
Autismus
EVAS - Early Valid and Reliable Autism Screening
Häufig kommt es vor, dass bei Patient*innen, die in spezialisierten Stellen auf Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung untersucht werden, diese nicht vorliegt, sondern andere psychische oder Entwicklungsstörungen mit einzelnen Symptomen des Autismus. Dies ist einer der Gründe, warum es in Fachambulanzen immer wieder zu langen Wartezeiten für Neuvorstellungstermine kommt.
Ziel des EVAS-Projektes ist es, die Zuweisung zu spezialisierten Stellen für die Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen zu optimieren. Dadurch könnten zukünftig Fachambulanzen entlastet werden und Patient*innen schneller eine Diagnostik und Behandlung erhalten.
Wir suchen für das Projekt Kinder, Jugendliche und Erwachsene, bei denen ein Verdacht auf Autismus vorliegt. Wenn Sie oder ihr Kind gern an unserer Studie teilnehmen möchten, würden wir Sie zunächst an eine kooperierende Haus- oder Facharztpraxis verweisen. Nach einem Vorstellungstermin dort, findet zeitnah an unserer Autismusambulanz ein erster Diagnostiktermin statt. Sollte sich daraufhin der Autismusverdacht erhärten, führen wir anschließend eine ausführliche Diagnostik durch.
Bitte beachten Sie, dass eine Teilnahme für Erwachsene nur dann möglich ist, wenn eine Bezugsperson aus der Kindheit für den weiteren Diagnostikprozess zur Verfügung steht.
Hinweis: Die Rekrutierung der Teilnehmenden ist abgeschlossen.
Red-Balloon-Studie
Perspektivenwechsel bei AD(H)S
Die Symptome einer AD(H)S treten bei jeder Patientin und jedem Patienten in unterschiedlichster Art und Stärke auf und können sich im Laufe des Lebens auch nochmal verändern. Manche Symptome treten aber zum Beispiel nicht nur bei AD(H)S, sondern auch noch bei anderen psychischen Störungsbildern wie der Autismus-Spektrum-Störung auf. Die Ursachen für die gleiche Symptomatik bei unterschiedlichen Störungsbildern sind bislang aber noch unklar. In dieser Studie möchten wir eine neue Theorie der AD(H)S untersuchen, die einen neuen Erklärungsansatz bieten soll.
Dadurch möchten wir in Zukunft die Diagnostik der ADHS und der Autismus-Spektrum-Störung weiter verbessern und neue Therapieansätze entwickeln.
Wie läuft die Studie ab?
Die Studie besteht aus einem Termin, bei dem die Ableitung eines EEGs (Elektroenzephalogramm) erfolgt, während Aufgaben am PC durchgeführt werden. Bei einer der Aufgaben wird z.B. ein Film geschaut, zu dem Einschätzungen vorgenommen werden sollen. Dieser Termin wird ca. 2 Stunden dauern. Vor dem Termin bitten wir die Eltern um das Ausfüllen einiger Fragebögen.
Wer kann teilnehmen?
- Mädchen & Jungen im Alter von 11-16 Jahren
- mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts-)Störung ODER
- mit einer Autismus-Spektrum-Störung ODER
- ohne eine psychische Störung
Welche Tests und Methoden werden angewandt?
- Ausfüllen von Fragebögen
- Elektroenzephalographie (EEG)
- Aufgaben am PC
Ansprechpartner: Astrid Prochnow M. Sc.
Arbeitsgruppe: Experimentelle Entwicklungspsychopathologie
Weitere Informationen zur Studie finden Sie im dazugehörigen Flyer.
Interesse an einer Studienteilnahme?
ASS & Angst - Experimentelle Untersuchung von objektiven Markern für Angst bei autistischen Menschen
Häufig sind Menschen mit einer ASS von zusätzlichen körperlichen und psychischen Erkrankungen betroffen. Angstsymptome treten bei bis zu 50% von Menschen mit einer ASS auf und führen zu zusätzlichen Schwierigkeiten. Die Studie untersucht physiologische Marker für Angst und für Faktoren, die mit Angst zusammenhängen können. Dazu gehören Alexithymie (=Schwierigkeiten eigene Emotionen wahrzunehmen und zu beschreiben), Unsicherheitsintoleranz (=Schwierigkeiten mit Unsicherheiten umzugehen), Emotionsregulation.
Die Studie umfasst einen Termin von 1,5-2 Stunden Dauer, bei dem 2 computerbasierte Aufgaben und ein Entscheidungsspiel durchgeführt werden. Bei den Computeraufgaben werden Bilder und Videos angeschaut.
Während der Aufgaben werden Hautleitfähigkeit, Blickbewegungen und Herzrate gemessen. Zwischen den Aufgaben gibt es Pausen und es wird die Herzrate in Ruhe aufgezeichnet. Zusätzlich werden einige Fragebögen von Ihnen ausgefüllt. Falls bei Ihnen bisher noch keine Leistungsdiagnostik erfolgt ist, findet an einem zweiten Termin eine Intelligenztestung statt.
Hierfür suchen wir nach Personen ab 11 Jahren
- mit einer Autismusspektrumstörung
- mit einer Angststörung
- mit einer Depression bzw. emotionalen Störung
- ohne psychiatrisches Störungsbild
Eine Entwicklungsverzögerung/Intelligenzminderung ist kein Ausschlusskriterium. Bei Erwachsenen mit Intelligenzminderung werden 2 Aufgaben in vereinfachter Form durchgeführt.
Für Ihre Teilnahme erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung.
Ansprechpartner: Dr. Melanie Ring, Magdalena Gruner M. Sc., Clara Müller M. Sc.
Arbeitsgruppe: Experimentelle Entwicklungspsychopathologie
Weitere Informationen zur Studie finden Sie im dazugehörigen Flyer (Kinder & Jugendliche, Erwachsene)
Interesse an einer Studienteilnahme?
ASSADA
Differentialdiagnostik bei Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsdiagnose (ADHS) versus Autismus-Spektrum-Diagnose (ASS)
Menschen mit einer ADHS- bzw. ASS-Diagnose kann es schwerfallen, sich vorzustellen, was eine andere Person denken könnte, welche Gefühle sie haben könnte und warum diese Person dann entsprechend handelt. In der Studie sollen daher insbesondere die sozial-emotionalen und kognitiven Fähigkeiten Jugendlicher und Erwachsener mit und ohne ADHS- oder ASS-Diagnose untersucht werden. Dazu vergleichen wir die Fähigkeit zur Wahrnehmung von Emotionen sowie die Fähigkeit, sich in die Gefühle und die Gedanken anderer Personen hineinzuversetzen.
Wie läuft die Studie ab?
Es finden zwei oder bei Bedarf drei Termine statt, an denen die Teilnehmenden in klinischen Gesprächen interviewt werden und über soziale Begegnungen sprechen können. Außerdem lösen Sie sozial-emotionale und kognitive Aufgaben, während Augenbewegungen und Herzschlag gemessen werden. Es handelt sich dabei um sichere, standardisierte und harmlose Messungen, die Teilnehmende in der Regel kaum wahrnehmen. Zudem füllen die Teilnehmenden zuhause Fragebögen aus und beantworten eine Woche lang täglich abends einen kurzen Fragebogen zu ihren sozialen Begegnungen während des Tages. Auch ihre Eltern/eine enge Bezugsperson werden um das Ausfüllen von Fragebögen gebeten.
Teilnehmen können:
- Jugendliche und Erwachsene zwischen 12 und 35 Jahren
- mit einer Autismus-Spektrum-Störung oder
- mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsdiagnose oder
- ohne psychische Auffälligkeiten
Welche Methoden kommen zum Einsatz?
- strukturierte Interviews zu klinischen Maßen und Erfahrungen in sozialen Situationen
- Online-Fragebögen (ggf. auch Papier)
- Aufgaben zu sozial-emotionalen und kognitiven Fähigkeiten
- Messung von Herzschlag und Augenbewegungen
Ansprechpartner: Manuel Burkart M. Sc.
Arbeitsgruppe: Experimentelle Entwicklungspsychopathologie
Weitere Informationen zur Studie finden Sie im dazugehörigen Flyer.