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Biofilm – Schutzschicht für Zähne aber auch Nährboden für Karies
25. Februar 2010

Biofilm – Schutzschicht für Zähne aber auch Nährboden für Karies

25. Februar 2010: Prof. Christian Hannig ist neuer Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung / Neben der Studentenausbildung und Krankenversorgung erforscht der Wissenschaftler biologische Prozesse in der Mundhöhle

Der bisher am Universitätsklinikum Freiburg im Breisgau tätige Zahnmediziner Christian Hannig wurde zum Professor für Kariologie, Zahnhartsubstanzlehre und Endodontologie an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus berufen und übernimmt damit auch die Leitung der Poliklinik für Zahnerhaltung des Universitätsklinikums. Neben der theoretischen wie praktischen Ausbildung angehender Zahnärzte beschäftigt sich der in Göttingen promovierte und in Freiburg habilitierte Zahnarzt und Wissenschaftler schwerpunktmäßig mit der Erforschung von biologischen Prozessen in der Mundhöhle. Die Forschungsergebnisse sollen unter anderem dazu beitragen, die Vorbeugung von Karies weiter zu verbessern.

Bakterien spielen im menschlichen Körper ganz verschiedene Rollen: Einige sind beispielsweise bei der Verdauung unersetzlich. Andere dagegen verursachen Erkrankungen wie Karies. „Bakterien deswegen ganz aus der Mundhöhle zu verbannen ist keine Lösung“, erklärt Prof. Hannig. Denn auch sie gehören zu einer gesunden Mundflora. Im Mittelpunkt der Forschungen des neu berufenen Professors stehen deshalb die Karies verursachenden Arten, die in unmittelbarer Nähe zum Zahnschmelz zu einer Gefahr der Zahngesundheit werden: Sie nisten sich in einem die Zähne umgebenen Biofilm ein. Zwar reduziert regelmäßiges Putzen die Kariesgefahr, doch die Wissenschaft sucht derzeit nach Wegen, um Karies auslösenden Bakterien die Lebensgrundlage zu entziehen. Dabei geht es darum, den Aufbau des Biofilms an den Zähnen sowie die dort ablaufenden Prozesse zu analysieren. „Die bei dieser Grundlagenforschung gewonnenen Erkenntnisse könnten die Kariesprophylaxe weiter verbessern – etwa durch neuartige Mundspüllösungen, die es den schädlichen Bakterien erschweren, an den Zähnen haften zu bleiben“, so Prof. Hannig. Komponenten dieser biomimetischen und biologischen Präparate sind Hydroxylapatitnanopartikel oder Naturstoffe wie Polyphenole.

Auch bei der Ausbildung der Zahnmedizin-Studierenden stehen neben der Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten zur Behandlung kariöser Zähne – von der Diagnose über Füllungen bis zu Wurzelkanalbehandlungen – neue Aspekte auf dem Lehrplan. Durch die in den vergan-genen Jahrzehnten verbesserte Karies- und Parodontitisvorbeugung haben heute über 70-Jährige oft noch viele eigene Zähne. „Diese Patienten kommen oft mit anderen Problemen zum Zahnarzt als jüngere Menschen“, weiß Prof. Hannig. Typisch sind hier Schäden an den Zahnhälsen.

Zudem stellen die Folgen eines krankheits- oder altersbedingt verringerten Speichelflusses neue Herausforderungen dar. Bei letzterem Problem finden sich Anknüpfungspunkte zu den Forschungen von Prof. Hannig: Ein trockener Mund ist sehr kariesanfällig und reagiert empfindlich auf  aggressive Spülungen. Hier bedarf es neuer Substanzen, die für diese Patienten verträglich und dennoch gegen Karies wirksam sind.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Poliklinik für Zahnerhaltung
Prof. Christian Hannig
Tel. 0351/ 458 2713
E-Mail: christian.hannig@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de