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Ärztliche Untersuchung bei der Kniegelenksarthrose

Klinische Untersuchung
Untersuchung der Beweglichkeit des Kniegelenkes

Wie bei allen Erkrankungen beginnt die ärztliche Untersuchung mit einer Befragung zu den wesentlichen Beschwerden. Wichtig ist die Angabe von früheren Erkrankungen, Verletzungen und Operationen sowie der beruflichen und sportlichen Belastung. Es werden das Gangbild und die Beinachse im Stand geprüft. Die Beweglichkeitsprüfung, die Prüfung, ob ein Gelenkerguss vorliegt sowie das Abtasten nach schmerzhaften Strukturen im Kniebereich erfolgen im Liegen. In Abhängigkeit von der Verdachtsdiagnose schließen unterschiedliche Funktionsprüfungen (Stabilität, Meniskustests, Muskelkraft, Durchblutung der Beine, Nervenfunktion) die klinische Untersuchung ab. Wenn bei einem der Untersuchungsschritte Schmerzen auftreten, sollte dies dem Arzt immer mitgeteilt werden.


Röntgenaufnahmen

Die erste und wichtigste bildgebende Untersuchung bei der Kniegelenksarthrose ist die Röntgenaufnahme. Im Regelfall erfolgen Aufnahmen des Kniegelenkes im Stand von vorn und von der Seite sowie der Kniescheibe. Die Aufnahmen dienen dem Arzt zur Einschätzung möglicher Formstörungen und zur Bewertung des Abnutzungsgrades. Die Strahlenbelastung einer normalen Röntgenaufnahme ist sehr gering und der Aussagewert für die Behandlungsplanung von großer Bedeutung. Die Arthrose kann zwischen den drei Gelenkanteilen (inneres und äußeres Hauptgelenk, Kniescheibengelenk) unterschiedlich ausgeprägt sein. Am häufigsten findet sich die Arthrose des inneren Hauptgelenkes (mediale Gonarthrose). Im fortgeschrittenen Stadium sind alle drei Gelenkanteile betroffen.










Weitere Untersuchungsverfahren
MRT des Kniegelenkes. Es ist ein Einriss des keilförmigen Innenmeniskus zu sehen.

Während beim Röntgen die Knochenstrukturen und indirekt über die Gelenkspaltverschmälerung die Knorpelabnutzung beurteilt werden kann, können kleinere Knorpelschäden, Bänder und Menisci mit diesem Verfahren nicht beurteilt werden. Hier kommt vor allem die Magnetresonanztomographie (MRT) zur Anwendung. Aufgrund des deutlich höheren Aufwandes ist eine MRT-Untersuchung jedoch nur speziellen Fragestellungen mit einer sich daraus ableitenden entsprechenden Therapie vorbehalten und sollte nicht vor einer klinischen Untersuchung und einer Röntgenaufnahme durchgeführt werden.

Blutuntersuchungen geben Aufschluss über  mögliche Stoffwechselerkrankungen oder Erkrankungen mit ähnlichem Beschwerdebild wie die Arthrose (rheumatische Erkrankungen, eitrige Gelenkentzündung). Die Untersuchung der Gelenkflüssigkeit mittels einer Gelenkpunktion ist in der Regel zur Diagnose der Kniegelenksarthrose nicht erforderlich.


Die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) sollte heute nicht mehr als Verfahren zur Diagnose oder Behandlung einer Arthrose zur Anwendung kommen, da dies in mehreren Studien keinen besseren Effekt als konservative Behandlung erzielen konnte. In besonderen Fällen (wie z.B. Blockierungen durch freie Gelenkkörper) ist die Arthroskopie jedoch weiterhin indiziert.




Als Basisdiagnostik der Kniegelenksarthrose dienen die ärztliche Befragung und die klinische Untersuchung des Patienten. Die Röntgenaufnahme unter Belastung ist das wichtigste bildgebende Untersuchungsverfahren zur Einschätzung möglicher Formstörungen und zur Bewertung des Arthrosegrades.