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Behandlung der pAVK

Die Behandlung hängt vom Erkrankungsstadium und Begleitumständen ab. Dabei gibt es unterschiedliche Maßnahmen.

  • Behandlung von Risikofaktoren! Eine gute Einstellung von Blutdruck, Cholesterin und Diabetes sowie eine Raucherentwöhnung können den Langzeitverlauf und die allgemeine Sterblichkeit an z.B. Schlaganfall u./o. Herzinfarkt ganz entscheidend beeinflussen und unter Umständen eine Amputation langfristig verhindern. Ihre Motivation und Mitarbeit ist dabei von größter Bedeutung. 
  • Durchblutungsfördernde (Prostaglandine) und blutverdünnende Medikamente (z.B. ASS und Clopidogrel) können den Krankheitsverlauf verbessern.

Gehtraining- Schritte in die richtige Richtung

Im Stadium I und II  ist das systematische Gehtraining die Grundlage der Behandlung. Bewegung führt zur Ausbildung von Umgehungsschlagadern (Kollateralen), so dass die schmerzfreie Gehstrecke deutlich verlängert werden kann. Auch hier ist Ihre Mitarbeit unerlässlich. Die Regelmäßigkeit ist wichtig und zahlt sich aus! Im Stadium III und IV ist diese Methode nicht geeignet, da die Gliedmaße schwer durchblutungsgestört ist. Hier muss eine Operation, Katheterbehandlung oder eine sinnvolle Kombination von beidem zur Wiederherstellung der Durchblutung dringend und zeitnah durchgeführt werden, da sonst die Amputation droht.

 Kathetereingriff

Mit dem Katheterverfahren kann über einen Einstich -z. B. in der Leiste- ein Ballon in die Schlagader eingebracht und so unter Röntgenkontrolle eine Engstelle/Verschluss aufgedehnt werden (Angioplastie). Bei Bedarf kann auch ein Gitterröhrchen (Stent) zum Offenhalten der Schlagader eingebracht werden. Diese Eingriffsmethode ist sehr schonend, kann meist in Lokalanästhesie durchgeführt werden und erfordert in der Regel nur einen kurzen Krankenhausaufenthalt. Mittlerweile können sehr viele und auch langstreckige Verschlussprozesse so behandelt werden. Durch die Verwendung medikamentenbeschichteter Ballons und Stents konnten hier auch in den letzten Jahren die mittelfristigen Ergebnisse deutlich verbessert werden.
 

Operation

In bestimmten Fällen ist jedoch nach wie vor die Operation die beste Methode, um die Durchblutung der betroffenen Gliedmaße auch längerfristig wiederherzustellen, insbesondere bei langstreckigen, komplexen Verschlüssen und bei Verschlüssen im Bereich von Bewegungssegmenten der Schlagadern (z.B. Leistenarterie). Die Möglichkeiten der Rekonstruktion reichen von Ausschälen des Kalkes bis hin zu Bypassoperationen, also dem Anlegen von „Umleitungsschlagadern“ um den verengten oder verschlossenen Schlagaderanteil herum, so dass die Durchblutung des Beines wiederhergestellt ist. Der Krankenhausaufenthalt beträgt je nach Operation einige Tage bis eine gute Woche, je nach Wundheilung und individuellem Erholungsverlauf auch etwas länger.

 Hybrideingriff

Unter Hybridverfahren versteht man die sinnvolle Kombination aus Katheterverfahren und Operation. Diese Kombination ermöglicht oft auch bei komplexeren Erkrankungsbefall in unterschiedlichen Regionen eine maßgeschneiderte Behandlung in einer Sitzung.  Da sowohl komplexe Katheterbehandlungen als auch offenen Operationen zu unserem Behandlungsspektrum gehören, führen wir viele Hybdrideingriffe durch, um für den Patienten die schonendste Lösung mit der längsten Haltbarkeit anbieten zu können. Paradebeispiel für eine Hybridbehandlung ist z.B. eine Ausschälplastik der Leistenschlagadern in Kombination mit einer Katheter-Behandlung der Beckenschlagadern. Bei guten Langzeitergebnissen bleibt dem Patienten dabei ein früher üblicher belastender Bauchschnitt erspart, da die Behandlung über einen kleinen Leistenzugang erfolgt.

Obwohl wir als Behandler der pAVK viele verschiedene „Pfeile im Köcher“ haben, ist nicht für jeden Patienten jedes Verfahren geeignet. Bei unterschiedlichen Erkrankungsmustern, Begleiterkrankungen, Beschwerdestadien und Lebenswünschen ist ein individuelles Behandlungskonzept wichtig. Im gemeinsamen Gespräch lässt sich dies am besten herausfinden.