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01. December 2020

Neue Evaluation zur Beurteilung der Wirksamkeit eines Modellvorhabens in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Baden-Württemberg (EVA_TIBAS) gestartet

Im August 2020 startete am Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, dem Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg sowie dem Wissenschaftlichen Institut für Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung in Leipzig die Evaluation des Modellvorhabens in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (§ 64b SGB V) – Therapeutische Intensivbehandlung im Ambulanten Setting (TIBAS) am Universitätsklinikum Tübingen (UKT). Bei dieser Evaluation geht es im Kern um die Frage, ob die Modellversorgung gegenüber der Regelversorgung Vorteile bietet. Die Ausrichtung der Modellversorgung ist eine stärker sektorenübergreifende Leistungserbringung durch flexiblere Behandlungsintensitäten.

Ziel der Evaluation ist es, anhand von anonymisierten Routinedaten und durch zu erhebenden Primärdaten die Erreichung der Ziele des Modellvorhabens zu untersuchen und eine Übertragbarkeit des Versorgungsansatzes in die Regelversorgung zu bewerten. Die wesentlichen Ziele des Modellvorhabens sind die Verkürzung stationärer Verweildauer unter Einsatz (intensiv-) ambulanter Behandlungsformen, Reduktion der kumulierten psychiatrischen Behandlungsdauer und der Notfallaufnahmequote, Verringerung der Symptombelastung, beschleunigte Rückkehr in psychosoziale Lebensbezüge und Steigerung der Lebensqualität. Durch Stabilisierung der Gesamtversorgungssituation der Familie sollen diese Verbesserungen nachhaltig gesichert werden. Durch qualitative Methoden werden die Zufriedenheit mit dem und der subjektive Nutzen des Sozialen Dienstes der AOK Baden-Württemberg sowie die Zusammenarbeit dieses Sozialen Dienstes mit dem UKT näher beleuchtet. Die Kosten der Modellversorgung sollen diejenigen der Regelversorgung nicht übersteigen bzw. sollen bei maximal gleichen Kosten bessere Ergebnisse hinsichtlich der genannten patientenbezogenen Ziele erzielt werden. Ein wissenschaftlicher Beirat aus Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP) und des Bundesverbands der Angehörigen psychisch Kranker (BApK) begleitet diese Evaluation.

Derzeit finalisiert das Studienteam das Studienprotokoll (Feinkonzept) inklusive sämtlicher Studienunterlagen zur Einreichung bei der Ethikkommission und rekrutiert Kontrollkliniken zur Erhebung von Primärdaten. Die Evaluation wird von der AOK Baden-Württemberg und der SVLFG als Landwirtschaftliche Krankenkasse finanziert und bis Ende 2024 durchgeführt.

Projektleitung:
Dr. Anne Neumann
Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV)