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12. Februar 2019

DFG Förderung zur Bestimmung objektiver Indikatoren der posttraumatischen Dissoziation

„...und dann fühlt sich die Welt ganz stumpf an“ – pathologische Wahrnehmungen am Körper ablesbar machen

Menschen, die in ihrem Leben traumatische Erfahrungen gemacht haben, können auch Jahre später noch unter den Folgen dieser Erlebnisse leiden. Betroffene einer chronischen Posttraumatischen Belastungsstörung berichten teilweise Veränderungen in ihrer Empfindung und Wahrnehmung, wie z. B. das plötzliche und wiederholt auftretende Gefühl, dass man sich wie nicht von dieser Welt fühlt und der eigene Körper merkwürdig und fremd erscheint. Dabei sind diese Symptome zumeist ausschließlich über subjektive Berichte erfassbar, was die Diagnostik erschwert. Daher erforschen nun Wissenschaftlerinnen am Uniklinikum Dresden in einem DFG geförderten Projekt, wie sich pathologische Wahrnehmungen mittels physiologischer Marker abbilden lassen.

Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus wird daher untersucht, inwieweit solche Empfindungsveränderungen, die unter den Begriffen Depersonalisation und Derealisation zusammengefasst werden, mit körperlichen Veränderungen einhergehen. Dies ist wichtig, weil sich die bisherige Forschung beinahe ausschließlich auf das subjektive Empfinden der Betroffenen stützt. Das Berichten über solche Symptome ist jedoch oftmals schwierig und die zur Verfügung stehenden Messinstrumente sind uneinheitlich. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen keine empirischen Daten vor, die anhand von objektiven körperlichen Markern eine Abschätzung der Symptomschwere erlauben. Daher können die neurobiologischen Korrelate von Derealisation und Depersonalisation bisher auch nur ansatzweise verstanden werden.

Die Gruppe um Junior-Professorin Ilona Croy und Oberärztin Julia Schellong von der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik untersucht diese Fragestellungen nun in dem Projekt „Objektive Indikatoren der posttraumatischen Dissoziation“. Dieses Projekt wird mit 300.000€ von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und ist auf 3 Jahre angesetzt.  Die Wissenschaftlerinnen werden dabei über verschiedene – auch Smartphone-gestützte – Ansätze den Zusammenhang zwischen subjektiv berichteter Derealisation und Depersonalisation sowie körperlichen Variationen z. B. in der Herzaktivität, der Körperschwankung und der sensorischen Wahrnehmung untersuchen.

Das Ziel dieses Projektes ist es dabei, körperliche Marker zu identifizieren und schließlich neue Konzepte zur Diagnostik und Therapie zu entwickeln.

Kontakt:

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik

Jun. Prof. Dr. habil. Ilona Croy, Dipl.-Psych.

Leiterin der Forschungsgruppe Neuromarker

Telefon 0351 458-3502

E-Mail

Dr. med. univ. Julia Schellong

Leitende OÄ und OÄ Psychotraumatologie

Telefon  0351 458-7094

E-Mail