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Operative Therapie

Die Operation ist typischerweise der erste und allerwichtigste Schritt. Gerade beim Eierstockkrebs ist der nach Operation belassene Tumorrest der wichtigste prognostische Faktor, der über die Chance auf Heilung und damit direkt über die Überlebenschancen entscheidet.
Als Studienleitzentrum der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO-OVAR) und als von der deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Gynäkologisches Krebszentrum können wir allen Patientinnen anbieten durch einen behandelnden Arzt bzw. Operateur mit Schwerpunktanerkennung Gynäkologische Onkologie betreut zu werden. Dies sind Ärzte, die über eine spezielle Ausbildung und eine umfangreiche operative Erfahrung verfügen. Dadurch erhöht sich die Chance optimal operiert zu werden und eine gute Ausgangssituation und bessere Prognose zu haben.
Bei bestimmten fortgeschrittenen Tumorerkrankungen können sehr ausgedehnte operative Eingriffe, bis zur Entfernung der Harnblase, des Enddarms, Anteilen des Bauchfells sowie der Lymphknoten entlang der großen Gefäße notwendig werden. Diese Operationen sind in unserer Klinik Routineeingriffe, die in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der Fachabteilungen für Urologie, Chirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin durchgeführt werden. Ebenso stehen alle für die Planung solcher Eingriffe notwendigen apparativen Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Gerade beim Gebärmutterhalskrebs können wir neue nervenschonende und trotzdem onkologisch sichere radikale Operationstechniken anbieten (TMMR = Totale Mesometriale Resektion), die zu weniger Nebenwirkungen für die betroffenen Frauen führen.
Diese Operationen können auch mit der Schlüssellochtechnik (Minimal-invasive Chirurgie) oder Computer- und Roboter-unterstützt (mit dem da Vinci-System) angeboten werden. Dadurch werden große Schnitte, langwierige Heilungsprozesse und Schmerzen gerade bei übergewichtigen Patientinnen vermieden. Mittlerweile können mehr als 75% aller gynäkologischen Operationen minimal-invasiv durchgeführt werden.
Durch Einsatz der roboterassistierten Chirurgie können auch bei sehr übergewichtigen Frauen stadiengerechte Operationen uneingeschränkt gewährleistet werden. Unabhängig vom Body-Mass-Index sind umfangreiche Operationen mit Lymphknotenentfernung bei bösartigen Erkrankungen des Unterleibs möglich.
Beim Vulvakarzinom (Schamlippenkrebs) ist nach der Entfernung des Tumors im Gesunden das Ziel eine möglichst optimale kosmetische Wiederherstellung der Region zu ermöglichen. Dazu bedarf es sehr großer operativer Erfahrung. Überdies können wir bei kleineren Tumoren eines Vulvakarzinoms die Wächterlymphknotenentfernung (Sentinel-Lymphonodektomie) als schonenderes diagnostisches Verfahren anbieten.