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21. Januar 2010

Klinikum führt Psychosomatik in der Johannstadt zusammen

21. Januar 2010: Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik bietet teilstationäre und stationäre Behandlung in einem Haus

Das zentral auf dem Campus des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus gelegene Haus 18 wird am Freitagnachmittag (22. Januar, 15.30 Uhr) der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik übergeben. Für die umfassende Sanierung der ehemaligen Augenklinik standen 5,4 Millionen Euro zur Verfügung. Im Rahmen der gut einjährigen Bauphase entstanden auf 1.300 Quadratmetern 16 Patientenzimmer mit insgesamt 32 stationären Betten. Das Gebäude beherbergt zudem 30 teilstationäre Behandlungsplätze, Therapieräume und weitere Räume für Ärzte, Psychologen, Komplementärtherapeuten und Pflegepersonal sowie die Klinik-Ambulanz. Damit findet die stationäre wie teilstationäre Versorgung der Patienten erstmals in einem Gebäude statt. Mit dem Umzug in die Johannstadt gibt das Uniklinikum die bisherige Außenstelle in Dresden-Wachwitz auf.

Die Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik behandelt mit störungsorientierten Psychotherapieprogrammen unter anderem komplexe posttraumatische Belastungsstörungen, Essstörungen, chronische Schmerzerkrankungen, Persönlichkeitsstörungen sowie komplexe Angststörungen. Hierzu bieten die Ärzte und Therapeuten ein breitgefächertes Behandlungsspektrum an – beispielsweise differenzierte Einzel- und Gruppentherapien, Familientherapien, körperorientierte Psychotherapien sowie Kunst- und Musiktherapien.

Dieses nunmehr auf dem Campus vorgehaltene stationäre Behandlungsangebot der Klinik bietet auch solchen Patienten große Vorteile, die wegen anderer Krankheiten im Klinikum behandelt werden: „Etwa 20 Prozent aller chronisch Kranken leiden an psychischen Begleiterkrankungen. Diese haben erheblichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf und insbesondere auf die Lebensqualität der Patienten“, sagt Klinikdirektor Prof. Peter Joraschky. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Psychosomatik mit weiteren Kliniken des Uniklinikums gewährleistet eine umfassende Versorgung der Patienten. So betreuen die Ärzte und Therapeuten, Patienten mit chronischen neurologischen und kardiologischen Erkrankungen, mit entzündlichen Darmerkrankungen, Asthma bronchiale oder onkologischen Erkrankungen sowie Patienten aus der Transplantationsmedizin. Den gleichen Stellenwert hat die Betreuung der Angehörigen. Ihnen bietet die Klinik eine psychoedukative und familientherapeutische Betreuung an. Denn nicht nur viele Patienten sondern auch deren Angehörige erleben eine bösartige, lebensbedrohende Erkrankung als einen tiefen Einbruch in ihr biopsychosoziales Gleichgewicht. Anpassungs- oder Angststörungen, körperliche Symptome wie beispielsweise Schlafstörungen, ständige Unruhe oder Übelkeit können folgen. Diesen Betroffenen bietet die Klinik spezialisierte Behandlungsmodelle und Kriseninterventionen an.

Als Querschnittsfach ist die Psychosomatik eng verbunden mit den interdisziplinär arbeitenden Universitätszentren, wie dem Universitäts SchmerzCentrum, dem Universitäts KrebsCentrum einschließlich Prostata- und Brustzentrum, aber auch der HNO-Klinik mit spezialisierten Angeboten für Tinnitus-Patienten, der Klinik Orthopädie oder der Frauenklinik. In den elf Jahren ihres Bestehens wuchs die Bedeutung der Psychosomatik in der Medizin stetig: „Gesellschaftliche Faktoren wie hohe Mobilität, veränderte Familienstrukturen und permanente Überlastungen am Arbeitsplatz bleiben nicht folgenlos. Da ist es nur zu verständlich, dass die Behandlungsnachfrage die Therapieangebote weit übersteigt“, so Prof. Joraschky.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik
Direktor: Prof. Dr. med. Peter Joraschky
Tel.: 458 7085
Fax: 458 6332
www.uniklinikum-dresden.de
http://www.psychosomatik-ukd.de