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Computertomographie

Computertomographie

Generelles zur Methode

Die Computertomographie (CT) wurde 1972 etabliert und ermöglichte erstmals eine Untersuchung des Hirngewebes ohne Eröffnung des Schädelknochens. A. M. Cormack und G. N. Hounsfield wurden 1979 für diese bahnbrechende medizinische Entwicklung mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
Moderne CT-Scanner erstellen in sehr kurzer Zeit hochauflösende und überlagerungsfreie Schnittbilder der untersuchten Körperregion.
Während der Untersuchung rotiert eine Röntgenröhren-Detektor-Einheit senkrecht zur Körperlängsachse um den  Patienten und scannt schichtweise oder spiralförmig die Untersuchungsregion. Dabei wird kontinuierlich die Schwächung der Röntgenstrahlen aufgezeichnet.
Aus diesen Rohdaten berechnet ein Computer die Dichtewerte für jeden einzelnen Bildpunkt (Voxel) der wenige Millimeter dicken Schichten und wandelt sie zur Visualisierung in entsprechende Graustufen um.
Die entstandenen Schnittbildserien können je nach Fragestellung auf die Dichte (Graustufen) bestimmter Gewebe optimiert (gefenstert) und auch dreidimensional rekonstruiert werden. Krankhafte Veränderungen können meist durch niedrigere (hypodens) oder höhere (hyperdens) Dichtewerte vom umgebenden Gewebe abgegrenzt werden. Ist die Differenzierbarkeit aufgrund gleicher (isodens) Dichtewerte eingeschränkt, kann bei speziellen Fragestellungen die Gabe von Kontrastmittel über eine Vene notwendig sein. Die CT-Angiographie (CTA) ist eine Kontrastmitteluntersuchung zur Darstellung des Gefäßsystems.

Indikationen

Die CT wird in der Neuroradiologie bei einer Vielzahl von Fragestellungen v. a. im Bereich der Notfalldiagnostik eingesetzt. Die Indikation wird vor jeder Untersuchung vom Neuroradiologen individuell geprüft.
 Wichtige Anwendungsgebiete der CT in der Neuroradiologie sind:

  • Akute Fragestellungen wie z. B. Schlaganfall (Abb. 1), Blutung (Abb. 2) und Schädel-Hirn-Verletzungen,
  • Darstellung knöcherner Veränderungen von Kopf und Wirbelsäule wie z. B. Frakturen, Degeneration oder bösartige/entzündliche Prozesse mit Knochenbeteiligung,
  • Planung und Kontrolle operativer Eingriffe an Kopf oder Wirbelsäule sowie im Rahmen einer interventionellen Therapie (siehe CT-Intervention),
  • als alternative Methode, wenn eine MRT aufgrund von Kontraindikationen nicht möglich ist.

Die CT-Angiographie wird in der Neuroradiologie v. a. zur Beurteilung der Hals- und Hirngefäße genutzt, z. B. zur

  • Frage nach Verschluss oder Engstelle, z. B. bei einem Schlaganfall,
  • Frage nach Blutungsursache,
  • Frage nach Gefäßwandveränderungen wie z. B. Wandaussackung (Aneurysma, Abb. 3) oder Ablagerung von Kalk (Abb. 4),
  • Planung und Kontrolle operativer Eingriffe im Gefäßsystem.

Ablauf der Untersuchung

Im Vorfeld wird der Patient hinsichtlich Begleiterkrankungen und Risiken befragt und über den Ablauf der Untersuchung und mögliche unerwünschte Wirkungen aufgeklärt. Sofern eine Kontrastmittelgabe erforderlich ist, müssen Laborwerte vorliegen, die Auskunft über die Nierenfunktion (Kreatinin) und die Schilddrüsenfunktion (TSH) geben. Sind diese Werte unauffällig, wird zur Vorbereitung der Kontrastmittelgabe eine Venenverweilkanüle gelegt.

Während der Untersuchung liegt der Patient bequem auf einer Liege, die in die ringförmige Öffnung (Gantry, Abb. 5) des Geräts gefahren wird. Zunächst wird eine kurze Planungsübersicht (Abb. 6) erstellt und schließlich die gewünschte Körperregion bei langsamen Vorschub der Liege gescannt. Die Untersuchung dauert wenige Minuten und ist schmerzfrei. Der Patient sollte sich während dieser Zeit möglichst nicht bewegen. Die Untersuchung wird aus dem sogenannten Kontrollraum gesteuert, der jederzeit über Sichtfenster und Gegensprechanlage erreichbar ist. 
Ist eine Kontrastmittelgabe erforderlich, wird die Venenverweilkanüle mit einer computergesteuerten Kontrastmittelspritze verbunden, über die das Kontrastmittel verabreicht wird. Der Computer kann in einem definierten Gefäß die Anflutung des Kontrastmittels messen. Erreicht das Kontrastmittel in diesem Gefäß einen Schwellenwert, wird die Untersuchung automatisch oder manuell gestartet. Die Gabe von Kontrastmittel ist schmerzfrei.

 Was muss beachtet werden?

  • Eine Schwangerschaft muss vor der Untersuchung ausgeschlossen sein, da die CT mit einer Strahlenbelastung verbunden ist.
  • Zur Vermeidung von Bildstörungen (Artefakten) müssen, wenn möglich, metallische Gegenstände aus dem Untersuchungsbereich entfernt werden. Während der Untersuchung sollte der Patient ruhig liegen bleiben.
  • Die Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel kann in seltenen Fällen zu unerwünschten Wirkungen führen. Diese können jedoch in aller Regel im Vorfeld durch Klärung folgender Fragen vermieden werden:
    • Besteht eine Nierenerkrankung oder Schilddrüsenüberfunktion?
    • Ist eine Unverträglichkeitsreaktion (Allergie) auf Kontrastmittel oder Jod bekannt?

    zuletzt verändert: 08.02.2018