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Ärztliche Untersuchung bei der Hüftarthrose

Klinische Untersuchung

Ärztliche Untersuchung  bei der Hüftarthrose

Bei Hüftgelenkbeschwerden beginnt die ärztliche Untersuchung mit einer Befragung der wesentlichen Symptome und Beschwerden. Wichtig ist die Angabe von möglichen Vorerkrankungen und früheren Operationen sowie der beruflichen und sportlichen Belastung. Dann werden das Gangbild und die Körperhaltung im Stand (Beinlängenunterschied, Wirbelsäulen- und Beckenhaltung) geprüft. Die Beweglichkeitsprüfung sowie das Abtasten nach schmerzhaften Strukturen im Hüftbereich erfolgen im Liegen. In Abhängigkeit von der Verdachtsdiagnose schließen unterschiedliche Funktionsprüfungen (Muskelkraft, Durchblutung der Beine, Nervenfunktion) die klinische Untersuchung ab. Wenn bei einem der Untersuchungsschritte Schmerzen auftreten, sollte dies dem Arzt immer mitgeteilt werden.

Röntgenaufnahmen

Das erste und wichtigste bildgebende Untersuchungsverfahren bei der Hüftarthrose ist die Röntgenaufnahme. Im Regelfall erfolgen eine Aufnahme des Beckens von vorn und eine Aufnahme des betroffenen Hüftgelenkes von der Seite. Die Aufnahmen dienen dem Arzt zur Einschätzung möglicher Formstörungen (z. B. Dysplasie und Impingement) sowie einer Vermessung wichtiger Winkelwerte und zur Bewertung des Arthrosegrades. Die Strahlenbelastung einer normalen Röntgenaufnahme ist sehr gering und der Aussagewert für die Behandlungsplanung von großer Bedeutung.

 

Bewertung des Arthrosegrades

Im Röntgenbild lassen sich folgende Schweregrade einer Hüftarthrose unterscheiden (Einteilung nach Kellgren und Lawrence):

Arthrose-Stadien_0
unauffälliges Gelenk ohne Arthrosezeichen
Arthrose-Stadien_1
noch unsichere Veränderungen
Arthrose-Stadien_2
sicherer Nachweis einer beginnenden Arthrose mit geringer Gelenkspaltverschmälerung (erste Zeichen einer abnehmenden Knorpeldicke) und kleineren gelenknahen knöchernen Randwülsten (Osteophyten)
Arthrose-Stadien_3
deutliche Gelenkspaltverschmälerung und größere Randwülste, beginnende Unregelmäßigkeiten der Gelenkfläche
Arthrose-Stadien_4
ausgeprägte Gelenkspaltverschmälerung, große Rand­wülste und deutliche Deformierung der Gelenkfläche





















Weitere Untersuchungsverfahren

Neben der Sonographie (Ultraschall-Untersuchung), die vor allem dem Nachweis von Flüssigkeit im Hüftgelenk dient, kommt vor allem die Magnetresonanztomographie (MRT) bei Beschwerden im Hüftbereich zur Anwendung. Aufgrund des deutlich höheren Aufwandes ist eine MRT-Untersuchung jedoch nur speziellen Fragestellungen vorbehalten und sollte nicht vor einer Röntgenaufnahme durchgeführt werden. Sie ist dann sinnvoll, wenn bei fehlenden Arthrosezeichen im Röntgenbild nach anderen Erkrankungsursachen gesucht werden muss und beispielsweise der Stellenwert von gelenkerhaltenden Operationseingriffen zu prüfen ist.

Bei der fortgeschrittenen Hüftarthrose sind außer einer Röntgenaufnahme keine zusätzlichen bildgebenden Untersuchungen sinnvoll.

Es gibt heute noch keine Blutwerte, die für eine Hüftarthrose typisch wären und sich vielleicht für eine Verlaufskontrolle eignen würden. Deshalb sind Blutuntersuchungen vor allem für den Ausschluss anderer Erkrankungen mit ähnlichem Beschwerdebild (v. a. rheumatische Erkrankungen und die eitrige Gelenkentzündung) sinnvoll. Gleiches gilt für die Untersuchung der Gelenkflüssigkeit mittels einer Gelenkspunktion, die nur in seltenen Fällen bei der Hüftarthrose erforderlich ist.

Die Gelenkspiegelung sollte heute nicht als Verfahren zur Diagnosestellung zur Anwendung kommen, sondern immer der Durchführung gezielter Behandlungsmaßnahmen vorbehalten bleiben. Mit der Kombination aus sorgfältiger Patientenbefragung, ärztlicher Untersuchung und entsprechenden Röntgenbildern lassen sich in den allermeisten Fällen mögliche Ursachen, vorliegendes Erkrankungsstadium und Behandlungsoptionen der Hüftarthrose feststellen.

Als Basisdiagnostik der Hüftarthrose dienen die ärztliche Befragung und die klinische Untersuchung des Patienten. Die Röntgenaufnahme ist das wichtigste bildgebende Untersuchungsverfahren zur Einschätzung möglicher Formstörungen und zur Bewertung des Arthrosegrades.