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Engpass – Syndrom der Schulter (Impingement)

Ursache:            

Das Schultergelenk ist von Sehnen und Bändern umgeben, die zur Bewegung und zur Stabilität des Gelenkes beitragen. Die Sehnen mit deren Muskeln, der so genannten Rotatorenmanschette, liegen in einem engen knöchernen Kanal zwischen Oberarmkopf und Schulterblatt. Dieser Kanal wird mit zunehmendem Lebensalter oder nach andauernder Überkopfbelastung enger. Ein muskuläres Ungleichgewicht zwischen den Muskeln, die den Oberarmkopf nach unten ziehen („Humeruskopfdepressoren“) und dem Deltamuskel, der den Kopf nach oben zieht, ist ebenfalls oft vorhanden. Dieser Engpass kann zu einer Schädigung der Sehnenansätze und im fortgeschrittenen Verlauf zu einem Abreißen einzelner Sehnen der Rotatorenmanschette (z.B. der Supraspinatussehne) führen.

Krankheitserscheinungsbild:

Zu Beginn besteht meist ein Schmerz bei Belastung des Armes, insbesondere bei Drehbewegungen und bei Überkopftätigkeiten. Erst später treten häufig auch Ruhe- und Nachtschmerzen auf.

Diagnostik:Impingement_pic1

Die schulterspezifische Untersuchung ergibt meist den wichtigsten Hinweis auf die Lokalisation der Schädigung und der zugrundeliegenden Veränderung. Im Röntgenbild der Schulter in 2 Ebenen, kann ein ausgeprägter knöcherner Engpass und ein fortgeschrittener Verschleiß abgeschätzt werden. Zum Nachweis eines Sehnenrisses ist eine Ultraschalluntersuchung und / oder eine Kernspintomographie / Magnetresonanztomographie (MRT) angezeigt. 

Behandlung:

In den frühen Stadien der Erkrankungen führen physikalische Maßnahmen wie Krankengymnastik / Manuelle Therapie, Druckpunktmassagen, durchblutungsfördernde Salben und Elektrotherapie in den meisten Fällen zu einer Rückbildung der Beschwerden. Auch Spritzen mit einem Schmerzmittel und einem entzündungshemmenden Medikament (Kortison) in das Gelenk und / oder unter das Schulterdach, können nachhaltig zu einer Linderung der Schmerzen führen. Diese sollten jedoch nicht häufiger als 3x wiederholt werden.

Bei chronischen Schmerzen mit Kraftschwäche und Bewegungseinschränkung, vor allem bei jüngeren und aktiven Menschen, ist eine Operation zu empfehlen mit dem Ziel, den engen Raum unter dem Schulterdach zu erweitern und etwaige Schäden zu reparieren.

 

Operation:

Zunächst wird durch eine Gelenkspiegelung (Schlüsselloch-Chirurgie / Arthroskopie) das Ausmaß der Enge und eine etwaige Sehnenschädigung festgestellt. Es erfolgt dann eine Erweiterung des Kanales durch das Abfräsen der Knochenkanten und evtl. Ablösen eines Bandes. Besteht ein Sehnenschaden, wird dieser in der gleichen Sitzung repariert. In diesem Fall ist eine aufwendigere Nachbehandlung notwendig.

 Impingement_pic2

Behandlungsdauer:

im Krankenhaus:                                                                                           ca. 1 - 2 Tage

Rehabilitation:                                                                                                ca. 2 - 4 Wochen

Erreichen der Arbeitsfähigkeit:                                                                   ca. 3 - 6 Wochen

Erreichen der Sportfähigkeit:                                                                      ca. 8 - 12 Wochen           

 

Nachbehandlung:

Die Nachbehandlung erfolgte über den ambulanten Orthopäden / Unfallchirurgen. Nach einer arthroskopischen Entlastungsoperation der Schulter muss der Arm für etwa 2 Wochen geschont werden. In dieser Zeit erfolgt bereits Physiotherapie. Eine spezielle Ruhigstellung in einem Schulter-Arm-Verband ist nur in den ersten Tagen notwendig. Danach kann der Arm bereits im Alltag eingesetzt werden.

Sie bekommen nach der Operation einen detaillierten Nachbehandlungsbogen, der Ihnen, Ihrem nachbehandelnden Arzt und Ihrem Physiotherapeuten ein Überblick über die möglichen Bewegungen und Therapieschritte gibt.

 

Ergebnisse und Risiken:

In über 90% der Fälle führt die Operation zum Erfolg ohne oder nur mit geringen Restbeschwerden. Fehlschläge sind vielfach auf eine verspätete Operation bei sehr ausgedehnter Bewegungseinschränkung zurückzuführen. Komplikationen der Operation, wie örtliche Entzündung, Gelenkinfektionen oder eine Schädigung der Nerven- oder Blutgefäße, sind sehr selten.