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01. Februar 2011

Klinikum eröffnet Spezialstation für Parkinson-Patienten

1. Februar 2011: Erkrankte im fortgeschrittenen Stadium gewinnen durch multimodale stationäre Versorgung an Lebensqualität

Mit einer neuen Spezialstation verbessert das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden die Versorgungssituation von Parkinson-Patienten im fortgeschrittenen Stadium. Die zur Klinik für Neurologie gehörende Station wurde im ABAKUS-Gebäude – direkt am Klinikums-Haupteingang – eingerichtet. Damit ist es der Klinik möglich, Patienten im Rahmen eines stationären Aufenthalts mit einer komplexen medikamentösen und nichtmedikamentösen Behandlung, beispielsweise Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie, zu versorgen. Diese Angebote werden durch die universitären Möglichkeiten operativer und interventioneller Therapien wie der Tiefenhirnstimulation ergänzt. Ziel dieser strukturierten, multimodalen Behandlung ist es, den bereits an schweren Symptomen leidenden Patienten Lebensqualität zu sichern, in dem sie unter anderem länger am gewohnten Alltag teilhaben können. Die Klinik für Neurologie bietet alle wissenschaftlich anerkannten Therapien an und beteiligt sich an zahlreichen Forschungsprojekten, in denen neue Behandlungsverfahren entwickelt und bestehende optimiert werden. Leuchtturm ist dabei die Einbindung in das neu gegründete Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Die Ärzte und Wissenschaftler des Uniklinikums sowie des benachbarten „Zentrums für Regenerative Therapien Dresden“ (CRTD) bilden gemeinsam einen von bundesweit acht Standorten des vom Bundesforschungsministerium finanzierten Exzellenzprogramms.

Neben den für alle sichtbaren Symptome – das sind vor allem zitternde oder unkontrollierte Bewegungen – leiden Parkinson-Patienten an einer Vielzahl an weiteren Problemen. Um etwa Depressionen, beginnende Demenz oder Blasenstörungen zusammen mit der Grunderkrankung gut behandeln zu können, bedarf es nicht nur ärztlichem und pflegerischem Spezialwissen, sondern auch einer kontinuierlichen wie intensiven Betreuung. Dies gilt besonders für die Phase, in der die Patienten neu auf Medikamente eingestellt oder neue Therapieoptionen, wie die Tiefenhirnstimulation, initiiert werden. Für die Parkinson-Kranken stehen dann Untersuchungen in kurzen Abständen an, um die Effekte der Therapie genau zu prüfen. „Mit der neuen Spezialstation sichern wir eine hochwertige Krankenversorgung für ganz Ostsachsen. Denn Patienten, für die aufgrund ihres Alters, Gesundheitszustands oder Wohnorts eine engmaschige wie kontinuierliche ambulante Betreuung in dieser Phase nicht in Frage kommt, können nun zeitnah stationär versorgt werden“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. „Die Erwartung der Betroffenen ist sehr hoch“, erklärt Karin Karlsson-Hammer vom Vorstand der Deutschen Parkinson-Vereinigung: „Wir versprechen uns von der Spezialstation eine noch konzentriertere Betreuung, da sich Ärzte und Pflegepersonal in diesem neuen Rahmen ausschließlich mit Parkinson-Patienten befassen können.“

Als ostdeutsches Zentrum im Kompetenznetz Parkinson, das Klinikdirektor Prof. Heinz Reichmann leitet, gehört die Klinik zu den ersten Adressen für Patienten dieser neurodegenerativen Erkrankung. Seit knapp 20 Jahren gehören Diagnostik und Therapie der Parkinson-Erkrankung zu den Schwerpunkten der Klinik. Dabei setzen die Spezialisten um Prof. Reichmann und seinen Stellvertreter Prof. Alexander Storch auch auf eine enge Zusammenarbeit mit den Kliniken für Neurochirurgie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin. Derzeit profitieren mehr als 600 Parkinson-Patienten vor allem aus Ostsachsen von dem Know-how der Dresdner Neurologen. Zum angebotenen Behandlungsspektrum gehören auch operative und interventionelle Therapien: „Um besonders schwer betroffenen Patienten ein höchstmögliches Maß an Lebensqualität und Teilhabe zu sichern, werden am Universitätsklinikum jährlich 30 Tiefenhirnstimulationssysteme – sogenannte Hirnschrittmacher – sowie 50 Medikamentenpumpen implantiert“, sagt Oberarzt Dr. Martin Wolz, der die neue Parkinson-Spezialstation leitet.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Prof. Alexander Storch, Dr. Martin Wolz
Tel. 0351/ 4 58 25 32
E-Mail: alexander.storch@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/neu