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Prostatakarzinomzentrum bestätigt Gütesiegel

19.08.2009: Erneute Begutachtung nach strengen Kriterien verlief erfolgreich - Hohe Qualität der Diagnostik, Therapie und Nachsorge bescheinigt

Dresden. Die Dresdner Urologen erfüllen die strengen Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der internationalen Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001:2000. Das haben Experten dem Prostatakarzinomzentrum am Universitäts KrebsCentrum Dresden (UCC) bei einer Begutachtung erneut bestätigt. Das Organkrebszentrum, das als eines der ersten bundesweit bereits 2007 das Gütesiegel erhielt, betreut Krebspatienten von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge nach festgelegten hohen Qualitätsstandards. Die Kompetenzen verschiedener Fachdisziplinen werden im Prostatakarzinomzentrum gebündelt, um durch einheitliche Qualitätsstandards die optimale Versorgung der Patienten zu sichern.

„Krebspatienten in der Urologie wissen bei uns genau, was sie erwartet“, sagt Professor Manfred Wirth, Direktor des Prostatakarzinomzentrums am UCC. „Die erneute Überprüfung entspricht einem Gütesiegel für unsere Zentrumsstruktur und die hohen Qualitätsziele, deren Umsetzung regelmäßig überprüft und bewertet wird.“  Die detailliert dokumentierten Abläufe von der Diagnose bis zur Nachsorge ermöglichen optimale Ergebnisse bei der im Dresdner Organkrebszentrum fachübergreifenden Krebstherapie.
Das Dresdner Prostatakarzinomzentrum arbeitet unter dem Dach des 2003 gegründeten Universitäts KrebsCentrums (UCC). Die Klinik und Poliklinik für Urologie greift auf dessen Expertise und Infrastruktur zurück, um die Qualitätsanforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. auch bei den Leistungen erfüllen zu können, die nicht von der Klinik selbst erbracht werden. Hierzu gehören unter anderem die Diagnostik und gegebenenfalls die Nachsorge, sowie die umfassende Dokumentation und deren regelmäßige Auswertung. Die Ergebnisse liefern dabei auch wertvolle Hinweise über die langfristigen Erfolge der verschiedenen Therapieformen. Kooperationspartner des Dresdner Prostatakarzinomzentrums sind insbesondere die niedergelassenen Urologen, die Institute für Pathologie, Radiologische Diagnostik, sowie Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, die Kliniken und Polikliniken für Strahlentherapie, Urologie und Radioonkologie, Psychotherapie und Psychosomatik, Nuklearmedizin, Neurochirurgie, Anästhesie, sowie das Universitäts SchmerzCentrum und der Geschäftsbereich Pflege, Service und Dokumentation.
Krebserkrankungen können am besten in Kooperation der verschiedenen Fachgebiete behandelt werden. Deshalb müssen Spezialisten verschiedener medizinischer Disziplinen fachübergreifend zusammenarbeiten, um Patienten eine optimale Therapie anbieten zu können. In mehrmals wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenzen, den so genannten Tumorboards, wird der individuelle Therapieplan für jeden einzelnen Krebspatienten abgestimmt. Daran beteiligen sich jeweils alle Spezialisten der zur Behandlung notwendigen Disziplinen. Die Urologen nehmen pro Woche an mindestens zwei Spezialkonferenzen teil.
Die strengen Standards der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. erfordern beispielsweise, dass chirurgische Eingriffe von besonders erfahrenen Ärzten vorgenommen werden. Diese müssen bereits an mehr als 100 Operationen beteiligt gewesen sein. Für so genannte radikale Prostato-Vesikulektomien, hierbei werden operativ die Prostata und die Samenbläschen entfernt, hat das Dresdner Prostatakarzinomzentrum 2008 die geforderte Vorgabe der DKH mit 443 Patienten mehr als erfüllt. Davon wurden 69 Patienten roboterassistiert operiert.

Die Diagnose und Therapie erfolgt nach dem neuesten Stand der Wissenschaft. Die enge Verzahnung mit der Krebsforschung und –lehre ermöglicht dies. Viele der im Prostatakarzinomzentrum tätigen Spezialisten arbeiten auch als Hochschullehrer und Wissenschaftler. 2008 sind am Dresdner Prostatakarzinomzentrum insgesamt 18 klinische Studien betreut worden. Sie dienen mit als Grundlage dafür, dass die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse beim Krebspatienten angewendet werden.

Das Dresdner Organzentrum kooperiert mit anderen Fachdisziplinen innerhalb des Universitäts KrebsCentrums genauso, wie mit niedergelassenen Ärzten, die eine extrem wichtige Rolle spielen, sowie mit Krankenhäusern in der Region und anderen Leistungsträgern. Die große Zahl von Schnittstellen zu internen und externen Partnern im Rahmen von komplexen Erkrankungen erhöht automatisch das Risiko von Kommunikationsdefiziten, Verzögerungen und anderen qualitätsmindernden Faktoren. Darüber hinaus sind die Verantwortlichkeiten in solchen fachübergreifenden Organkrebszentren, wie dem Dresdner Prostatakarzinomzentrum, komplex und nicht immer so eindeutig zu definieren, wie das in traditionellen Strukturen des Gesundheitswesens üblich ist. Dies kann nicht nur Arbeitsabläufe behindern und die Patientenversorgung beeinträchtigen, sondern kann auch juristische Konsequenzen auslösen. Dem lässt sich nur durch ein besonders geeignetes Qualitätsmanagement (QM) mit verbindlichen, klar strukturierten und transparenten Verantwortlichkeiten, sowie Arbeitsabläufen gegensteuern. Dies erfüllt in besonderem Maße das allgemeine Qualitätsmanagementsystem nach der DIN EN ISO 9001:2000, für das sich 2007 das Prostatakarzinomzentrum entschieden hat.

Neben der Definition und kontinuierlichen Verbesserung von Strukturen und Prozessen erlaubt dieses System den Aufbau eines QM, um die Ergebnis- und damit vordergründig die Versorgungsqualität der Patienten zu verbessern. Dieses Qualitätsmanagementsystem stellt damit einen besonderen Wert im Prostatakarzinomzentrum dar. Integrale Bestandteile sind daher Qualitätsstandards wie berufsübergreifende, krankheitsspezifische Checklisten für die Diagnostik, Behandlungspläne und Nachsorgepläne im Sinne von so genannten Standard Operating Procedures (SOPs), die eine standardisierte und individualisierte Behandlung der Patienten sicherzustellen.

Weitere Informationen:

Professor Dr. Manfred Wirth
Direktor Prostatakarzinomzentrum
Tel. (0351) 458-2447
E-Mail: Urologie@uniklinikum-dresden.de

Pressekontakt:

Birte Urban-Eicheler
Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsprojekte
Tel. (0351) 458-7443
E-Mail: Birte.Urban@uniklinikum-dresden.de