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KINDHEIT HEUTE. MIT VORURTEILEN VON GESTERN?

KINDHEIT HEUTE. MIT VORURTEILEN VON GESTERN?

Über das Aufwachsen in einer globalen, leistungsorientierten, digitalen Welt. Eine Kooperation der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden und des Deutschen Hygienemuseums Dresden (DHMD).
Wann
08.09.2020 von 19:00 bis 21:00
Deutsches Hygienemuseum Dresden, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
Deutsches Hygienemuseum Dresden, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
Kontaktname
Claudia Seifert
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In 2020 möchten wir die erfolgreiche Kooperation mit dem DHMD mit einer neuen Veranstaltungsreihe fortsetzen. An 3 Abenden im September (08., 15. sowie 29.) laden wir Sie herzlich zu "Kindheit heute. Mit Vorurteilen von gestern? - Über das Aufwachsen in einer globalen, leistungsorientierten, digitalen Welt" ins DHMD am Lingerplatz 1, 01069 Dresden ein.

Die Bedingungen unter denen Kinder heute in unserem Teil der Welt aufwachsen, scheinen auf eine besondere Art und Weise herausfordernd: Als „digital natives“ in eine digitalisierte Welt hineingeboren sind sie schon sehr früh den Leistungserwartungen einer global vernetzten Wissensgesellschaft mit einer enormen Beschleunigungsdynamik ausgesetzt ebenso wie den Verheißungen scheinbar unbegrenzter Konsum- und Wahlmöglichkeiten in einer hoch individualisierten Multioptionsgesellschaft. Kann unter diesen Umständen überhaupt ein glückliches Leben gelingen? Die Propheten des Niedergangs sind zahlreich: Im Zeichen „digitaler Demenz“ sinke der Intelligenzquotient seit Mitte der 2000er Jahre kontinuierlich, Jugendliche würden immer narzisstischer, unsozialer und desinteressierter. Außerdem fehle es ihnen an Empathie und Werte wie Anstand, Respekt und Höflichkeit seien in der digitalen Welt zunehmend im Verschwinden.

In unserer dreiteiligen Veranstaltungsreihe wollen wir diesen Vorurteile und Ängsten auf den Grund gehen und nach den Gründen dafür fragen, warum viele Kinder und Jugendliche trotz allem interessierte und glückliche junge Menschen geworden sind.

Folgende Programmpunkte erwarten Sie:

08.09.2020
Engagement und Zukunft. - Nach welchen Werten handelt die Jugend heute?
Vorurteil #1: Kinder haben keine Werte und keine Orientierung in einer konsumorientierten Multioptionsgesellschaft

Die Fridays-for-Future-Bewegung um Greta Thunberg hat gezeigt, dass Jugendliche für ihre Werte und Ideale eintreten. Andererseits mahnen Experten, das generelle Engagement der jüngeren Generation werde bisweilen überschätzt. Entscheiden sich Jugendliche in der heutigen Konsumgesellschaft eher für Anpassung und ökonomischen Aufstieg oder sind ihnen Selbstentfaltung, Fairness und Nachhaltigkeit wichtiger denn je? Gibt es einen Werteverlust oder einen Wertewandel? Von welchen Werten sprechen wir? Wer definiert, was ein erfülltes Leben ausmacht und wie beeinflusst die soziale Herkunft das Wertesystem der Kinder?

Referent*innen: 
Erik Albrecht, Journalist und Mitautor von Generation Greta, Beltz Verlag, 2020
Clara Hanitzsch, Fridays for Future Dresden
Moderation: Jan Witza, Referent für gesellschaftspolitische Jugendbildung, Evangelische Akademien

15.09.2020
Digitalisierung und IQ. Welchen Einfluss haben Smartphones & Co. auf ein junges Gehirn?
Vorurteil #2: Kinder werden durch die Digitalisierung immer dümmer

Nachdem über Jahrzehnte der mittlere Intelligenzquotient kontinuierlich anwuchs, scheint in einigen Ländern der westlichen Welt mittlerweile gar ein IQ Rückgang feststellbar. Wie ist diese Datenlage zu verstehen? Gibt es einen negativen Einfluss von neuen Medien auf die Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit? Sind Defizite in der feinmotorischen, sprachlichen und sozialen Entwicklung spürbar? 

Referent: Prof. Dr. Martin Korte, Hirnforscher und Neurobiologe

29.09.2020
Narzissmus und Erziehung. Wie prägt der Zeitgeist die Persönlichkeit unserer Kinder?
Vorurteil #3: Kinder werden nur selbstbezogen, narzisstisch und weniger empathisch 

Selfie-Wahn, die Jagd nach Likes und die Selbstinszenierung in Social-Media-Kanälen lassen die heutige Jugend als eine auffallend narzisstische Generation erscheinen. Aber stimmt das wirklich? Vernachlässigen Kinder und Jugendliche soziale Kompetenzen zugunsten eines Übermaßes an Selbstzentriertheit? Oder ist in einer Ellenbogengesellschaft der Narzisst gar schon längst salonfähig? Wie können sich Kinder dann zu selbstbewussten jungen Erwachsenen entwickeln, die sich selbst annehmen, ohne zu kleinen Egomanen zu werden? 

Referent:
Prof. Dr. Reinhard Haller, Psychiater, Psychotherapeut und forensischer Gerichtsgutachter im Gespräch mit Prof. Veit Rössner, Kinder- und Jugendpsychiater, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden

Karten zur Veranstaltung können Sie auf den Seiten des DHMD erwerben.