiona Kolbinger, Peter Müller und Matthias Pohl (letzterer von Beruf Kardiologe – bei solchen Touren nie verkehrt) und ich flott los.

Die sechs Bar Überdruck im Schlauch, der steife Rahmen meines Orbea-Boliden und historisches Kopfsteinpflaster schüttelten mich durch. Ich war wach. Es war mittlerweile hell geworden und die abwechslungsreiche Streckenführung führte durch hübsche Landschaften mit nebelverhangenen Tälern, engen Schluchten mit wilden Bachläufen und alten Bergbaustätten. In den ersten gut zu fahrenden 100 Kilometer lag der Schnitt bei 27 km/h mit 1.600 Höhenmetern. Einige giftige Rampen mit 16 bis 18 Prozent Steigung erforderten den Einsatz von 400 Watt Muskelkraft.

Nach 110 Kilometern stand der erste Boxenstop im Edeka zum Nachtanken an. Das nächste Ziel war der Fichtelberg bei Kilometer 160, mit 1.215 Metern der höchste Berg in Sachsen und unserer Tour. Von Rittersgrün über Tellerhäuser wurde es nun kühler und ich kurbelte als Letzter nach oben. Da ich eine Abzweigung übersehen hatte und bis zum Ortsschild von Oberwiesenthal abgefahren war, kamen für mich noch unnötige 200 Höhenmeter und für die Gruppe 15 Minuten Wartezeit in der Kälte dazu (sorry!).

Nach einer rasanten Abfahrt am Hotel von Olympiasieger Jens Weißflog und der Kultkneipe Prijut12 vorbei sowie absurd steilen Gegenanstiegen am Skihang roulierten wir immer nahe an der Deutsch-Tschechischen Grenze entlang nach Osten. Doch beim Stoneman rouliert man eigentlich nie, sondern steuert sofort wieder den nächsten Gipfel an. Der Bärenstein zog mit knapp 900 Metern noch einmal Körner. Der zweite Boxenstop führte uns bei Kilometer 205 zum Billa in Weipert/Vejprty, einer Deutsch-Tschechischen Stadt: Wasser, Wassermelone, Kefir und Rosinenschnecken landeten im Einkaufskorb und leicht verzögert in unseren Mägen.

Danach begann der dritte und härteste Teil unseres Rundkurses. Und zu allem Überfluss wurde es für etwa zwei Stunden nun auch noch sonnig-warm. Die Verpflegung war schnell ausgedünnt – Fiona holte ihre Haribo-Produkte raus. Saigerhütte (flach) und Schwartenberg (steil) waren die nächsten Zwischenziele, danach ging es auf dem Erzgebirgskamm über Rolling hills durch einen kühlen schattigen Wald nach Holzhau. Dort begrüßten uns nach einer halsbrecherischen Abfahrt mit 18 Prozent Gefälle Mitglieder des PetzRacing Teams. Noch eine letzte Station: Über Altenberg fuhren wir in einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit leeren Tanks und glücklichen Gesichtern nach Zinnwald zurück, von wo aus wir 13 Stunden zuvor unsere Tour de Saxe begonnen hatten. Unser Rücktransport wartete bereits Professor Manfred Gahr aus dem Vorstand der Stiftung Hochschulmedizin Dresden war zusammen mit seiner Ehefrau zum Empfang gekommen – eine sehr schöne Geste! Mein besonderer Dank gilt Dr. Fiona Kolbinger, Dr. Peter Müller und Dr. Matthias Pohl.

Die Fahrt ist mit einem guten Zweck und die vier Freizeitsportler möchten gerne insgesamt 10.000 Euro an Spenden für den Kauf von Fahrradergometern für ältere Patienten mit Knochen- und Krebserkrankungen sammeln. Bislang sind etwa 8.500 Euro zusammengekommen, wobei ein größerer Teil noch nicht auf der Spenden-Website der Stiftung Hochschulmedizin Dresden registriert werden konnte.

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