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IMPRESS

Effektivität des IQM-Peer Review Verfahrens zur Verbesserung der Ergebnisqualität – eine pragmatische cluster-randomisierte kontrollierte Studie 

IMPRESS (Effektivität des IQM-Peer Review Verfahrens zur Verbesserung der Ergebnisqualität – eine pragmatische cluster-randomisierte kontrollierte Studie) ist eine durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderte Studie (Förderkennzeichen: 01VSF16013_IMPRESS). Sie wird vom Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV), der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) und dem Zentralbereich Qualitäts- und Medizinisches Risikomanagement (ZB QRM) des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden mit Unterstützung des Koordinierungszentrums für Klinische Studien Dresden (KKS) durchgeführt.

Ziel von IMPRESS ist es zu überprüfen, ob sich die Ergebnisqualität der medizinischen Behandlung durch das ärztliche Peer Review in Verbindung mit der transparenten Darstellung von Qualitätsergebnissen verbessert. Dafür werden im Rahmen einer cluster-randomisierten kontrollierten Studie 60 Kliniken mit auffälligen Mortalitätsraten bei Patienten mit einer Beatmungszeit länger als 24 Stunden in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt und deren Ergebnisqualität miteinander verglichen.

Hintergrund:

Im Rahmen der ärztlichen Peer Reviews überprüfen geschulte Peers aufgrund von statistischen Auffälligkeiten die entsprechenden Fälle (Patientenakten) anhand von klassischen medizinischen Analysekriterien zu Diagnostik, Indikationsstellung, Therapie und Dokumentation. Auf dieser Basis können Verbesserungen für die Versorgung in der täglichen klinischen Praxis gemeinsam erarbeitet werden. Im Erfolgsfall kann das Peer-Review Verfahren die Versorgungsqualität, Patientensicherheit und Versorgungseffizienz steigern.

Warum IMPRESS?

Die Sicherstellung einer hohen Versorgungsqualität und Patientensicherheit ist ein wichtiges Anliegen des deutschen Gesundheitssystems. Dabei wird neben der gesetzlich verpflichtenden externen Qualitätssicherung (§ 136 Abs. 1 SGB V i.V.m. § 135a SGB V) verstärkt das freiwillige ärztliche Peer Review Verfahren zur Qualitätssicherung in Krankenhäusern angewendet. Dieses Verfahren ermöglicht einen kollegialen fachlichen Austausch auf Augenhöhe zwischen medizinischen Experten verschiedener Kliniken und soll in den Kliniken auf Basis einer offenen Fehlerkultur einen kontinuierlichen internen Verbesserungsprozess initiieren. Im Fokus des Verfahrens steht im Unterschied zu einem Audit das Lernen voneinander. Wie für zahlreiche Instrumente des Qualitätsmanagements ist aus unterschiedlichsten, auch methodischen Gründen die Wirksamkeit des Peer Review Verfahrens nicht ausreichend belegt.

Wie läuft die Studie ab?

Das Projekt IMPRESS untersucht die Wirksamkeit des Peer Review Verfahrens anhand von Indikatoren der Ergebnisqualität bestimmter intensivmedizinischer Behandlungen. Insbesondere wird der Prozess der Beatmung von Patientinnen und Patienten betrachtet, wobei von der Indikationsstellung bis hin zur Therapie viele komplexe Teilprozesse ineinandergreifen. Das Projekt schließt Patientinnen und Patienten aus 60 Kliniken der Routineversorgung mit Herzinfarkt, Schlaganfall, COPD, Pneumonie und schweren kolorektalen Erkrankungen ein, die mehr als 24 Stunden beatmet wurden. Diese Erkrankungen gehen mit einer hohen Erkrankungslast der Betroffenen einher. Gleichzeitig führen sie zu hohen Versorgungskosten im stationären und ambulanten Bereich.

Anhand von Routinedaten nach § 21 KHEntgG wird die Sterblichkeitsrate der Betroffenen vor und nach der Durchführung entsprechender Peer Reviews ermittelt und mit Angaben aus Kontrollkliniken verglichen, in denen kein Peer Review durchgeführt wurde. Ergänzt werden diese Angaben durch Befragungsdaten zur Strukturqualität und Änderung von Versorgungsprozessen in den teilnehmenden Kliniken bzgl. beatmeter Patienten in den vergangenen 12 Monaten sowie standardisierte Primärdaten aus den durchgeführten Peer Reviews.

Für IMPRESS wurde zur Sicherstellung aller datenschutzrechtlicher Belange eine Vertrauensstelle am KKS eingerichtet und das Studien- bzw. Datenschutzkonzept durch die Ethikkommission der Technischen Universität Dresden sowie die Datenschutzbeauftragte des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden geprüft.

Für weitere Informationen zu IMPRESS:

Studienleiter
Prof. Dr. med. Jochen Schmitt, MPH
Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung
0351 458 6493

Studienkoordination
Dr. rer. nat. Olaf Schoffer
Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung
0351 458 6494