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10. March 2021

„SaxoChiLD“ wird Teil des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheitsforschung

Auch die KJP ist Teil des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Konzeptentwicklungsphase zur Einrichtung des Zentrums mit zunächst 0,5 Millionen Euro.


Dresden, 10. März 2021. Wissenschaftler der TU Dresden und der Universität Leipzig wollen zusammen mit Forschern des Umweltforschungszentrums Leipzig (UFZ) Antworten auf die Fragen finden: Was braucht es, dass Kinder gesund aufwachsen? Wie wird ihre Entwicklung durch die sich verändernde Umwelt unterstützt oder bedroht? Wie können wir Risiken früh erkennen, verstehen und entgegenwirken? Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird die Konzeptentwicklung und die Einrichtung des Zentrums, welches deutschlandweit sieben Standorte umfasst, mit zunächst 0,5 Millionen Euro fördern.

„Dieser Erfolg für Sachsen baut auf der jahrzehntelangen erfolgreichen pädiatrischen Forschung und dem Aufbau von Strukturen an den beiden Universitätsstandorten Dresden und Leipzig auf“, sagt Projektkoordinatorin Prof. Antje Körner von der Universität Leipzig.

Es ist zentral, dass die spezifischen Belange der Kinder und Jugendlichen in einem Gesundheitsforschungszentrum im Mittelpunkt stehen und so der wissenschaftliche und medizinische Fortschritt auch Kinder zukünftig noch früher erreicht. „SaxoChiLD“ widmet sich insbesondere neuen Risiken für die gesunde körperliche und psychische Entwicklung unserer Kinder. „Die sich verändernde Umwelt hat maßgeblich Einfluss auf Entwicklung und Gesundheit. Viele der chronischen sogenannten Zivilisationserkrankungen entstehen bereits im Kindesalter mit lebenslangen Folgen. Aber auch Umweltfaktoren wie Infektionen beeinflussen das kindliche Immunsystem und können zur Entstehung von chronischen Erkrankungen beitragen. Nicht zuletzt spielen psychische Faktoren eine enorme Rolle für die gesunde Entwicklung von Kindern“. so Körner. Die Pädiaterin erforscht seit Jahren selbst erfolgreich die Entwicklung von Adipositas und deren Folgen bei Kindern in einem breit angelegten Ansatz, der klinische, genetische und experimentelle Grundlagenforschung vereint. Die Erforschung der kindlichen Entwicklung in der Langzeitstudie LIFE Child, welche die gesunde Kindesentwicklung von der Schwangerschaft bis ins frühes Erwachsenenalter untersucht, bildet einen wertvollen Grundstein für weitere Untersuchungen. So stehen im Mittelpunkt von „SaxoChiLD“ umweltbedingte Erkrankungen, insbesondere Adipositas, Infektionen, wie auch Erkrankungen des Immunsystems und psychische Störungen.

Ein wesentlicher Faktor für deren Bekämpfung ist, dass diese Gesundheitsrisiken früh erkannt werden: „Seit vielen Jahren haben Leipzig und Dresden gemeinsame, sehr erfolgreiche Aktivitäten auf dem Gebiet der Prävention,“ erklärt Co-Koordinator Prof. Reinhard Berner von der TU Dresden. „So vertreten beide Standorte gemeinsam das Sächsische Neugeborenen-Screeningzentrum, in dem alle in Sachsen geborenen Kinder unmittelbar nach der Geburt auf bestimmte Zielkrankheiten untersucht werden. In der sog. Freder1k-Studie wurden weltweit erstmalig in einer Pilotstudie alle sächsischen Neugeborenen auf Risikogene für Diabetes untersucht. SaxoChild bietet nun ideale Möglichkeiten, neue Ansätze zur Erkennung sowie Prävention dieser Risiko- und Schutzfaktoren zu erforschen und damit auch innovative Therapiestrategien für Kinder zu entwickeln.“

Von den internationalen Gutachtern wurde besonders der ganzheitliche Ansatz des Forschungskonzepts in SaxoChiLD hervorgehoben, in dem gerade auch psychische Einflussfaktoren eine zentrale Rolle spielen ebenso wie die Auswirkungen von Krankheit und Umwelt auf die psychische Gesundheit. „Das Zusammenspiel von Psyche und Soma steht für uns im Mittelpunkt“ ergänzt Prof. Veit Roessner, Kinder- und Jugendpsychiater der TU Dresden.

Insbesondere Schadstoffbelastung, gesellschaftlicher Wandel, unmittelbares Lebensumfeld und Bezugspersonen haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Diese Faktoren wirken auf die körperliche und psychische Entwicklung. Lebenslang, beginnend bei der Schwangerschaft. „Bereits im Mutterleib wird die zelluläre Kommunikation zwischen Mutter und Kind durch die unvermeidbare Exposition auf Umweltchemikalien gestört; die Folgen davon sind kaum erforscht und SaxoChiLD will dabei einen wichtigen Beitrag leisten“, erklärt Ana Zenclussen, die eine Professur für „Pädiatrische Umweltimmunologie“ an der Uni Leipzig und dem UFZ ausfüllt.

„SaxoChiLD“ ist ein interdisziplinäres Team, überwiegend Ärzte, Wissenschaftler und Psychologen aus den Gebieten der Kinder- und Jugendmedizin und -psychiatrie, Epidemiologie, Umweltforschung, Psychologie, Lebenswissenschaften sowie experimenteller Forschung. Wissenschaftler der Universität Leipzig und der TU Dresden wollen gemeinsam mit den Universitätsklinika Leipzig und Dresden, Experten des Umweltforschungszentrums Leipzig (UFZ), des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie Leipzig (MPI-EVA), des Leipziger Helmholtz-Instituts für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung (HI-MAG) sowie des Robert Koch-Instituts Berlin die Forschung für Kinder und Jugendliche maßgeblich voranbringen.

Das neue Forschungszentrum für Kinder- und Jugendgesundheit soll das Erfolgsmodell der bestehenden sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung ergänzen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, optimale Forschungsbedingungen zu schaffen, um Volkskrankheiten besser bekämpfen zu können.

Die TU Dresden hatte insgesamt zwei Bewerbungen eingereicht und sich gemeinsam mit dem Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus auch als Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit beworben.

https://www.bmbf.de/de/karliczek-neue-impulse-fuer-die-forschung-zur-psychischen-gesundheit-und-zur-kinder-und-13949.html