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20 Jahre Sächsisches Cochlear Implant Centrum (SCIC) – ein Grund zu feiern

20 Jahre Sächsisches Cochlear Implant Centrum (SCIC) – ein Grund zu feiern

 

„Mein schönstes Erlebnis mit dem CI war, als ich das 1. Mal hörte, wie meine Tochter zu mir „Mama“ sagte und ich das von hinten verstanden habe. Sie meinte dann: „Ich muss erst 17 Jahre alt werden, bis Du hörst, dass ich Mama sage.“

 

Wieder besser hören und leichter kommunizieren zu können, das ist das Ziel aller hörgeschädigten Patienten. Wie gut dies mit einem CI gelingen kann, wurde im Rahmen des Dresdner CI-Symposiums 2015 einmal mehr deutlich. Mit einem neuen Teilnehmerrekord von 250 CI-Trägern, Angehörigen, Interessierten und Fachleuten begann am 20.6.2015 das Dresdner CI-Symposium im größten Hörsaal des Universitätsklinikums Dresden. Die Teilnehmer lauschten gebannt den Vorträgen. Unterstützt wurden sie von Schrift- und Gebärdendolmetschern und konnten die Möglichkeit der induktiven Übertragung nutzen.

Die ersten Vorträge von Prof. Mürbe, dem ärztlichen Leiter des SCIC und Dominique Müller, der therapeutischen Leiterin, beschäftigten sich mit der Gegenwart und der Vergangenheit der CI-Versorgung in Dresden. So änderten sich in den letzten 20 Jahren vor allem die medizinischen Indikationen, welche hörgeschädigten Patienten die Möglichkeit für ein CI eröffnen. Daraus resultierend stiegen die jährlichen Operationszahlen von 8 im Jahr 1995 auf 133 CI-Operationen im Jahr 2014. Auch die Altersstruktur der Patienten erfuhr einen Wandel: heute werden mehr Kinder im Säuglings- und Kleinkindalter und mehr ältere Erwachsene mit CIs versorgt.


Ein Höhepunkt der Veranstaltung war das Rundtischgespräch mit den Begründern des SCICs. Prof. Hüttenbrink, heute Direktor der HNO-Uniklinik Köln, der das CI schon in den Anfangsjahren als „etwas faszinierend Großes“ erachtete, hatte 1993 die ersten CI-Operationen Sachsens durchgeführt. Die ersten Anpassungen leitete Prof. Hofmann. Der Pädagoge Bernd Hartmann kam damals nach fast 20jähriger Tätigkeit in der Gehörlosenschule Dresden an das SCIC: „Es geht um die Inhalte“, denn trotz Gebärdensprache gelangten die hörgeschädigten Kinder oftmals an die Grenzen ihrer Möglichkeiten in der Kommunikation mit der hörenden Welt. So wurden in diesem Gespräch die Problemstellungen der Anfangsjahre mit vielen Beispielen und unterhaltsamen Anekdoten verdeutlicht.


Der anschließende Blick in die Zukunft durch Frau Dr. Hahne, Leiterin der Forschungsabteilung des SCIC und Prof. Zahnert, Direktor der HNO-Klinik, rundete den Vormittag ab und versprach  spannende Entwicklungen in den kommenden 20 Jahren.

Auch wenn das erhoffte sommerliche Wetter ausblieb, wurde nachmittags in den Räumen des SCIC Dresden gefeiert. Neben vielen interessanten Ausstellungen, wie z.B. der Industrieausstellung, einer Technikausstellung oder auch verschiedener Fotopräsentationen standen das Wiedersehen mit alten Freunden und Bekannten und gleichzeitig das Knüpfen neuer Kontakte im Mittelpunkt. Langjährige Patienten, die das SCIC schon seit den 1990ern kennen, aber auch die „Neuen“ konnten ihr Wissen zum SCIC und seiner 20jährigen Geschichte in einem Quiz testen. Auf der Suche nach den richtigen Lösungen sorgten die Fragen für Begeisterung, aber auch für Erstaunen und reichlich Gesprächsstoff.  Unterhalten durch musikalische Beiträge von CI-Trägern und den Mitarbeitern des SCIC wurde bei Kaffee und Kuchen viel geredet und gelacht und zum Abschluss sogar gesungen.


Wir bedanken uns herzlich bei allen Patienten, die gemeinsam mit uns diesen Tag gefeiert haben.
Die Veranstaltung wurde freundlich gefördert von der Landesdirektion Sachsen.

                        Prof. Dr. med. D. Mürbe                                  Dominique Müller (M. A.)
                               Ärztlicher Leiter                                           Therapeutische Leiterin