Personal tools

Wie kann der Entstehung einer Hüftarthrose vorgebeugt werden?

Wie kann der Entstehung einer  Hüftarthrose vorgebeugt werdenZiel vorbeugender Maßnahmen ist zuallererst, das Neuauftreten einer Hüftarthrose zu verhindern („Primärprävention“). Dies kann dann gelingen, wenn Risikofaktoren für eine Arthrose-Entstehung ausgeschaltet werden. Nachdem die konstitutionellen Risikofaktoren (Alter, Geschlecht, genetische Faktoren) nicht änderbar sind, haben vor allem frühzeitige Maßnahmen bei anderen Risikofaktoren große Bedeutung: Dazu gehört die rechtzeitige und erfolgreiche Behandlung von Formstörungen des Hüftgelenkes (Hüftdysplasie und andere kindliche Hüfterkrankungen, Impingementsyndrom etc.) sowie die Vermeidung von Überlastungen. Übergewicht sollte reduziert und gelenkschädigende sportliche oder berufliche Tätigkeiten sollten gemieden werden. Durch regelmäßige sportmedizinische bzw. arbeitsmedizinische Untersuchungen kann hier oftmals bei gefährdeten Personen eine Früherkennung erfolgen. Bei vorliegenden Stoffwechselerkrankungen (Diabetes, Hypercholesterinämie, Gicht) muss eine optimale medizinische Einstellung der Blutzucker-, Blutfett- und Harnsäure-Werte erfolgen. Auch weitere negative Faktoren wie übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum sind zu vermeiden.

Bei bereits vorliegenden Anfangsstadien einer Arthrose soll mit Maßnahmen der „Sekundärprävention“ das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden. Auch hier müssen nach Möglichkeit sämtliche belastenden Faktoren ausgeschaltet werden. Es sollten ein ideales Körpergewicht, moderate regelmäßige Bewegung und Muskelkräftigung angestrebt werden. In ausgewählten Fällen bei einer erst beginnenden Gelenkabnutzung können noch gelenkerhaltende operative Maßnahmen (z. B. Umstellungsoperationen) sinnvoll sein.

Schließlich bleibt bei bereits manifestem Arthroseschaden nur noch die „Tertiärprävention“. Da hier die Erkrankung nicht mehr aufgehalten oder verlangsamt werden kann, dienen sämtliche Maßnahmen der Verhinderung von Folgeschäden.

Durch Schmerzen und eine zunehmende Einschränkung der Gelenkfunktion minimieren die Patienten oftmals erheblich ihre körperlichen Aktivitäten. Dies kann zu Übergewicht und daraus resultierenden Zivilisationskrankheiten führen. Außerdem entstehen oftmals Defizite in der Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer, was wiederum die Beschwerden verstärken und die Patienten deutlich in ihrer Lebensqualität sowie in der Ausübung von Beruf und Freizeitaktivitäten einschränken. Die Tertiärprävention umfasst daher sämtliche Maßnahmen zur Beschwerdelinderung und zum Erhalt der Gelenkfunktion. Hier kommt das breite Spektrum an medikamentösen und nichtmedikamentösen Maßnahmen zur Anwendung, und letztlich muss bei ausgeschöpfter konservativer Therapie ein künstlicher Gelenkersatz erfolgen.

Stufen der Vorbeugung, Ziele und wichtige Maßnahmen:

Primärprävention

Verhinderung der Arthrose-Entstehung

Ausschalten von Risikofaktoren:

  • Behandlung von Dysplasie, Impingement und anderen Formstörungen
  • Vermeidung extremer Belastung in Sport und Beruf
  • Operative Korrektur von Fehlstellunge

Sekundärprävention

Aufhalten des Arthrose-Fortschreitens

  • Optimierung des Körpergewichtes
  • Bewegung
  • Muskelkräftigung
  • Nur selten operative Eingriffe

Tertiärprävention

Verhinderung von Folgeschäden

  • Sämtliche konservativen Maßnahmen zur Linderung von Beschwerden
    (einschließlich medikamentöser Behandlung)
  • Bei Bedarf Gelenkersatz