Benutzerspezifische Werkzeuge

Experimentelle Entwicklungspsychopathologie

Experimentelle Entwicklungspsychopathologie

Der Forschungsbereich Experimentelle Entwicklungspsychopathologie unter Leitung des Klinikdirektors Prof. Dr. Veit Roessner befasst sich mit vielfältigen Themen des Störungsspektrums

Neben Verhaltensdaten werden auch neurophysiologische und biologische Parameter von betroffenen und gesunden Kindern und Jugendlichen betrachtet und verglichen.


Eingesetzte Methoden:

  • Genetik
  • Psychopathologie
  • Neurophysiologie (EEG)
  • Neuroimmunologie
  • Strukturelle und funktionelle Bildgebung (MRT, fMRT)

Bei Interesse an einer Studienteilnahme erreichen Sie uns per oder unter 0351 458 7168.

Aktuelle Projekte

Abgeschlossene Projekte

Concentrate-Studie

In unserer CONCENTRATE-Studie fokussierten wir den Zusammenhang von AD(H)S und Neurodermitis (atopisches Ekzem = AE). Hierbei wurden untersucht, warum und über welchen Mechanismus eine Erkrankung an AE das Risiko für AD(H)S erhöht.

Für dieses Projekt wurden Kinder mit und ohne AE sowie AD(H)S im Alter von 6 bis 10 Jahren untersucht. Eine Untersuchung der von AE betroffenen Kinder vor, während und nach einem sogenannten „Neurodermitis-Schub“ sollte zeigen, ob die Entzündungssymptomatik wichtige Lern- und Gedächtnisfunktionen der Kinder beeinträchtigt. Weiterhin sollte abgeklärt werden, inwieweit Stress bei der AE bzw. beim Zusammenhang dieser Erkrankung mit dem AD(H)S eine Rolle spielt. 

Publikationen zum Projekt

Buske-Kirschbaum A, Trikojat K, Tesch F, Schmitt J, Roessner V, Luksch H, Rösen-Wolff A, Plessow F: Altered hypothalamus-pituitary-adrenal axis function: A relevant factor in the comorbidity of atopic eczema and attention deficit/hyperactivity disorder? Psychoneuroendocrinology, 105, 178-186, 2019.

Schmitt J, Buske-Kirschbaum A, Tesch F, Trikojat K, Stephan V, Abraham S, Bauer A, Nemat K, Plessow F, Roessner V: Increased attention-deficit/hyperactivity symptoms in atopic dermatitis are associated with history of antihistamine use. Allergy, 73(3):615-626, 2018.

Buske-Kirschbaum A, Schmitt J, Plessow F, Romanos M, Weidinger S, Roessner V: Psychoendocrine and psychoneuroimmunological mechanisms in the comorbidity of atopic eczema and attention deficit/hyperactivity disorder. Psychoneuroendocrinology, 38(1):12-23, 2012.


European Multicenter Tics in Children Study (EMTICS)

EMTICS ist eine groß angelegte multizentrische Studie mit zwei longitudinalen Kohorten, in denen

(1) Kinder und Jugendliche mit einer chronischen Tic-Erkrankung und deren
(2) Verwandte ersten Grades

im Rahmen einer integrierten, multidisziplinären Forschungsstrategie beobachtet wurden. 

Das Ziel der European Multicenter Tics in Children Study (EMTICS) ist es, die komplexe Interaktion zwischen Umwelt, Autoimmunität und Genetik in Bezug auf den Beginn und den klinischen Verlauf von Tic-Störungen (TS) und den damit verbundenen Zwangssymptomen zu erforschen und diese Erkenntnisse in klinische Anwendungsmöglichkeiten zu übertragen. Die Studie versucht zu identifizieren, welche Rolle die Exposition gegenüber spezifischen Umweltfaktoren spielt. Untersucht wurde dabei der Einfluss:

  • neuer Exposition gegenüber spezifischen molekularen Gruppe A Streptokokken -Typen und/oder Subtypen in Form von Transport oder Infektion im Rachenraum
  • sowie psychosozialen Stresses

auf den Beginn und den Verlauf von Tic-Störungen. 

Weiterhin wird versucht, genetische Signalwege zu identifizieren, die bei der Verschlimmerung der Tic-Symptome aktiviert werden, indem longitudinale genomweite Genexpressionsanalysen durchgeführt werden.

Über einen Zeitraum von 16 Monaten wurden 715 Kinder und Jugendliche im Alter von 3-16 Jahren mit einer bereits diagnostizierten chronischen Tic-Erkrankung longitudinal beobachtet. 
In einer dreijährigen longitudinalen Beobachtung, wurden 260 Kinder im Alter von 3-10 Jahren untersucht, die Geschwister von Patienten mit einer chronischen Tic-Erkrankung sind, aber zum Zeitpunkt des Einschlusses in die Studie keine Tics oder Zwangssymptome aufwiesen. 

Sowohl Umweltfaktoren (wie das Erleben von psychosozialem Stress und das Auftreten von Infektionen) als auch Biomarker (wie immunologische Veränderungen, Veränderungen der Genexpression und infektiöse Parameter), die möglicherweise mit Tic-Exazerbationen oder einem Tic-Onset in Verbindung stehen, wurden in beiden Kohorten in regelmäßigen Abständen (mindestens aller 3 Monate) erfasst.

Das EMTICS-Konsortium bringt Experten auf dem Gebiet der Tic-Störungen in ganz Europa zusammen. Das Projekt wurde aus dem "Siebten Rahmenprogramm der Europäischen Gemeinschaft" (FP7/2007-2013) finanziert.


Publikationen zum Projekt

Openneer TJ, Tárnok Z, Bognar E, Benaroya-Milshtein N, Garcia-Delgar B, Morer A,Steinberg T, Hoekstra PJ, Dietrich A & the EMTICS collaborative group: The Premonitory Urge for Tics Scale in a large sample of children and adolescents: psychometric properties in a developmental context. An EMTICS study. European Child & Adolescent Psychiatry, 1-14, 2019.

Baglioni V, Coutinho E, Menassa DA, Giannoccaro MP, Jacobson L, Buttiglione M, Petruzzelli O, Cardona F, Vincent A & the EMTICS collaborative group: Antibodies to neuronal surface proteins in Tourette Syndrome: Lack of evidence in a European paediatric cohort. Brain, behavior, and immunity, 81, 665-669, 2019.

Schrag A, Martino D, Apter A, Ball J, Bartolini E, Benaroya-Milshtein N, Buttiglione M, Cardona F, Creti R, Efstratiou A, Gariup M, Georgitsi M, Hedderly T, Heyman I, Margarit I,Mir P, Moll N, Morer A, Müller N, Müller-Vahl K, Münchau A, Orefici G, Plessen KJ, Porcelli C, Paschou P, Rizzo R, Roessner V, Schwarz MJ, Steinberg T, Tagwerker Gloor F, Tarnok Z, Walitza S, Dietrich A, Hoekstra PJ & the EMTICS collaborative group: European Multicentre Tics in Children Studies (EMTICS): protocol for two cohort studies to assess risk factors for tic onset and exacerbation in children and adolescents. European child & adolescent psychiatry, 28(1), 91-109, 2019.

Roessner V, & Hoekstra PJ: European Multicenter Tics in Children Studies (EMTICS): exploring the onset and course of tic disorders. European child & adolescent psychiatry, 22(7), 451, 2013.


ONLINE-TICS – Verhaltenstherapeutische Behandlung der Tics von Zuhause aus

Das Verhaltenstherapieprogramm „Comprehensive Behavioral Intervention for Tics“ (CBIT) – besser bekannt unter der Bezeichnung „Habit Reversal Training (HRT)“ (=Gewohnheitsumkehrtraining) – gilt als Behandlung der 1. Wahl in der Therapie von Tic-Störungen. Es führt im Mittel zu einer Verminderung der Tics um 30-40%.

In Deutschland mangelt es aktuell jedoch vielerorts an entsprechend qualifizierten Therapeuten, so dass viele Patienten derzeit keinen Zugang zu dieser wirksamen Therapie haben. Dieser Mangel soll mit Hilfe der Studie ONLINE-TICS beseitigt werden. Dazu wurde untersucht, ob eine Behandlung mit HRT/CBIT alternativ nicht ebenso erfolgreich online-basiert via Internet – also vollkommen unabhängig von einem ambulanten Therapeuten in einer Praxis – durchgeführt werden kann.
Bei Teilnahme an der Studie ONLINE-TICS erhielten die Teilnehmer entweder sofort eine Internet-basierte Therapie Ihrer Tics mit HRT/CBIT (in 8 Sitzungen über 10 Wochen) oder aber – wenn Sie zunächst der Kontrollgruppe zugelost wurden – anfangs ausführliche Informationen zum Tourette Syndrom, aber zu einem späteren Zeitpunkt nach Abschluss der Studie ebenfalls die Möglichkeit, eine Internet-basierte Behandlung mittels HRT/CBIT durchzuführen. Somit wurde jedem Studienteilnehmer eine Behandlung garantiert.

ONLINE-TICS wurde deutschlandweit an verschiedenen Studienorten durchgeführt. Die Studie umfasste fünf Studienvisiten à 2 Stunden (vor, während und nach Ende der Therapie) über einen Zeitraum von 8,5 Monaten. Teilnehmer der Studie mussten folgende Kriterien erfüllen:

  • Vorliegen einer Tic-Störung/eines Tourette Syndroms
  • Mindestalter 18 Jahre
  • bisher keine Therapie der Tics mittels CBIT/HRT
  • Eventuell zur Behandlung Ihrer Tics eingenommene Medikamente wurden innerhalb von 6 Wochen vor Studienbeginn nicht verändert
  • Zugang zu einem internetfähigen PC

Die Studie war ein Kooperationsprojekt der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover, dem Institut für Neurogenetik der Universität zu Lübeck, der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilans-Universität München, der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Uniklinik RWTH Aachen sowie unser Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Universitätsklinikum C. G. Carus Dresden.


Versorgungsforschung VJU Dresden - Kooperation und Vernetzung von Kinder- und Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie

VJU - KVB

Das Anliegen der Studie ist die Evaluation von Umsetzung, Akzeptanz und Zufriedenheit mit der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Jugendamt der Stadt Dresden (JA) und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und-psychotherapie (KJP) des Universitätsklinikums Dresden sowie deren Effekte auf die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit komplexem psychosozialem Hilfebedarf. Hierbei wird einerseits das Helfersystem (JA, KJP) betrachtet werden, andererseits wird im Design einer prospektiven Längsschnittstudie der Einfluss der Vereinbarung auf die Patientenstichprobe und deren psychosoziale Entwicklung geprüft. Ergänzend soll mit Hilfe einer retrospektiven Aktenanalyse und eines Katamnesetermins die Zufriedenheit mit bisherigen Abläufen eruiert werden. Eingeschlossen werden Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren , die bereits in Kontakt mit dem Jugendamt stehen oder denen die Kontaktaufnahme empfohlen wurde

VJU - Curriculum

Von Jahr zu Jahr nehmen mehr Kinder und Jugendliche Leistungen der Jugendhilfe (JH) in Anspruch.  Von diesen zeigen immer mehr psychische Auffälligkeiten bis hin zu Störungen. Angesichts der steigenden Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit komplexem Hilfebedarf, steigen die pädagogischen und psychischen Anforderungen der Versorgungsträger.  Aufgrund dessen wurde ein interdisziplinäres Curriculum ins Leben gerufen. Ziel dieser Untersuchung ist die Evaluation dieses Curriculums (VJU Dresden-Curriculum), welches sowohl für MitarbeiterInnen aus stationären Jugendhilfe (JH)-Einrichtungen und des Jugendamtes (JA) der Stadt Dresden als auch für ÄrztInnen,  PsychologInnen und Sozialarbeitern der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus (KJP) Dresden konzipiert wurde. Ende 2015 wird dieses erstmals durchgeführt und die Akzeptanz und Zufriedenheit der teilnehmenden MitarbeiterInnen bezüglich der Inhalte und der Umsetzung des Curriculums evaluiert. Darüber hinaus werden die Effekte des VJU Dresden-Curriculums auf die psychosoziale Entwicklung von Kindern mit komplexem psychosozialen Hilfebedarf evaluiert.

Dazu werden klinische Daten von Kindern im Alter von 6 bis 17 Jahren in die Studie eingeschlossen werden, die instationären JH-Einrichtungen in Dresden leben oder vor kurzem gelebt haben.

Hier finden Sie den Abschlussbericht zum Projekt zum Download.