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Reha-Wandertag für einseitige CI-Träger 2015

Reha-Wandertag für einseitige CI-Träger 2015

Am Freitag, den 11. Dezember 2015, trafen wir uns zum Rehabilitationstag für PatientInnen, die einseitig CI-versorgt sind und auf dem Gegenohr normal hören. Wir erlebten eine interessante Führung durch das Dresdner Residenzschloss mit Besuch des Grünen Gewölbes, der Türkischen Cammer, der Schlosskapelle und der Fürstengalerie.

     

Die Nutzung einer Induktionsanlage war im Schloss entgegen der Vorabankündigung leider nicht möglich. Stattdessen bekamen wir Kopfhörer, die sich mit ein wenig Geschick sogar beidohrig (wenn richtig auf dem Mikrofon des Sprachprozessors platziert) nutzen ließen. Unsere Kunstführerin überraschte mit einem starken, osteuropäischen Akzent, der sicherlich für manche hörgeschädigte CI-Träger eine Herausforderung darstellt. Dank ihres großen Wissensschatzes, der Begeisterung für die Ausstellungsstücke und manch interessanter Anekdote über den Dresdner Hof, wurde die Qualität der Führung trotzdem von allen gelobt. Schließlich kann ein fremder Akzent auch ein zusätzliches Hörtraining sein. Zudem bestand die Möglichkeit, der Schlossführung trotz abgewandter Blickrichtung (z.B. beim Betrachten der Exponate) oder in einiger Entfernung von der Sprecherin dank des Funkkopfhörers gut zu folgen. Dies war auch für unsere Einseitigen eine neue und durchweg positive Hörerfahrung.

  Beim gemeinsamen Mittagessen gab es ausreichend Zeit für Erfahrungsaustausch. Eine kleine Lesung aus dem Buch von Alexander Görsdorf („Taube Nuss - Nichtgehörtes aus dem Leben eines Schwerhörigen“) zeigte gerade den mitgereisten Angehörigen die Auswirkungen dieser nicht sichtbaren Behinderung. Ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt brachte uns bei frühlingshaften Temperaturen zurück in die Gegenwart mit ihren zeitlichen Verpflichtungen.