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03. April 2017

Spezialist baut Expertise in der pränatalen Medizin weiter aus

Privatdozent Dr. med. Cahit Birdir übernimmt als Oberarzt die Sprechstunde für hochspezialisierte Diagnostik in der Schwangerschaft / Gynäkologe baut Strukturen für intrauterine Therapien inklusive fetaler Laserchirurgie aus

Zum April wechselt Privatdozent (PD) Dr. med. Cahit Birdir vom Universitätsklinikum Essen an die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Als Leitender Oberarzt für Geburtshilfe und Pränataldiagnostik wird er mit seinem unter anderem am King’s College Hospital in London bei Prof. Nicolaides erworbenen Know-how die diagnostischen und therapeutischen Angebote der vorgeburtlichen – pränatalen – Medizin der Uni-Frauenklinik weiter ausbauen. Neben der Leitung der 2010 etablierten Erst-Trimester-Spezialsprechstunde schafft PD Dr. Birdir die Voraussetzungen dafür, dass an der Dresdner Uni-Frauenklinik bei Notwendigkeit künftig noch komplexere Eingriffe bei Schwangeren vorgenommen werden können, um bestmögliche Voraussetzungen für einen guten Start ins Leben des Ungeborenen zu ermöglichen. Bevor er am Montag (3. April) seinen Dienst am Dresdner Uniklinikum antritt, hat er sich bereits am Sonnabend (1. April) im Kurländer Palais beim 4. Dresdener Symposium der Uni-Frauenklinik den Fachkollegen aus ganz Mitteldeutschland vorgestellt.

„Wichtiger Bestandteil unseres Konzepts der pränatalen Medizin ist es, mögliche Risiken einer Schwangerschaft abzuschätzen und gegebenenfalls bereits frühzeitig Therapien einzuleiten“, erklärt PD Dr. Birdir das Anliegen der Erst-Trimester-Spezialsprechstunde. „Mit unseren Untersuchungsergebnissen können wir den Eltern meistens eine gute Nachricht überbringen. Wenn es doch Auffälligkeiten gibt, können wir mit der frühen Diagnose häufig Risiken senken und notwendige Therapien einleiten“, so der 38-jährige Gynäkologe. Um das Therapiespektrum des Uniklinikums für werdende Mütter und ihre ungeborenen Kinder erweitern zu können, bringt PD Dr. Birdir seine bei Prof. Kypros Nicolaides am Londoner King’s College Hospital gesammelten großen Erfahrungen in der fetalen Laserchirurgie mit nach Dresden. Mit der im Universitäts Kinder-Frauenzentrum gebündelten engen medizinischen wie räumlichen Zusammenarbeit der Uni-Frauenklinik mit den Kliniken für Kinderchirurgie sowie für Kinder- und Jugendmedizin ist eine wichtige Voraussetzung für die hochspezialisierten Eingriffe gegeben. „Mit Dr. Cahit Birdir haben wir einen sehr angesehenen und erfahrenen Kollegen für die Dresdner Hochschulmedizin gewonnen, der gerade bei Risikoschwangerschaften unsere hohe Expertise in der Versorgung der Schwangeren und ihrer ungeborenen Kinder noch weiter ausbauen wird. Ich freue mich sehr, dass wir Herrn Birdir, den ich persönlich sehr schätze, zur Erweiterung unseres hocherfahrenen Teams gewinnen konnten“, sagt Prof. Pauline Wimberger. Die Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Dresdner Uniklinikums kennt Dr. Birdir aus ihrer früheren Tätigkeit am Uniklinikum Essen, wo er seine ärztliche wie auch fachärztliche Ausbildung absolvierte. Bis Ende März 2017 war Dr. Birdir als Oberarzt und Leiter der Ambulanz für Pränatalmedizin an der Essener Universitätsfrauenklinik tätig.

Mit minimalinvasiven Eingriffen das Leben ungeborener Zwillinge retten
Operationen im Mutterleib sind immer dann eine Option, wenn der Nachwuchs in Lebensgefahr gerät – beispielsweise durch Fehlbildungen oder bei eineiigen Zwillingen durch Probleme der Plazenta. Ein Beispiel dafür ist die fetale Zwerchfellhernie, bei der Bauchorgane durch einen Defekt in den Brustkorb verschoben sind. Sperrt der Fetalchirurg die Luftröhre mit einem Ballon ab, verhindert er den permanenten Druck von Magen und Leber auf die Lungen. Ohne diese Korrektur könnten sie sich nicht vollständig entwickeln, so dass Neugeborene kaum eine Überlebenschance hätten. Operative Therapiemöglichkeiten bestehen auch, wenn bei eineiigen Zwillingen die Kreisläufe dieser Kinder über eine gemeinsame Plazenta miteinander verbunden sind und es dadurch zu einem extremen Ungleichgewicht in der Versorgung der einzelnen Kinder kommt. Dann trennt der Fetalchirurg die beiden Kreisläufe, damit beide gleichmäßig mit Blut versorgt werden. Geschieht das nicht, bekommt ein Kind zu viel und das andere zu wenig. Unbehandelt bleibt den Zwillingen nur eine zehnprozentige Überlebenschance. Dank der Laser-OP im Mutterleib sind es 70 Prozent. „Es ist immer noch ein kleines Wunder, diesen Feten helfen zu können“, sagt PD Dr. Birdir mit Blick auf die Eingriffe, die er bereits vorgenommen und begleitet hat.

Als Wissenschaftler beschäftigt sich der Gynäkologe insbesondere mit Störungen der Plazenta und der Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung). Seine Forschungen wird er in Dresden fortsetzen und ausbauen, wobei er mit wissenschaftlichen Institutionen auf nationaler wie internationaler Ebene kooperiert.

Erst-Trimester-Spezialsprechstunde
Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Dresdner Uniklinikums etablierte 2010 als weltweit eines der ersten Zentren eine Erst-Trimester-Spezial­sprechstunde. In diesem Rahmen erhalten Frauen in der 11. bis 13. Schwangerschaftswoche eine umfassende Ultraschalluntersuchung. Diese stehen in keiner Verbindung mit den später erfolgenden Checks insbesondere für ältere Schwangere, bei denen es um die seltener auftretenden Chromosomenstörungen wie die Trisomie 21 geht. Bei der Erst-Trimester-Untersuchung stehen die weniger berücksichtigten Ursachen späterer akuter Erkrankungen oder Komplikationen der Schwangeren oder ihrer ungeborenen Kinder im Fokus der Gynäkologen. Dazu gehören zum Beispiel Früh- und Fehlgeburten sowie die Schwangerschaftsvergiftung. Im Rahmen der Erst-Trimester-Spezialsprechstunde finden die Spezialisten bei 80 bis 85 Prozent der Schwangeren keine Auffälligkeiten. Das beruhigt viele Familien und lässt die Schwangerschaft von Beginn an zum positiven Erlebnis werden.

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