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Das normale Hüftgelenk

Zu einem funktionsfähigen menschlichen Gelenk gehören immer verschiedene Strukturen, deren Aufgabe es ist,

  • Last zu übernehmen (Knochen und Knorpel),
  • Stabilität sicherzustellen (Kapsel, Bänder) und
  • Kraft zu übertragen (Muskeln).

Aufbau des normalen Hüftgelenkes

Aufbau des normalen Hüftgelenkes
Vorderansicht des rechten Hüftgelenkes, die gelb gezeichnete Gelenkpfanne ist angeschnitten.

Das Hüftgelenk ist nach dem Knie das zweitgrößte Gelenk unseres Körpers. Es besteht aus dem Kopf des Oberschenkelknochens (Hüftkopf oder Oberschenkelkopf) und der Hüftpfanne. Die beiden knöchernen Gelenkpartner sind von einer Knorpeloberfläche überzogen, die eine reibungsarme Bewegung ermöglicht und Stöße abfedert. Eine zusätzliche Faserknorpel-Lippe (Labrum) verläuft bogenförmig um den Rand der Hüftpfanne und umgreift zusätzlich den Oberschenkelkopf.

Das Hüftgelenk wird von einer sehr starken Gelenkkapsel umhüllt. Deren äußere Schicht ist durchwoben von Bänderzügen, welche den Hüftkopf in der Pfanne stabilisieren. Die innere Schicht der Kapsel besteht aus einer Schleimhaut, in der die für die Ernährung des Knorpels erforderliche Gelenkflüssigkeit erzeugt wird.

Für eine normale Gelenkfunktion ist die intakte Knorpelschicht auf Hüftkopf und Pfanne von besonderer Bedeutung. Sie wird aus langlebigen Knorpelzellen gebildet, die Faseranteile (Kollagen), Wasser und Eiweißstoffe sowie Kohlehydrate (Proteoglykane und Hyaluronsäure) produzieren. Da Knorpelgewebe beim Erwachsenen keine Blutgefäße enthält, erfolgt die Ernährung der Knorpelzellen über die Gelenkflüssigkeit. Sie wird von der inneren Gelenkkapsel gebildet und durch regelmäßige Bewegung ohne allzu große Belastung in den Knorpel eingepresst. Die richtige Menge und Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit ist aber nicht nur für die Knorpelernährung wichtig. Die Gelenkflüssigkeit dient als Schmiermittel zwischen Hüftkopf und -pfanne und minimiert die bei jeder Bewegung auftretenden Reibungskräfte.

Hüftumgreifende Muskulatur

Eine Vielzahl von Muskeln umgreift das Hüftgelenk. Sie gewährleisten Bewegungen und geben dem Gelenk Stabilität. Die wichtigsten Muskeln werden nach ihrer Zugrichtung unterschieden:

  • Beuger (Flexoren),
  • Strecker (Extensoren),
  • Anspreizer bzw. Heranführer (Adduktoren),
  • Abspreizer (Abduktoren),
  • Auswärtsdreher (Außenrotatoren),
  • Einwärtsdreher (Innenrotatoren).

Die Muskeln umgreifen das Hüftgelenk als eine sehr komplexe Manschette und setzen an ganz unterschiedlichen Knochenvorsprüngen an. Eine besonders markante Struktur an der Oberschenkelaußenseite ist der große Rollhügel, an dem wichtige Muskeln befestigt sind und den flüssigkeitsgefüllte Schleimbeutel zur Polsterung umgeben.

Hüftumgreifende Muskulatur
Ansicht des Beckens aus unterschiedlichen Perspektiven

Eine Vielzahl von Muskeln umgreift das Hüftgelenk. Sie gewährleisten Bewegungen und geben dem Gelenk Stabilität. Die wichtigsten Muskeln werden nach ihrer Zugrichtung unterschieden:

  • Beuger (Flexoren),
  • Strecker (Extensoren),
  • Anspreizer bzw. Heranführer (Adduktoren),
  • Abspreizer (Abduktoren),
  • Auswärtsdreher (Außenrotatoren),
  • Einwärtsdreher (Innenrotatoren).
Zusammenspiel von Muskeln bei der Bewegung
Zusammenspiel von Muskeln bei der Bewegung

 Die Muskeln umgreifen das Hüftgelenk als eine sehr komplexe Manschette und setzen an ganz unterschiedlichen Knochenvorsprüngen an. Eine besonders markante Struktur an der Oberschenkelaußenseite ist der große Rollhügel, an dem wichtige Muskeln befestigt sind und den flüssigkeitsgefüllte Schleimbeutel zur Polsterung umgeben.

Bedingt durch die nahezu hemisphärische Bedeckung durch die Hüftpfanne und die zusätzlich umgreifende Faserknorpel-Lippe wird das Hüftgelenk als ein so genanntes Nussgelenk bezeichnet. Als Kugelgelenk lässt die Hüfte Bewegungen in alle Richtungen des Raumes zu. Damit spielt sie bei allen Aktivitäten des täglichen Lebens eine wichtige Rolle und Hüfterkrankungen können erhebliche Einschränkungen nach sich ziehen.

Das Hüftgelenk ist das zweitgrößte Gelenk des Menschen. Es spielt bei ­nahezu allen ­Aktivitäten des täglichen Lebens eine wichtige Rolle, sodass krankheitsbedingte Einschränkungen erhebliche ­Auswirkungen haben können.