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BIADEM – Behandlungsbedürfnis und Inanspruchnahmeverhalten bei Demenzerkrankungen

Versorgungsforschung für Patienten und ihre pflegenden Angehörigen

Drittmittelgeber:
Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG)

Fördersumme:
100.000 Euro

Projektzeitraum:
01/2009 bis 10/2010

Mitarbeiter:
Eva Amanatidis, Antje Gerner, Mirjam Schuster, Dr. Matthias Schützwohl


Projektinhalt:
Hintergrund: In den letzten Jahren ist das Versorgungsangebot für Patienten mit einer dementiellen Erkrankung erheblich erweitert worden. Die Versorgungssituation wird allerdings von den Betroffenen und ihren Angehörigen weiterhin kritisch beurteilt; das Versorgungsangebot als bruchstückhaft und wenig vernetzt erlebt. Die vorhandenen Versorgungs- und Beratungseinrichtungen werden gleichzeitig häufig nicht oder erst im Spätstadium der Erkrankung in Anspruch genommen.

Fragestellung: Das Projekt untersucht vor diesem Hintergrund Inanspruchnahmeverhalten und Behandlungsbedürfnis demenzkranker Patienten und ihrer Angehörigen. Es sollen zudem Faktoren identifiziert werden, die das Inanspruchnahmeverhalten determinieren, wobei die Erfassung von Barrieren in die Versorgung von besonderer Relevanz ist.

Methodik: Es werden Patienten mit einer leichtgradigen Demenz (N=45) sowie die pflegenden Angehörigen von leicht-, mittel- und schwerstgradig demenzkranken Patienten (N=135) befragt. Die Studienteilnehmer werden aus definierten Versorgungsregionen im Freistaat Sachsen gewonnen, die sich hinsichtlich der Verfügbarkeit und Erreichbarkeit gerontopsychiatrischer Beratungs- und Behandlungseinrichtungen unterscheiden. Die in den ausgewählten Versorgungsregionen vorhandenen Versorgungseinrichtungen werden zunächst erfasst und differenziert beschrieben. Im Rahmen der Angehörigenbefragung werden Informationen zur Beurteilung der Pflegesituation, die Belastung der Angehörigen, deren subjektive psychische Beschwerden, in Anspruch genommene Versorgungsleistungen und mittels offener Fragen Barrieren in die Versorgung sowie Einstellungen und Wünsche gegenüber vorhandenen Versorgungseinrichtungen und -leistungen exploriert. Außerdem werden die Angehörigen zu patientenbezogenen Problemen im Alltagsverhalten und zum Ausmaß der Verhaltensaufälligkeiten der Patienten befragt. Mit Hilfe eines Screeningverfahrens werden Patienten mit leichtgradiger Demenz identifiziert, und in Ergänzung und analog zur Angehörigenbefragung selbst befragt. Die Daten werden deskriptiv und inferenzstatistisch aufbereitet. Determinanten für das Inanspruchnahmeverhalten werden mittels binär logistischer Regressionsanalysen identifiziert. Qualitativ erhobene Daten zu Behandlungsbedürfnissen und Barrieren werden inhaltsanalytisch ausgewertet.

Erwartete Ergebnisse: Das Wissen über das Behandlungsbedürfnis demenzkranker Patienten und ihrer pflegenden Angehörigen liefert Informationen für die Beratung der Anbieter von geriatrischen und gerontopsychiatrischen Versorgungsleistungen und kann somit unmittelbar zu einer Verbesserung der Versorgungsstrukturen beitragen. Das Wissen über das Inanspruchnahmeverhalten liefert vor allem Informationen über das Ausmaß der Unter- und Fehlversorgung. Durch die Identifizierung von krankheits- und personenspezifischen Merkmalen, die zu einer Unter- und Fehlversorgung beitragen, können zielgerichtet Maßnahmen entwickelt werden, dieser entgegenzuwirken. Durch die Kenntnis der Barrieren in die Versorgung können einerseits Maßnahmen der individuellen Psychoedukation und Beratung gezielt entwickelt und eingesetzt werden; andererseits wird es möglich sein, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierend Aufklärungskampagnen zu planen und zu implementieren, die z.B. einer potentiellen Stigmatisierung entgegenwirken und dadurch ein bedarfsgerechteres Inanspruchnahmeverhalten fördern.

Kooperationen:
AG Gerontopsychiatrie und Kognition (Ltg. Prof. Dr. V. Holthoff)

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