Benutzerspezifische Werkzeuge

11. Juni 2013

11. Juni 2013: Wenn starke Gefühle den Körper krank machen

Trauma-Ambulanz der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie bietet vom Hochwasser Betroffenen therapeutische Hilfe an

Die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden bietet Opfern der Flutkatastrophe zeitnah Beratungstermine in ihrer Trauma-Ambulanz an, wenn sie Probleme bei der Verarbeitung ihrer Erfahrungen und Gefühle haben. In der Regel finden die Menschen aus eigener Kraft relativ schnell ihr seelisches Gleichgewicht zurück. Hilfe ist dann notwendig, wenn die Gedanken an die Ereignisse mit starken körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Herzrasen oder Kreislaufproblemen einhergehen. Hier tragen ein beratendes Gespräch und gegebenenfalls eine Therapie dazu bei, die psychosomatischen Folgen der einschneidenden Ereignisse zu überwinden. Geschieht dies nicht, können diese körperlichen Störungen chronisch werden.

Wenn die Fluten gehen, bleibt neben den materiellen Schäden oft ein Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht zurück. Trauer um die verlorenen Habseligkeiten und Angst um die finanziellen Folgen sind bei solchen Katastrophen zutiefst menschliche Empfindungen. Die beeindruckende Hilfe der Rettungskräfte und unzähliger Freiwilliger sind dabei für viele Betroffene ein Trost und ein Ansporn für den Wiederaufbau. Aber manche Menschen erkennen sich nach solchen Erlebnissen selbst nicht wieder: Sie leiden unter sehr beeinträchtigenden seelischen Symptomen wie extremer Reizbarkeit, Alpträumen oder immer wiederkehrenden Bildern der Katastrophe.

„Starke Gefühle bei einem existenziell einschneidendem Erlebnis wie einer Naturkatastrophe sind normal“, sagt Oberärztin und Traumatherapeutin Dr. Julia Schellong. „Wenn sie richtig verarbeitet werden, stellen sie langfristig kein Problem für die seelische Gesundheit der Menschen dar. Falls die Gefühle aber gepaart sind mit starken körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Herzrasen oder Kreislaufproblemen im Zusammenhang mit Gedanken an die Ereignisse, können dies erste Hinweise auf eine Fehlverarbeitung sein.“ Dann kann eine professionelle traumatherapeutische Hilfe bei der Überwindung der Erlebnisse helfen und eine Chronifizierung des Leidens verhindern.

Die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie bietet Opfern der Flutkatastrophe zeitnah Termine zur Beratung für die Einordung solcher Erfahrungen an. Betroffene können sich unter folgenden Kontakten melden und einen Termin vereinbaren:
E-Mail: pso-a2@uniklinikum-dresden.de
Telefon: 0351 458 2070 (von 8 bis 16.30 Uhr)

Weitere Informationen
Erste Hinweise für  den Umgang mit belastenden Erlebnissen können Betroffene oder besorgte Angehörige unter der Rubrik „Wissenswertes“ auf der Seite vom Traumanetz Seelische Gesundheit finden. Außerdem werden dort sachsenweit Adressen von Beratungsstellen und Kontaktdaten von Therapeuten vorgehalten: www.traumanetz-sachsen.de
Ebenfalls informativ für Betroffene und Angehörige ist die Homepage der Deutschen Gesellschaft für Psychotraumatologie: www.degpt.de.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik
Trauma-Ambulanz
Leiterin: Dr. med. Julia Schellong
Tel. 0351 458 7092
E-Mail: julia.schellong@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/pso
www.psychosomatik-ukd.de